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MV aktuell Spendables Land: Klinkmann kassiert 150000 Euro als Botschafter für Gesundheit
Nachrichten MV aktuell Spendables Land: Klinkmann kassiert 150000 Euro als Botschafter für Gesundheit
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05:32 27.05.2016

Er hat viele Verdienste um Wissenschaft und Gesundheitswirtschaft im Land: Prof. Horst Klinkmann (81), Vater des Biocon Valley, Ehrenpräsident des Kuratoriums Gesundheitswirtschaft MV und von Fußball-Drittligist Hansa Rostock, Visionär, international gefragter Experte bei künstlichen Organen. Klinkmann hat sich im Vorjahr offiziell aus dem Bereich Gesundheitswirtschaft zurückgezogen. Einen lukrativen Job hat er allerdings mitgenommen: Bis 2018 verdient er als „Berater und Botschafter in der Gesundheitswirtschaft für den Ministerpräsidenten“

und Ministerien 150 000 Euro. Das geht aus einer Auflistung aus Berater- und Dienstleistungsaufträgen hervor, die die Landesregierung an Dritte vergibt. In den Jahren 2014 und 2015 haben die Ministerien in Summe 23,5 beziehungsweise 22,7 Millionen Euro für solche Leistungen bezahlt. Angefragt hatte der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Saalfeld.

Klinkmann erhält demnach in den Jahren 2016 bis 2018 genannte 150000 Euro. Von einer „Versüßung des Lebensabends“ spricht Saalfeld. „Die Landesregierung muss jetzt offenlegen, ob Klinkmann nur fürs Händeschütteln dieses üppige Honorar bekommt oder ob anspruchsvolle Gegenleistungen erbracht werden müssen.“

Regierungssprecher Andreas Timm bestätigt den Vertrag. Klinkmann verfüge international über Kontakte und Fachwissen, „sodass die Regierung darauf nicht verzichten möchte“, so Timm. Der Vertrag sehe eine Maximalvergütung von 50000 Euro pro Jahr vor. Neben einer Pauschale für „internationale Tätigkeit“ werde die Arbeit bei Leistung abgerechnet. Viele Kosten übernehme er dennoch privat, so Klinkmann.

Die Liste der Berater und Dienstleister der Regierung ist lang. Aufgaben: Gutachten, Rechtsberatung, Werbekampagnen. So kassiert die Biocon Valley GmbH für 2014 zwei Millionen Euro für die Erstellung eines „Masterplans Gesundheitswirtschaft“. Auslöser: das Wirtschaftsministerium. Agrarminister Till Backhaus (SPD) überweist pro Jahr rund zwei Millionen Euro für die Bearbeitung von Prämienanträgen von Bauern an die Data-Experts GmbH, Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) eine ähnliche Summe an das Forschungszentrum in Jülich, das die Förderung von Hochschulen koordiniert. Für seine Lehrerkampagne zahlt Brodkorb einer Agentur 2015/16 insgesamt 648000 Euro. Das Gros seien Anzeigenkosten, so ein Sprecher. Durch die Kampagne habe man „so viele Pädagogen wie noch nie eingestellt“. 575 im Schuljahr 2014/15.

Frank Pubantz

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