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Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Mediziner

Neubrandenburg Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Mediziner

Ärztekammer MV hat vier Neubrandenburger Kollegen angezeigt / Sachverständiger prüft Akten

Neubrandenburg. /Rostock. Schwerwiegender Verdacht gegen vier Mediziner des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums in Neubrandenburg: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sie wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. Die Ärztekammer hatte Anzeige gegen ihre Berufskollegen erstattet. Laut Staatsanwaltschaft geht es um mehrere Patienten.

„Wir haben geprüft, ob sich Anhaltspunkte ergeben, dass es sich um Straftaten handeln könnte“, sagt Gerd Zeisler, Sprecher der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg. Im Raum stand die Frage, ob es zu Verletzungen der ärztlichen Sorgfaltspflicht gekommen sein könnte. Ermittler haben am Montag Patientenakten sichergestellt, die ein medizinischer Sachverständiger prüfen soll.

Durchsuchungen und Beschlagnahmungen seien aber nicht nötig gewesen, weil die Behandlungsunterlagen herausgegeben wurden, teilt Cornelia Langbecker, Sprecherin der Klinik, mit. Von möglichen Ermittlungen habe man vorher nichts gewusst. Was die Ärztekammer zu der Anzeige veranlasst habe, könne das Klinikum nicht beurteilen und kritisiert, dass die Ärztekammer den Beschuldigten zuvor kein „rechtliches Gehör“ gewährt hätte.

„Es handelt sich immer noch um einen Anfangsverdacht“, macht Zeisler deutlich. Deshalb seien „unter Beachtung der Unschuldsvermutung und aus ermittlungstaktischen Gründen weitergehende Angaben nicht möglich“. Unklar bleibt, wie viele Menschen durch Behandlungsfehler zu Schaden oder Tode gekommen sein könnten. Auch Frank Theodor Loebbert, Geschäftsführer der Ärztekammer, möchte keine Zahlen nennen und verteidigt das Vorgehen der Kammer: „Sofern wir von Sachverhalten erfahren, die einen Straftatbestand erfüllen können und hohe Schutzgüter wie Leib und Leben betroffen sind, entscheidet der Vorstand im Einzelfall, ob eine Mitteilung des Sachverhalts an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden erfolgt“, so Loebbert.

Dass gegen Mediziner in MV ermittelt wird, kommt immer wieder vor. Meistens aber kämen die Anzeigen von Angehörigen oder Patienten. Eine Anzeige der Ärztekammer gegen Kollegen sei seltener, so die Staatsanwaltschaft. Erst im vergangenen November erhob die Rostocker Justiz Anklage gegen Thomas M. Ehemalige Patienten warfen dem Neurochirurgen unter anderem vor, sie mit nicht korrekt durchgeführten und teils unnötigen Wirbelsäulenoperationen verletzt zu haben. Viele Betroffene erlitten bleibende Schäden und wurden berufsunfähig.

Die Schlichtungsstelle zur Begutachtung ärztlicher Behandlungsfehler konnte 2016 einen Rückgang der Anträge auf Entschädigung wegen Behandlungsfehlern verzeichnen. 256 Mal wollten Patienten Ansprüche geltend machen. 80 Prozent der Fälle stammen aus den Kliniken im Land, die meisten aus Orthopädie und Unfallchirurgie.

40000 Patienten versorgt das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum, zugleich Lehrkrankenhaus der Universität Greifswald, nach eigenen Angaben pro Jahr stationär.

Philip Schã¼lermann

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