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MV aktuell Sparen? Für viele reicht’s dafür nicht
Nachrichten MV aktuell Sparen? Für viele reicht’s dafür nicht
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00:00 23.06.2016
Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern legen im bundesweiten Vergleich am wenigsten auf die hohe Kante. Quelle: Andrea Warnecke/dpa

Schwerin – Die Verbraucher in Mecklenburg-Vorpommern legen im bundesweiten Vergleich am wenigsten auf die hohe Kante. Im Jahr 2014 sparten sie im Schnitt je Einwohner 997 Euro und damit 5,6 Prozent ihres verfügbaren Einkommens, so das Statistische Landesamt. Das waren zwar 113 Euro mehr als im Jahr davor, aber immer noch weniger als in jedem anderen Bundesland. Im Durchschnitt der neuen Länder betrug die Sparquote 6,5 Prozent, im Bundesdurchschnitt 9,5 Prozent. Größtes Sparhindernis in MV sind die niedrigen Einkommen. Auch beim Konsum bildet der Nordosten das Schlusslicht: 2014 gab jeder Einwohner des Landes im Schnitt 16758 Euro für den privaten Konsum aus. Dies entsprach 85,2 Prozent des Bundesdurchschnitts. „Wie viel packt ihr in den Sparstrumpf?“, fragte die OZ ihre Leser.

Für Thomas Gens steht fest: „Wenn Arbeit auch ,Einkommen’ und nicht nur oftmals gerade noch ,Auskommen’ bedeuten würde, könnten sich viele die Frage stellen.“ Derzeit jedoch bleibe bei den „Normalverdienern“ nicht viel für den Sparstrumpf. „Sparen, das Wort ist mir zwar ein Begriff, doch an der Umsetzung hapert es“, sagt Anke Syniawa. Nicht zuletzt deshalb, weil die Regierung und die Politiker nicht in der Lage seien, für eine gerechte Entlohnung für gute Arbeit zu sorgen. Sie würden lieber die große Wirtschaft und deren Machthaber unterstützen. „Für mich steht fest, so eine Politik wähle ich nicht.“ Siegfried Hartmann schreibt: „Ich kann nichts auf die hohe Kante legen, es reicht kaum zum Leben in diesem Sozialstaat als Rentner! Aber die Politiker wissen, wo die Kante ist.“ Peter Ahrens stimmt ihm zu: „Wenn am Monatsende die Börse leer ist, bleibt nichts mehr zum Sparen.“ Ebenso Sandra Blendow, die meint: „Ach, wovon denn auch? Wir Arbeitnehmer bekommen nirgends Nachlass oder was umsonst. Wir müssen alles bezahlen.“ Monika Kirsch erklärt: „Sparen kenn’

ich, Geld kann man sparen. Aber wie, wenn am Monatsende nix bleibt?“ Und Torsten Paschke sagt: „Vom Hungerlohn kann man nichts sparen.“ Auch Theo Zander spart „gar nix“. Er habe zu wenig Geld und zu hohe Kostenpunkte. Svenja Jansen antwortet auf die Spar-Frage: „Nix. Geld kommt und ist weg.“ Conny Sikora sagt lapidar:

„Nix.“ Marikka Kurzenberg fragt sich: „Wovon sollen die Verbraucher in MV auch sparen?“ Und für Ronny Griese ist eine andere Frage interessant: „Was ist ein Sparstrumpf?“

In der Debatte sieht Max Kindler noch ein anderes Problem: „Als ob hier Leute für Konsum (Freizeit, Spaß und Spiel) knapp 17 000 Euro zur Verfügung hätten. Das verdienen die meisten hier nicht mal netto im Jahr.“ Nino Spiekermann erklärt: „Das mit dem Sparen und Konsum kann ja auch nichts werden. Nach der DM sind die Preise doppelt so hoch und nur noch der halbe Lohn.“ Und der Lohn gehe im Vergleich zur Teuerung seitdem auch immer weiter runter. Mirko Damm meint dazu: „Bei sehr vielen liegt es sicherlich daran, dass sie von ihren Arbeitgebern nur als Saisonkräfte beschäftigt werden und so gar keine andere Möglichkeit haben, als sich einmal jährlich zum Oktober beim JobCenter zu melden.“ Rene Schmidt bringt die Spar-Debatte auf den Punkt: „Nicht was wir verdienen, macht uns reich, sondern was wir behalten.“

Geld auf der hohen Kante

1,1 Billionen Euro liegen zurzeit auf den Girokonten von Sparern in Deutschland – 57 Prozent mehr als im Jahr 2010. Damals waren es knapp 700 Milliarden Euro. Vor sechs Jahren waren viele Menschen wegen der Finanzkrise in Panik geraten. Das hat den Sparwillen nicht negativ beeinflusst. Ebenso wenig die Niedrigzinsen, die Geldinstitute zurzeit anbieten.141 Milliarden Euro ihres Geldvermögens horten die deutschen Privathaushalte außerdem in bar – in den eigenen vier Wänden oder in Schließfächern. Das ist ein Zuwachs von 40 Prozent in den letzten fünf Jahren.

Bernhard Schmidtbauer

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