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Steuererklärung: Geld zurück gibt’s erst nach Monaten

Rostock Steuererklärung: Geld zurück gibt’s erst nach Monaten

Finanzämter in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten besonders langsam / Das Amt in Hagenow ist Schlusslicht in ganz Deutschland / Finanzministerin verspricht Besserung

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Finanzministerin Heike Polzin (SPD)

Quelle: dpa

Rostock. In einer Woche endet die Abgabefrist für die Einkommenssteuerklärung – doch wer dann Geld vom Finanzamt erstattet bekommt, muss in Mecklenburg-Vorpommern oft besonders lange warten. Laut einer aktuellen Stude benötigt das Finanzamt Hagenow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) im Schnitt 87 Tage für die Bearbeitung der Unterlagen. Es ist damit die langsamste Steuerbehörde bundesweit. Zum Vergleich: Wer in Bielefeld wohnt, bekommt schon nach 29 Tagen Post vom Fiskus.

Auch andere Finanzämter in MV sind alles anders als flott. Am zügigsten werden die Anträge noch in Rostock, Ribnitz-Damgarten und Wismar bearbeitet. Die Wartezeit entspricht hier mit knapp über 50

Tagen dem Bundesschnitt (53). Im Vergleich der 16 Bundesländer landet MV aber abgeschlagen auf Rang 14. Nur im Saarland und in Bremen dauert’s noch länger.

Oft lohnt sich das Warten: Wenn das Amt zu viel gezahlte Steuer erstattet, dann im Schnitt 875 Euro. Manchmal verlangt die Behörde aber auch Geld zurück: Laut Statistischem Bundesamt beträgt die durchschnittliche Nachforderung dann 954 Euro.

Für die neue Studie wertete das Internet-Portal „Lohnsteuer Kompakt“ 100000 Einkommensteuer-Erklärungen aus dem Zeitraum von Mai 2015 bis April 2016 aus. „Die Zahlen sind belastbar“, sagt Geschäftsführer Felix Bodewees. Dass Hagenow Schlusslicht ist, hat laut Vorsteher Heinz-Joachim Jost Gründe: Eine große Krankheitswelle habe zu den „langen Laufzeiten“ geführt. Außerdem wurden im Frühjahr 2015 viele Beamte pensioniert. Ersatz für sie kam erst zum allgemeinen Einstellungstermin im September. „Das ist ein großes Ärgernis“, sagt Rainer Kersten vom Bund der Steuerzahler. Er wirft den Verantwortlichen in den Finanzministerien vor, die Ämter im Regen stehen zu lassen. Keiner interessiere sich für Klagen von Finanzbeamten über fehlende Ausstattung. Kersten: „Wenn Polizisten neue Schusswesten fordern, ist das anders.“ Auch die Organisation in den Ämtern sei nicht optimal. So dauere es in der Regel zwei bis vier Wochen, bis der fertige Steuerbescheid ausgedruckt und verschickt wird.

Finanzministerin Heike Polzin (SPD) präsentiert eigene Zahlen: Nach ihren Angaben dauert die Bearbeitung in Mecklenburg-Vorpommern 52 Tage, sechs Tage mehr als im bundesweiten Schnitt. Für die Probleme gebe es mehrere Ursachen: Umstrukturierungen, Bauarbeiten bei der Behörde in Rostock, „unvorhersehbare personelle Ausfälle“ in Hagenow und die Fusion der Ämter in Waren und Malchin. Ziel sei, die Bescheide in 50 Tagen zu schaffen. Seite 2

Hamburg ist am schnellsten

86,6 Tage dauert die Bearbeitung der Steuererklärung in Hagenow. Weitere Ämter aus MV: Greifswald (68,6), Waren (57,6), Schwerin (56,5), Neubrandenburg (56,2), Stralsund (55,3), Rostock (54,1), Wismar (51,7), Ribnitz-Damgarten (50,8). Im Schnitt dauert es in MV 59,8 Tage. Unter den Bundesländern geht es in Hamburg (45), Rheinland-Pfalz (46,6) und Berlin (46,8) am schnellsten.

Gerald Kleine Wördemann

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