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Skelettfund: Ex-Partner vor Gericht

Neuruppin/Neubrandenburg Skelettfund: Ex-Partner vor Gericht

34-Jähriger soll Lebensgefährten ermordet haben / Leiche erst Jahre später entdeckt

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Der Angeklagte wird in den Gerichtssaal gebracht.

Quelle: Foto: B. Settnik/dpa

Neuruppin/Neubrandenburg. . Knapp zwei Jahre nach dem Fund eines Skeletts in einem uckermärkischen Brunnen steht der Ex-Lebenspartner des Opfers wegen Mordes seit gestern vor dem Landgericht Neuruppin. 2009 soll Meik E. aus Eifersucht und finanziellen Sorgen auf dem gemeinsamen Anwesen in Schönermark bei Prenzlau seinen Partner erschlagen und in einen Brunnen geworfen haben. Erst im Juni 2015 wurde das Skelett bei Bauarbeiten entdeckt. Die Anklage spricht von Mord aus Habgier und anderen niedrigen Beweggründen.

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34-Jähriger soll Lebensgefährten ermordet haben / Leiche erst Jahre später entdeckt

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Opfer und mutmaßlicher Täter betrieben einen Sonderpostenmarkt erst in Neubrandenburg, später in Friedland (Mecklenburgische Seenplatte). 2008 zogen sie mit Bekannten privat nach Schönermark, behielten aber das Geschäft. Anfang 2009 kam es laut Staatsanwaltschaft zu Problemen. Das Opfer habe sich einem neuen Mann aus Cottbus zugewandt. Der heute 34-Jährige habe gefürchtet, geschäftlich und auch privat kaltgestellt zu werden. Den Eltern des Opfers sei vorgegaukelt worden, dass ihr Sohn sich abgesetzt habe und auf Weltreise gegangen sei, erklärte Nebenklage-Anwalt Thomas Weichelt.

Laut Verteidigung sitzt der Falsche auf der Anklagebank. „Die Indizien sind nicht geeignet, die Täterschaft meines Mandanten zu belegen“, unterstrich Verteidiger Andreas Boine. Nach seinen Worten seien Zeugenaussagen unberücksichtigt geblieben, die einen anderen Mitbewohner des Paares schwer belasteten. Bei diesem Mann handele es sich um einen mehrfach verurteilten Gewalttäter. Dieser habe einem Zeugen gestanden, dass er aus Eifersucht das Opfer erschlagen habe. Der Zeuge sei aber von der Staatsanwaltschaft als nicht glaubwürdig eingestuft worden, weil er alkohol- und drogenabhängig sei. Laut Nebenkläger-Anwalt habe der Zeuge seine Aussage zurückgenommen. Der Mitbewohner kann nicht mehr vernommen werden, weil er 2015 verstarb. Der Prozess wird fortgesetzt.

20-Jährige trifft beim Trampen auf ihren Mörder

Anja Lutter (20) verlässt am 24. November 1992 gegen 20.15 Uhr das Rostocker Abendgymnasium. Die 20-Jährige will die 15 Kilometer von Rostock zu den Eltern nach Dummerstorf trampen. Dort kommt sie aber nie an. Lebend wird die junge Frau das letzte Mal an der B 103 gesehen, als sie an einem hellen Trabant 601 steht und sich mit dem Fahrer unterhält. Vier Monate später, am 23. März 1993, finden Arbeiter in einem Wassergraben in der Conventer Niederung bei Börgerende (heute Landkreis Rostock) den Körper der jungen Frau. Die Hände und die Füße sind gefesselt, die Leiche ist mit Steinen beschwert. Eine Obduktion ergibt später, dass Anja von hinten mit einem Messer erstochen wurde und verblutet war. Von dem Täter fehlt bis heute jede Spur.

Ungeklärte Mordfälle in MV: Mädchen (10) verschwindet beim Spielen

Susann Jahrsetz (10) spielt am 12. August 1994 auf einem Hof im Neubauviertel „Am Zachow“ in Malchin (heute Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) mit zwei gleichaltrigen Jungen Tischtennis. Als es zu regnen beginnt, laufen die Kinder durch den Keller ins Haus. Dabei verschwindet das 10-jährige Mädchen plötzlich. Vier Jahre später finden Arbeiter ihre skelettierte Leiche 25 Kilometer entfernt in einem Entwässerungsschacht auf einem Acker bei Charlottenhof. Im selben Haus wie Susann wohnt zur Tatzeit ein wegen Mordes vorbestrafter 31-jähriger Mann. In der Anklageschrift vom 13. September 1999 wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann Mord und Vergewaltigung vor. Das Landgericht Neubrandenburg lehnt einen Prozess wegen Mangels an Beweisen jedoch ab.

Schwesternschülerin wird missbraucht und ermordet

Simone Kohrs (17) aus Katzenow bei Stralsund wird am 9. Januar 1992 Opfer eines brutalen Mordes. Die 17-Jährige wartet an der Haltestelle in Katzenow auf den Bus nach Stralsund. Der fährt an diesem Tag aber nicht wie sonst um 19 Uhr, sondern erst 20.52 Uhr. Zeugen sehen die Schwesternschülerin in einen Pkw einsteigen. Die Ermittlungen ergeben: Simone wird mit Äther betäubt, missbraucht und ermordet. Die weitgehend unbekleidete Leiche entdeckt ein Lkw-Fahrer am Morgen des 10. Januar 1992 auf der illegalen Müllkippe Duvendiek. Bei Gehag finden Forstarbeiter fünf Tage später Kleidungsstücke des Opfers. Trotz verheißungsvoller Spuren und Speicheltests von über 3500 Männern aus der Region Nordvorpommern ist der Mörder bis heute nicht gefunden.

Georg-Stefan Russew

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