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Störtebeker erobert Hamburg

Hamburg/Stralsund Störtebeker erobert Hamburg

Die Stralsunder Braumanufaktur eröffnet in der Elbphilharmonie auf drei Etagen zwei Restaurants und einen Shop / Mehr als 200 Gäste sollen dort Platz finden

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Strahlt Gemütlichkeit aus: Blick in einen Teil des neuen Restaurants „Beer & Dine“ in der fünften Etage der Elbphilharmonie.

Hamburg/Stralsund. Vorhang auf in der Elbphilharmonie: Im neuen Wahrzeichen Hamburgs eröffnet am Freitag die Störtebeker Braumanufaktur aus Stralsund ihr neues Flaggschiff – knapp zweieinhalb Monate vor der eigentlichen Eröffnung des Konzerthauses. Auf drei Etagen werden die Bierkreationen aus Mecklenburg-Vorpommern in den Restaurants des Konzerthauses schon jetzt angeboten. 140 neue Mitarbeiter wurden dafür bislang eingestellt – und es sollen noch mehr werden.

OZ-Bild

Die Stralsunder Braumanufaktur eröffnet in der Elbphilharmonie auf drei Etagen zwei Restaurants und einen Shop / Mehr als 200 Gäste sollen dort Platz finden

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Nach mehr als zehn Jahren des Planens und Bauens herrscht ein paar Tage vor der Eröffnung reges Treiben im fünften Stockwerk der Elbphilharmonie. Zeit, um den Blick mal in Ruhe über den Hamburger Hafen schweifen zu lassen, bleibt Jürgen Nordmann, Inhaber der Störtebeker Braumanufaktur, in diesen Tagen kaum. Elf Jahre ist es her, dass er mit dem Unternehmen aus Stralsund den Zuschlag der Ausschreibung für die Gastronomie erhielt. „Das war ein großes Glück für uns. Hier fand der Mythos des Klaus Störtebeker sein Ende. Die thematische Verbindung ist also da“, sagt Nordmann. Denn der Seeräuber Klaus Störtebeker wurde 1401 in Hamburg enthauptet.

Für die Expansion seines Unternehmens ist der neue, zusätzliche Standort in Hamburg zwar nicht das Ende – jedoch das Ende eines langen Wartens. „Das Gute war: Ideen zu unserem Konzept in Hamburg kamen und gingen. Jetzt sind wir froh über das, was wir hier errichtet haben“, sagt Nordmann. Besonders freuen ihn die Details: „Überall ist unsere Kogge aus Stralsund zu sehen – auf Stühlen, in Reliefs an der Wand. Man sieht, wo wir herkommen“, sagt der Störtebeker-Chef.

Christoph Strenger, Geschäftsführer der East Group, mit der Nordmann die Gastronomie in Hamburg zusammen betreibt, hat aber noch Verbesserungswünsche. „Einige Tische müssen ausgetauscht werden. Ich wünsche mir mehr Platz für die Gäste. Ein wenig Zeit haben wir noch.“

Die Fertigstellung der Elbphilharmonie war zunächst für 2010 geplant, dann aber immer wieder verschoben worden. Am 11. Januar 2017 soll nun letztendlich die Eröffnung gefeiert werden. Für die knapp 1400 Menschen, die am Bau des Hauses bislang beteiligt waren, gibt es jedoch schon morgen eine Feier. „Wir kochen unter anderen für Bauarbeiter, Architekten und Handwerker“, sagt Störtebeker-Chefkoch Andreas Pechatschek. Unter seiner Leitung werden vor allem Gerichte der nordischen Küche angeboten. „Also alles, was oberhalb von Hamburg liegt“, sagt der 34-Jährige. Er lasse sich überwiegend von dänischen und baltischen Gerichten inspirieren. „Hier gibt’s keinen Ricotta, sondern Buttermilch.“ Einen Testlauf hat er mit seinen Mitarbeitern schon bestanden. Am Montag kochte mit ihnen für 500 Gäste.

Das Team in der Küche besteht bisher aus 22 Mitarbeitern, davon 14 Köche. „Für das kommende Jahr suchen wir allerdings noch mehr Personal“, sagt Pechatschek. Für die Restauranteröffnung am Freitag seien seine Leute aber gut aufgestellt.

Wenn dieser Tag geschafft ist, genießt Jürgen Nordmann vielleicht doch den Ausblick von der Elbphilharmonie. „Dann schaue ich Schiffen beim An- und Ablegen zu.“

Luxuriöses Wahrzeichen

110 Meter hoch ist die Hamburger Elbphilharmonie. Der Bau des Konzerthauses hat knapp 800 Millionen Euro gekostet. 77 Millionen waren ursprünglich veranschlagt. Die Eröffnung wurde schrittweise von 2010 auf 2017 verschoben. Immer wieder gab es Verzögerungen. Neben Konzertsälen gehören auch ein Luxus-Penthouse und ein Hotel zum Gebäude.

Für einen Schreck sorgte gestern während der Eröffung der Störtebeker-Restaurants ein Feuerwehreinsatz. Durch Bauarbeiten wurde so viel Staub aufgewirbelt, dass ein Rauchmelder Alarm geschlagen hatte. Zwei Löschzüge, ein Löschboot und weitere Einsatzwagen mit insgesamt 45 Mann seien losgeschickt worden. Kurze Zeit später sei klar gewesen, dass es sich nur um aufgewirbelten Baustaub gehandelt habe.

Michaela Krohn

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