Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Siedenbollentin: 29-Jährige in ihrer Wohnung erwürgt
Nachrichten MV aktuell Siedenbollentin: 29-Jährige in ihrer Wohnung erwürgt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 09.05.2017
Siedenbollentin

Der rätselhafte Tod einer 29-Jährigen in dem Dorf Siedenbollentin bei Altentreptow (Landkreis Mecklenburger Seenplatte) ist offenbar aufgeklärt. Gestern gaben die Ermittlungsbehörden weitere Details bekannt. Die Frau wurde nach Angaben der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft in der Nacht zum Sonntag in ihrer eigenen Wohnung erwürgt. Der mutmaßliche Täter, ein

Am Sonntag fand die Polizei die Leiche der 29-Jährigen. Quelle: Foto: Gadewolz

48 Jahre alter Unternehmer aus dem Dorf, wollte so verhindern, von ihr wegen sexueller Nötigung angezeigt zu werden. Der Mann sitzt seit gestern wegen Mordverdacht in Untersuchungshaft.

Der 600-Einwohner-Ort befindet sich seit Bekanntwerden der Tat im Schockzustand. „Wir haben zu kämpfen“, sagt Thorsten Haker (CDU), seit 2013 Bürgermeister der Gemeinde. Die Dorfgemeinschaft werde durch das schreckliche Geschehen „auf eine harte Probe gestellt“. Die Idylle in dem 25 Kilometer von Neubrandenburg entfernten Ort hat einen Riss bekommen. Über Opfer und Täter möchte der Bürgermeister nichts sagen, nur: „Man kennt sich und respektiert sich.“ Die Frau soll vor gut einem Jahr ins Dorf gezogen sein. Der mutmaßliche Täter sei noch nicht auffällig geworden, sagt Staatsanwältin Beatrix Komning.

Das Amtsgericht Neubrandenburg erließ gestern Haftbefehl wegen Mordes gegen den 48-Jährigen, der bereits in der Nacht zu Sonntag festgenommen worden war. Es bestehe Fluchtgefahr. Vor dem Haftrichter schwieg der Verdächtige. „Er machte von seinem Recht Gebrauch, nicht auszusagen“, so Gerichtssprecherin Petra Hoeveler.

Bei seiner Vernehmung durch die Polizei hatte der Mann Sonntagfrüh, mehrere Stunden nach der Festnahme, die Tat gestanden. Eine Obduktion der Leiche am Greifswalder Institut für Rechtsmedizin bestätigte gestern seine Angaben, ebenso die rechtsmedizinische Untersuchung des 48-Jährigen.

Ein Zeuge hatte in der Nacht zu Sonntag beobachtet, wie der Unternehmer die offenbar bereits tote Frau in Siedenbollentin in sein Auto lud und die Polizei alarmiert. Kurz darauf meldete sich noch die Mutter der 29-Jährigen aus dem Raum Malchow bei der Polizei, weil sie ihre Tochter nicht erreichen konnte. Die Polizei löste eine Großfahndung aus. Gut zwei Stunden später fand eine Streifenwagenbesatzung das Auto, wenig später den Fahrer. Sonntagvormittag fanden die Ermittler die Leiche, in knietiefem Wasser in einem sumpfigen Gebiet am Dorfrand.

Die Bewohner werden wohl eine Weile brauchen, bis sie den Schock überwunden haben, meint der Bürgermeister. Eigentlich lief alles gut in der letzten Zeit für den Ort: Am Sonnabend feierten die Fußballer des SV Siedenbollentin, von seinen Anhängern liebevoll „Bolle“ genannt, den Aufstieg in die Landesliga. Viele ehrenamtliche Helfer planen zurzeit das große Landeserntedankfest, das im September in Siedenbollentin stattfinden soll. „Wir müssen jetzt alles tun, um das Dorfleben wieder zu aktivieren“, sagt Bürgermeister Haker.

Straftat sexuelle Nötigung

Mindestens ein Jahr Haft sieht das Gesetz bei Taten von sexueller Nötigung vor, in weniger schweren Fällen sechs Monate. Unter diesen Sammelbegriffen fallen sexuelle Handlungen, die gegen den Willen des Opfers erfolgen und bei denen Gewalt angedroht oder ausgeübt wird. Kommt es zum erzwungenen Beischlaf, ist es eine Vergewaltigung, die mit mindestens zwei Jahren Haft geahndet wird. Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern registrierte im Vorjahr 1050 Sexualstraftaten.

Gerald Kleine Wördemann

Mehr zum Thema

Zum zweiten Mal ist Marco Sturm als Bundestrainer für die deutsche Eishockey-Auswahl bei einer WM verantwortlich. Die Erwartungen vor dem Heim-Turnier sind riesig. „Die Mannschaft ist gut genug für was Tolles“, sagte der 38-Jährige im dpa-Interview.

04.05.2017

Mit Gespür für den Moment schoss der Stralsunder Fotografen Harry Hardenberg einzigartige Bilder

06.05.2017

38 Jahre wirkte die OSTSEE-ZEITUNG als Organ der SED-Bezirksleitung Rostock, danach seit gut 27 Jahren als unabhängige Tageszeitung. Ein Gespräch mit den Chefredakteuren Andreas Ebel und Dr. Siegbert Schütt.

06.05.2017

Thema Wohlfahrtsverbände: Gremium verschiebt alle AfD-Anträge

09.05.2017

Rechte Szene schürt Ängste in sozialen Netzwerken

09.05.2017

Im vergangenen Jahr starben in MV neun Menschen an Rauschgift

09.05.2017