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MV aktuell Stasi-Vorwurf: Kritik an Ehrung von Medigreif-Chef Enderlein
Nachrichten MV aktuell Stasi-Vorwurf: Kritik an Ehrung von Medigreif-Chef Enderlein
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15:55 25.05.2013
Von Kristina Schröder
Dietmar Enderlein (70). Quelle: Norbert Fellechner
Greifswald

Umstrittener Preisträger: Die Ehrung des Greifswalders Dietmar Enderlein (70) mit dem Unternehmerpreis Mecklenburg-Vorpommern gerät zunehmend in die Kritik.

Der Gründer der Medigreif- Unternehmensgruppe hätte die Auszeichnung für sein Lebenswerk nicht verdient, finden die Gewerkschaft Verdi und die DDR-Opfer-Hilfe. Sie werfen Enderlein vor, Arbeitnehmerrechte zu missachten und Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit gewesen zu sein.

„Das ist für die ehemals politisch Verfolgten ein Schlag ins Gesicht“, sagt Ronald Lässig, Vorsitzender der DDR-Opfer-Hilfe. Der Preisträger hätte sich nicht um die Grundwerte demokratischen Gemeinwesens verdient gemacht. „Jahrelange eifrige Spitzeltätigkeit für die SED-Diktatur dürfte nicht dazugehören“, moniert Lässig. Er fordert von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) eine Erklärung. Der hatte Enderlein am Mittwoch mit dem Sonderpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Wie Glawes Pressesprecher Gunnar Bauer betont, sei die Entscheidung der Jury einstimmig gewesen — nach einem Vorschlag von Unternehmen aus der Region und Mitarbeitern. „Der Preis würdigt die unternehmerische Leistung“, sagt Bauer. Enderlein hätte die Entwicklung der Gesundheitswirtschaft „maßgeblich vorangetrieben“ und sich um den Erhalt von Arbeitsplätzen, zum Beispiel in Wolgast und Heringsdorf, verdient gemacht.

Die Gewerkschaft Verdi sieht das anders: „Arbeitsplätze sind eine positive Sache, aber auch die Bedingungen müssen stimmen“, sagt Bezirkschef Berd Gembus. Medigreif-Mitarbeiter würden nicht nach Tarif bezahlt und zumindest in einem Teil der Unternehmensgruppe gebe es keine Betriebsräte, moniert Gembus. „Positive Beispiele sind möglich, aber die dürfen nicht zulasten der anderen Beschäftigten gehen“, meint er.

Dietmar Enderlein will den Preis nicht zurückgeben: „Es ist das gute Recht, zu kritisieren. Ob es sachlich oder angebracht ist, ist sicher die zweite Frage“, so Enderlein. Zwar habe er mehrere Verpflichtungserklärungen unterschrieben, klassischer IM (Inoffizieller Mitarbeiter) der DDR-Staatssicherheit sei er jedoch nicht gewesen. Auch die Kritik an den angeblich schlechten Arbeitsbedingungen seiner Mitarbeiter weist Enderlein zurück: Über die Hälfte der 600 Beschäftigten werde übertariflich bezahlt, Ärzte in den Kliniken nach der geltenden Tabelle des Marburger Bundes plus 100 Euro Zulage. Enderlein zur Bezahlung der anderen: „Es bekommt keiner unter 6,50 Euro.“

Die Landesregierung verlangt bei öffentlichen Aufträgen die Zahlung von mindestens 8,50 Euro pro Stunde. „Wir werben mit den Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden dafür, dass möglichst viele Unternehmen im Land Tariflohn zahlen“, so Regierungssprecher Andreas Timm. Enderlein habe nach 1990 die Unternehmensgruppe Medigreif aufgebaut, „die heute einer der wichtigsten Akteure der Gesundheitswirtschaft in MV ist“.

Zentrum für Abiturienten und Berufsschüler
Fünf Rehabilitationskliniken in Mecklenburg-Vorpommern gehören zur Medigreif-Gruppe sowie Zentren der gesundheitlichen und sozialen Versorgung. In Greifswald zählt dazu ein Schulkomplex, in dem Grundschüler ebenso lernen wie Abiturienten und Berufsschüler.

Kerstin Schröder

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