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Spektakulär: Wismarer Wracks sind Koggen aus der Hansezeit Genaue Größe der Schiffe noch unbekannt / Experten erhoffen sich Erkenntnisse über mitte...

Wismar Spektakulär: Wismarer Wracks sind Koggen aus der Hansezeit Genaue Größe der Schiffe noch unbekannt / Experten erhoffen sich Erkenntnisse über mittelalterlichen Schiffbau / Freilegung bis Anfang September geplant

Wie groß und wie gut sie erhalten sind, das wird die Bergung zeigen: Ende August/Anfang September sollen die beiden Schiffswracks, die im Wismarer Hafen entdeckt wurden, freigelegt werden.

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Die „Wissemara“, Nachbau einer Kogge.

Quelle: Zeigert

Wismar. Wie groß und wie gut sie erhalten sind, das wird die Bergung zeigen: Ende August/Anfang September sollen die beiden Schiffswracks, die im Wismarer Hafen entdeckt wurden, freigelegt werden. Doch fest steht schon jetzt: Es ist ein spektakulärer Fund. Ersten Untersuchungen zufolge handelt es sich tatsächlich um mittelalterliche Koggen aus der Hansezeit.

OZ-Bild

Wie groß und wie gut sie erhalten sind, das wird die Bergung zeigen: Ende August/Anfang September sollen die beiden Schiffswracks, die im Wismarer Hafen entdeckt wurden, freigelegt werden.

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„Erste Proben haben ergeben, dass das Holz von einer der Planken aus dem Jahr 1200 stammt. Dieses Schiff könnte also aus dem 13. oder 14. Jahrhundert stammen“, erklärt Kai Schaake, wissenschaftlicher Projektleiter bei der Firma UWA-Logistik. Die erforscht für das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege die historischen Funde. Von den Ergebnissen erhoffen sich die Archäologen neue Erkenntnisse: „Zum einen wissen wir noch sehr wenig über den Schiffbau in dieser Zeit“, sagt Schaake. Zum anderen wäre der Fund ein Zeugnis aus der Gründungszeit der Hansestädte und „dadurch sehr wertvoll“.

Ende April wurden die Schiffswracks entdeckt, als Experten für die geplante Hafenerweiterung das Gelände nach Munitionsresten absuchten (die OZ berichtete). Durch Baggerarbeiten wurden die Schiffe leicht beschädigt. Die Arbeiten im Hafen gehen indes weiter. Kai Schaake und seine Kollegen haben in den vergangenen Wochen alles vorbereitet, dass die Munitionsbergung wie geplant fortgesetzt werden kann. „Wir haben den entscheidenden Bereich abgesteckt, um diesen herum arbeiten die Bagger wieder“, erläutert Schaake.

Die Holzteile liegen sehr tief im Schlick, so dass die kompletten Ausmaße noch unbekannt sind. „Wir wissen aber schon, dass es sehr massive Planken sind“, verrät der Archäologe. „Rein nach dem Bauchgefühl könnte das bedeuten, dass es sich um große Schiffe handelt.“ Ob die Funde lediglich für die Forschung oder auch für eine breite Masse interessant sind, werde sich erst nach der Freilegung und Bergung zeigen. „Je nachdem wie viel von dem tatsächlichen Schiff noch zu erkennen ist“, sagt Schaake.

Erst vor kurzem hatte ein anderer Schiffsfund in MV für Aufsehen gesorgt: Ende Juli hatten Kanu-Wanderer in der Warnow bei Sagsdorf (Kreis Ludwigslust-Parchim) durch Zufall einen alten Einbaum freigelegt. Nach erster Expertenschätzung könnte das aus einem Baumstamm gehauene Boot 100 bis 4000 Jahre alt sein. Das Landesamt für Denkmalpflege ließ den Fund ins nahe Freilichtmuseum Groß Raden bringen, wo er wieder ins Wasser gelegt wurde. Klarheit über das Alter soll bei nächster Gelegenheit eine wissenschaftliche Analyse des Holzes liefern.

Vanessa Kopp und Axel Büssem

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