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So eine Demse: Sommerhitze lässt den Norden schmoren

So eine Demse: Sommerhitze lässt den Norden schmoren

Meteorologen sagen weiter hohe Temperaturen sowie Unwetter voraus / Hunderte Schüler bekamen gestern hitzefrei / Bauern hoffen auf ergiebigen Regen

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Touristen und Anwohner erholen sich am Strand von Binz auf der Insel Rügen und genießen die Sonne.

Quelle: Stefan Sauer/dpa

Rostock – Es ist ein Sommermärchen – dank Hoch „Wolfgang“: Heute soll es in Mecklenburg-Vorpommern wieder sehr heiß werden, bis zu 37 Grad Celsius. Bereits gestern stöhnte das Land bei bis zu 33 Grad unter der Hitze. Die einen vor Wonne: Schüler bekamen hitzefrei. Urlauber aalten sich an den Stränden – Strandkorbvermieter und Eisverkäufer hat’s gefreut. Anders die Bauern. Sie sehnen ergiebige Regengüsse her. Nutzpflanzen leiden unter der Sonne.

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Meteorologen sagen weiter hohe Temperaturen sowie Unwetter voraus / Hunderte Schüler bekamen gestern hitzefrei / Bauern hoffen auf ergiebigen Regen

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Die Meteorologen legen sich für die nächsten Tage fest: „Die Hitzewelle ist kurz und heftig, beendet wird sie mit heftigen Unwettern“, sagt Diplom-Meteorologin Corinna Borau vom Internetportal „wetter.net“. Auch nachts wird es zum Teil tropisch mit 20 Grad. Jedoch: Die schwüle Tropenhitze wird durch kräftige Gewitter und Unwetter rasch wieder ostwärts verdrängt. „Am Sonntag geht es mit maximal 28 Grad schon wieder abwärts“, erklärt Corinna Borau. Die neue Woche startet dann wechselhaft: Neben Sonnenschein sind Regenwolken, Schauer und einzelne Gewitter vertreten. Die Temperaturen erreichen kaum die 25 Grad. Es wird für viele also wieder angenehmer.

Das werden die Bauern gerne hören. „Aber so sehr wir uns den Regen wünschen, so sehr hoffen wir auch, dass bei den angekündigten Gewittern am Wochenende nicht noch mehr Schäden entstehen“, betont Detlef Kurreck, Präsident des Bauernverbandes MV. Beim Getreide sei die Lage bereits drastisch. So sei es am Küstenstreifen, auf Usedom und auf dem Darß, sehr trocken. Verschärft wurde das Problem durch die plötzliche Kältewelle zu Jahresbeginn. Aber: „Wir beobachten seit einigen Jahren, dass die Vorsommertrockenheit zunimmt“, erklärt Kurreck.

Auch Kleingärtner klagen, vor allem an trockenen Standorten, über abgefallene Äpfel. Aber da die Bäume gut geblüht hätten, Blüte und Fruchtansatz gut durch die Eisheiligen gekommen seien, sei die Stimmung bei den Obstbauern optimistisch, sagt Dr. Friedrich Höhne, Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in MV. Für große Bäume seien Trockenperioden „kein großes Problem“.

Die schweißtreibenden Temperaturen kurbeln das Geschäft der Strandkorbvermieter an. „Es sind schon viele Gäste bei uns, die einen Strandkorb belegen“, sagt Jens Erdmann vom gleichnamigen Strandkorbverleih in Heringsdorf auf Usedom. Wenn’s zu heiß wird: Die Körbe einfach zur Ostsee drehen und so Schatten sowie kühlenden Wind genießen.

Für Hunderte Schüler gab es gestern an mehreren Schulen in MV hitzefrei. So wurden an der Regionalen Schule Sanitz (Landkreis Rostock) Unterrichtsstunden von 45 auf 30 Minuten verkürzt. Auch an der Regionalen Schule am Kamp in Bad Doberan hatten die Schüler weniger Unterricht. Und am Erasmus-Gymnasium in Rostock war für etwa 425 Schüler mehr als eine Stunde früher Schluss.

In den Notaufnahmen des Landes beginnt jetzt langsam der Sommerbetrieb. „Die zunehmende Urlauberdichte spüren wir schon mit deutlich mehr Verkehrsunfällen und vielen Verletzungen beim Radfahren. Letzteres betrifft vor allem Touristen“, erklärt Privatdozent Dr. Peter Hinz, Leitender Oberarzt und Stellvertretender Direktor der Unfallchirurgie an der Universitätsmedizin Greifswald.

Autos werden zur tödlichen Hitzefalle

50 Grad Celsius können die Temperaturen in Autos betragen, wenn das Innere von der Sonne aufgeheizt wird. Deshalb dürfen Hunde und andere Tiere keinesfalls allein im Auto gelassen werden, auch nicht für wenige Minuten oder wenn es im Schatten geparkt ist.

Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an Tierbesitzer, dass sie für ihre Lieblinge immer einen Schattenplatz ermöglichen. Ebenso eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Denn: Hunde, Katzen & Co. können sich nur durch Trinken oder Hecheln abkühlen, aber nicht durch Schwitzen über die Haut.

Bernhard Schmidtbauer

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