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MV aktuell Sie schwimmt: Stapellauf für „Sankta Maria II“ in Stralsund
Nachrichten MV aktuell Sie schwimmt: Stapellauf für „Sankta Maria II“ in Stralsund
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00:05 21.10.2017

„Sankta Maria II“ – die von den Stralsunder Firmen Formstaal und Ostseestaal gebaute weltweit erste vollelektrische Autofähre für Binnengewässer erlebte gestern ihren Stapellauf.

Kurz nach 9 Uhr: Gerade hängen die 52 Tonnen Schiffsmasse noch am Haken des großen Krans auf dem Gelände der MV Werften. Wenig später senkt sich die Autofähre und gleitet geschmeidig in die Wellen des Strelasundes.

„Es ist immer ein aufregender Moment, wenn ein Schiff zu Wasser gelassen wird. Denn dann sehen wir, ob alles funktioniert“, sagt Ingo Schillinger, Verkaufsmanager bei Formstaal/Ostseestaal und zuständig für die Elektroschiffe. „Mit der Mosel-Fähre bringen wir das dritte Elektro-Solarschiff in diesem Jahr zum Abschluss“, freut sich Schillinger. Im Einsatz sind bereits auf den Berliner Gewässern ein Tagungs- und Seminarboot und ein Fahrgastschiff für die Weiße Flotte. Betrieben werden die Schiffe ausschließlich mit solarer Energie und Batteriestrom.

Das Schauspiel des Stapellaufes ließen sich die Auftraggeber aus Rheinland-Pfalz gestern nicht entgehen. „Wir haben das Schiff ja schon auf Zeichnungen gesehen. Deshalb waren wir sehr gespannt auf das Original“, sagt der Ortsbürgermeister Andreas Beiling (CDU) aus Oberbillig. Der 55-Jährige ist mit weiteren Gemeinderatsmitgliedern und dem künftigen Steuermann Martin Schreiner nach Stralsund gereist. „Das ist ein wunderschönes Schiff“, sagt der 59-Jährige, der es kaum erwarten kann, dass die Fähre an der Mosel ankommt. Die 28 Meter lange Fähre kann pro Fahrt 45 Fahrgäste und sechs Autos über die Mosel bringen und wird zwischen Oberbillig in Deutschland mit rund 1000 Einwohnern und Wasserbillig in Luxemburg eingesetzt. 120 Meter lang ist die Strecke über den Fluss. So dauert die Fahrt gerade mal zwei Minuten. Die Fähre sei nicht nur ein touristischer Anziehungspunkt, sondern habe vor allem auch große Bedeutung für die vielen Pendler, die das Schiff auf dem Weg zur Arbeit nutzen.

Die alte Fähre ist 51 Jahre in Betrieb. Deshalb habe man sich für den Neubau entschieden. Pläne dafür gibt es bereits seit 2004. Nach einer europaweiten Ausschreibung habe schnell festgestanden, dass der Auftrag nach Stralsund geht. „Mit dem Neubau dieser modernen Fähre werden rund 14 000 Liter Diesel im Jahr eingespart. Vor allem werden auch die Abgas- und Lärmemissionen reduziert“, sagt Andreas Beiling. Das Schiff kostet, laut Beiling, 1,5 Millionen Euro. Übergeben werden soll der Neubau vom Sund nach Probefahrt und endgültiger Fertigstellung am 21. November. Vier Tage später ist die Schiffstaufe geplant. An die Mosel gelangt die „Sankta Maria II“ huckepack mit einem Binnenschiff. Diese Tour wird 15 Tage dauern.

Die Fähre ist mit vier Elektromotoren ausgestattet. Bisher sind von Formstaal/Ostseestaal zehn Elektro-Solarschiffe gebaut worden. „Unser Antrieb ist die Sonne“, sagt Geschäftsführer Dr. Thomas Kühmstedt.

Marlies Walther

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