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MV aktuell Sommerzeit: Ilse Aigner will nicht mehr an der Uhr drehen
Nachrichten MV aktuell Sommerzeit: Ilse Aigner will nicht mehr an der Uhr drehen
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00:00 22.03.2014
Ministerin Ilse Aigner (CSU)
Rostock

Nein zur Zeitumstellung: Pünktlich zur Uhrumstellung am nächsten Wochenende will die bayrische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) die Sommerzeit stoppen. Das Vor- oder Zurückdrehen des Zeigers verursache bei vielen Menschen einen „Mini-Jetlag“. Die Politikerin will nun eine Internet-Petition starten, um in der EU ein erstes Zeichen zu setzen. Denn eine Abschaffung der Zeitumstellung kann nur auf europäischer Ebene umgesetzt werden.

Eingeführt worden war die Verschiebung im Halbjahrestakt ursprünglich, um durch die bessere Nutzung des Tageslichts Energie zu sparen. „Dieses Argument ist sinnlos“, sagt Siegfried Böpple vom Ingenieurbüro für Energieberatung in Zarrentin (Ludwigslust-Parchim). „Dadurch wird kein Strom gespart.“ Seiner Meinung nach sei eine Abschaffung der Regelung längst überfällig. „Wenn nächsten Samstag die Uhr eine Stunde vorgestellt wird, ist es abends länger hell, morgens dafür noch dunkel.“ Werner Ritter arbeitet bei der Betriebsführung der Stadtwerke Rostock: „In der Stromnutzung können keine signifikanten Veränderungen abgelesen werden“, so der Ingenieur. „Energie ist zudem mehr als nur Strom.“ Eine Stellungnahme des Umweltbundesamtes bestätigt seine These. Darin steht: „Zwar knipsen die Bürgerinnen und Bürger im Sommer abends weniger häufig das Licht an, allerdings heizen sie im Frühjahr und im Herbst in den Morgenstunden auch mehr — das hebt sich gegenseitig auf.“

Uhrmacherin Heike Quaeck findet sie Umstellung ebenfalls unnötig. „Das ist Quatsch“, sagt die Wismarerin. „Trotzdem verdienen wir ja Geld daran, unseren Kunden die komplizierten Multifunktionsuhren umzustellen. Viele sind das aber nicht.“

Fakt ist: Die Sommerzeit und das lästige Uhrumstellen nervt viele. Aigners Theorie eines „Mini-Jetlags“, also einer Schlafstörung aufgrund der Umstellung, kann Professor Johann Christian Virchow, Pneumologe und Chef des Schlaflabors der Unimedizin Rostock, aber nicht bestätigen. Zwar gebe es Menschen, die besonders sensibel auf den veränderten Schlafrhythmus reagieren, „doch wie oft gehen wir eine Stunde später ins Bett als gewöhnlich?“ Andere Studien besagen aber, dass besonders Spätaufsteher mit der Veränderung kämpfen — teilweise den ganzen Sommer über. Doch Virchow ist sich sicher:

„Die Einzigen, die darunter leiden, sind die Kühe.“

Mindestens ein bis zwei Tage brauchen die Tiere, bis sie sich dem neuen Rhythmus angepasst haben. „Die Kühe sind feste Zeiten für das Füttern und Melken gewöhnt“, sagt Martin Piehl, Hauptgeschäftsführer des Bauernverbands im Land. „Aus diesem Grund führen die Bauern die Uhrumstellung schrittweise durch.“

Wann wurde die Sommerzeit eingeführt?
1980 wurde die Zeitumstellung, wie sie heute gültig ist, in Deutschland eingeführt. Durch das längere Tageslicht sollte Energie gespart werden. Diese Überlegung war eine Nachwirkung aus der Ölkrise in Deutschland 1973. Erstmals wurde die Zeit 1916 umgestellt. 1947 gab es für drei Jahre sogar eine Hochsommerzeit.
• Ist die Uhrumstellung sinnvoll?
Umfrage: www.ostsee-zeitung. de



Vanessa Kopp

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