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MV aktuell So soll Wolgast attraktiver werden
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12:27 17.05.2018
Die Wolgaster Altstadt benötigt neue Impulse. Ein professionelles Management und ein Stadtmarketing können helfen, die Situation wieder zu verbessern. Quelle: Tom Schröter
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Wolgast

„Ich bin traurig über Wolgast“, sagt Ur-Wolgasterin Renate von Duisburg. Dabei verweist sie auf die vielen leer stehenden Ladenlokale in der Innenstadt. Wo früher täglich Leute flanierten und ihre Einkäufe erledigten, Kinder zur Schule brachten oder Behördengänge unternahmen, herrscht heute über weite Strecken gähnende Leere. „Und wenn dann an der Chausseestraße erst der neue Lidl- und auch noch ein Rewe-Markt eröffnen, dann“, so ist sich die Seniorin sicher, „haben die noch verbliebenen Geschäfte in der Altstadt noch weniger Kunden.“

Ein Innenstadtmanager soll künftig die Situation lindern helfen und möglichst für einen neuen Aufschwung in der Einkaufslandschaft im Herzen der alten Herzogstadt sorgen. In dieser Woche gaben die Stadtvertreter ihr Ja-Wort zur Einstellung einer solchen Fachkraft, die zunächst zeitlich befristet für ein Jahr angestellt werden und unter dem Dach der Wirtschaftsförderung agieren soll. „Die Projektidee dient zur Stärkung und Belebung des Einzelhandels und des Handwerks im historischen Stadtkern von Wolgast als Beitrag zur strukturellen Fortentwicklung der Stadt-Umlandbeziehung und der Aufwertung als Mittelzentrum sowie als Tourismusmagnet“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Idee aus Wolgast-Forum

Die Idee, sich professionellen externen Beistand im Ringen gegen eine weitere Verödung der Altstadt zu holen, war im Wolgast-Forum geboren worden. „Ein Innenstadtmanager ist ein großes Plus für die Stadt“, meint Forum-Initiator Martin Schröter. „Eine nicht gemanagte Innenstadt kann heutzutage kein Erfolgsmodell sein. Auf jeden Fall muss die Fachkraft von außen kommen und den vollen Rückhalt der Stadtvertretung haben“, so Schröter. „Denn: Er wird neue Dinge vorschlagen und Bestehendes in Frage stellen, und das tut vielleicht auch mal weh.“

Wolgast fehlt derzeit ein Leitbild

Ein konsequentes Quartiermanagement ist laut Schröter besonders wichtig, um mit Nachdruck auf eine Vermietung der Ladenlokale zu dringen. Auch das Verkehrskonzept und das Einzelhandelskonzept der Stadt gehörten unbedingt auf den Prüfstand. „Einen Vollsortimenter an der Chausseestraße zu etablieren bedeutet“, so warnt er, „ein zweites Zentrum zu eröffnen und dies wäre eine fatale Entwicklung für die Altstadt.“ Außerdem: „Im besten Falle sollte Wolgast jetzt auch eine Strukturentwicklungsmaßnahme für eine Fachkraft einleiten, die sich um das Stadtmarketing mit dem Ziel von Gewerbe- und Wohnansiedlung kümmert.“ Was Wolgast nach wie vor fehle, sei ein Leitbild, an dem gemeinsame Entwicklungsziele festgemacht werden.

50 000 Euro für neue Stelle

Knapp 50 000 Euro stehen für die Stelle des Innenstadtmanagers, die laut Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos) demnächst ausgeschrieben werden soll, zur Verfügung. Die Hälfte der Summe stellt das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit MV bereit – im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Strukturentwicklungsmaßnahmen. Mehrere Stadtvertreter sprechen sich für eine Kooperation des Managers mit jenen Gesellschaften aus, die bereits für Wolgast tätig sind. „Ich bin für eine massive Zusammenarbeit mit der Förder- und Entwicklungsgesellschaft Vorpommern-Greifswald und der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern, für die wir auch Geld ausgeben“, erklärt zum Beispiel Reinhardt Plückhahn (Bürger für Wolgast).

Der Bürgermeister dringt indes auf Freiräume für den Manager: „Wir brauchen jemanden von außen, der sich 40 Stunden pro Woche ausschließlich um die Innenstadt kümmert.“ Die Förderung könne jeweils um ein weiteres Jahr verlängert werden. Wichtig sei, dass sich auf die Ausschreibung eine geeignete und engagierte Person meldet, die die Lage zum Besseren zu wenden vermag.

Tom Schröter

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