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Steuergeld für Werften-Jobs?

Rostock Steuergeld für Werften-Jobs?

Starthilfe vom Steuerzahler: Wenige Tage nach dem Kauf der Nordic-Werften in Wismar, Rostock und Stralsund durch die malaysische Genting-Gruppe sprechen sich Politiker ...

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Die Volkswerft Stralsund wurde an den Genting-Konzern verkauft.

Quelle: Stephan Sauer/dpa

Rostock. Starthilfe vom Steuerzahler: Wenige Tage nach dem Kauf der Nordic-Werften in Wismar, Rostock und Stralsund durch die malaysische Genting-Gruppe sprechen sich Politiker parteiübergreifend für staatliche Hilfen für den neuen Schiffbau-Verbund aus. Damit sollen die Beschäftigten in der Übergangszeit gehalten werden.

Die Sicherung der 1400 Arbeitsplätze dürfe nicht „an einem mangelnden Engagement des Landes scheitern“, sagt Helmut Holter, Fraktionschef der Linken im Landtag. „Die Umstellung zum Kreuzfahrtschiffbau ist eine große Herausforderung“, meint der CDU- Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg (CDU). Daher wäre eine Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen während einer Kurzarbeitsphase „vernünftig“.

Auch die Grünen lehnen eine Förderung nicht grundsätzlich ab, mahnen aber zur Vorsicht — vor dem Hintergrund der P+S-Pleite, die das Land 270 Millionen Euro kostete. Jürgen Suhr, Grünen-Fraktionschef im Landtag: „Wir sollten genau schauen, wie nachhaltig so eine Förderung ist.“

Ein Sprecher von Landesarbeitsministerin Birgit Hesse (SPD) bestätigt erste Gespräche, weitere sollen folgen. Die Werft will sich nicht äußern, es seien noch viele Fragen offen. Nach OZ-Informationen gibt es Probleme bei der geplanten Kurzarbeit. Nordic-Yards-Chef Witalij Jussufow mit seinem russischen Team und die Genting-Manager sollen bei ihren Verträgen die deutschen Rechtsvorschriften zu wenig beachtet haben. Details zur rechtlichen Form des Betriebsübergangs seien unklar. Das erschwert nun offenbar die Bewilligung von Kurzarbeitsgeld durch die Bundesagentur für Arbeit.

Kurzarbeit ist maximal für zwölf Monate zulässig, die Beschäftigten erhalten bis zu 67 Prozent des letzten Nettolohns. Es können Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt werden, die normalerweise aber nur nach einer Einzelfallprüfung vom Land gefördert werden. IG-Metal-Bezirkschef Daniel Friedrich fordert Genting auf, ein Konzept für die Standorte vorzulegen. Erst wenn klar sei, was, wo und wann gebaut wird, könne man über Überbrückungsmaßnahmen sprechen. Neben Kurzarbeit kämen dazu Arbeitszeitkonten und Fachkräfte-Austausch mit anderen Werften infrage. Auf der Bremerhavener Lloyd-Werft, die dem neuen Werften-Verbund den Namen gibt, löste die Übernahme von Nordic nach Gewerkschaftsangaben auch Unbehagen aus. Beschäftigte fürchteten, ihr Betrieb verliere an Bedeutung, hieß es.

„Mit ihrem ersten Schiff wird die Gruppe sicher kein Geld verdienen“, sagt Schiffbau-Professor Stephan Krüger von der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Für den Erhalt der Standorte und Arbeitsplätze sei die Übernahme gut. Kreuzfahrtschiffbau sei aber sehr anspruchsvoll. Wie schnell man scheitern könne, zeige der von vielen Pannen begleitete Bau der neuen Aida-Schiffe auf der japanischen Mitsubishi-Werft.

Ein Finne für Wismar

Jarmo Laakso vertritt seit dieser Woche die Interessen des Genting-Konzerns in der neuen Werften-Gruppe. Der Finne rückt in den Vorstand der Lloyd-Werften auf, die seit dem 1. März aus den Schiffbaubetrieben in Bremerhaven, Wismar, Stralsund und Rostock bestehen. Laakso wird pendeln — seine Schreibtische stehen in Bremerhaven und in Wismar.

Lloyd-Vorstandschef Rüdiger Pallentin bekräftigte gestern erneut, keiner der insgesamt 1700 Beschäftigten müsse um seinen Job bangen. Es gebe genug Arbeit für zehn Jahre. In MV will die Genting-Gruppe, zu der mehrere Kreuzfahrt-Reedereien gehören, Rümpfe für eine Reihe neuer Kreuzfahrtschiffe bauen, die in Bremerhaven ausgestattet werden sollen.

Von Gerald Kleine Wördemann

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