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MV aktuell Sommerferien: MV fordert Ende von Bayerns Extrawurst
Nachrichten MV aktuell Sommerferien: MV fordert Ende von Bayerns Extrawurst
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00:00 16.04.2013
Von Kristina Schröder
Sprecher des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern Tobias Woitendorf Quelle: Tourismusverband

SchwerinStreit um die Extrawürste von Bayern und Baden-Württemberg: Dort beginnen die Sommerferien jedes Jahr pünktlich Ende Juli. Mecklenburg-Vorpommern hat diese fixen Termine nicht. Hier müssen sich Kinder, Eltern und Lehrer immer an neue Urlaubszeiten gewöhnen. „Das ist ungerecht“, findet Jörg Seifert, Vorsitzender des Philologenverbandes MV. Grund: Rotieren statt 14 künftig alle 16 Länder, treffe der frühe Ferienstart jedes einzelne Land seltener.

In diesem Jahr gehen die Kinder im Nordosten bereits am 22. Juni in die Ferien. Am 5. August müssen sie wieder die Schulbank drücken — im vergangenen Sommer war es der 6. August. „Das ist früh“, findet Seifert. Je später die Ferien beginnen würden, desto besser. Denn: Im August sei die Gefahr des hitzebedingten Unterrichtsausfalls hoch.

Auch Martina Richter, Vorsitzende des Landeselternrates, plädiert für eine Abschaffung des süddeutschen Privilegs. „Aber Bayern hat in vielen Sachen eine Sonderstellung“, moniert Richter. Darum glaube sie nicht, dass sich Bayern diese Extrawurst nehmen lasse.

Der Landestourismusverband würde es ebenfalls begrüßen, wenn möglichst alle Länder den Zeitkorridor ausschöpfen würden. „Der soll die Ferientermine entzerren und am besten 90 Tage betragen“, sagt Pressesprecher Tobias Woitendorf. Zurzeit betrage die Spanne gerade mal 70 Tage. „Das ist zu wenig“, findet Woitendorf. Grund: Mit einem größeren Korridor gäbe es auf den Straßen weniger Staus.

Deshalb sei das wandernde Feriensystem auch eingeführt worden — um eine vernünftige Steuerung der Verkehrsströme zu gewährleisten. „Außerdem lässt sich damit eine bessere Auslastung der Urlauberbetten erreichen“, ergänzt Woitendorf. Und: Je kleiner der Zeitkorridor sei, desto höher würden die Preise steigen. „Außerdem könnten viele Touristen nicht in ihre Wunschurlaubsregion, weil viele Unterkünfte belegt sind“, befürchtet Woitendorf.

Zurzeit verhandeln die Kultusminister über die Sommerferienregelung für 2018 bis 2024. Schleswig-Holsteins und Niedersachsens Bildungsminister setzen sich für eine Neuordnung ein. Ihre Begründung:

Das uralte Argument, bayerische Kinder müssten im August zwingend Ferien haben, weil sie dann bei der Ernte gebraucht würden, dürfte wohl längst überholt sein. Ob Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) die Forderung unterstützt, dazu gab es gestern keine Stellungnahme aus Schwerin. Das bayerische Kultusministerium will von einer Extrawurst nichts wissen.

Welches Bundesland wann Sommerferien macht, sei auf der Kultusministerkonferenz abgesprochen worden. Und zwar „im Konsens“, so ein Sprecher des Freistaates. Seite 2

Langfristige Regelung
Die Sommerferien werden von der Kultusministerkonferenz langfristig vereinbart, die übrigen Ferientermine von den Ländern selbst bestimmt. Die letzte Regelung gilt noch bis 2017.

Zurzeit verhandeln die Kultusminister der Bundesländer über die Sommerferienregelung für die Jahre 2018 bis 2024. Ein Ergebnis wird voraussichtlich Anfang nächsten Jahres erwartet.


Im nächsten Jahr haben die Schüler aus Mecklenburg-Vorpommern vom 14. Juli bis zum 23. August Sommerferien. 2015 dann von 20. Juli bis 29. August, 2016 vom 25. 7. bis 3. September.

Kerstin Schröder

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