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Stolperstart für neue Kita-Erzieher-Ausbildung

Stolperstart für neue Kita-Erzieher-Ausbildung

Auftakt im Sommer geplant, doch Kita-Träger halten sich zurück / Zu viel unklar

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Rostock . Wenige Wochen vor dem geplanten Start der neuen Kita-Erzieher-Ausbildung in MV sorgen die Vorbereitungsprobleme der Landesregierung für Zurückhaltung bei Kita-Trägern. Sie sollen Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen, das Land will den schulischen Teil an seinen fünf staatlichen beruflichen Schulen in Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Güstrow und Vorpommern-Rügen abdecken. Aber noch ist offen, ob und wo Klassen eröffnet werden können. Denn viele Kita-Träger beteiligen sich vorerst nicht an der dualen Ausbildung, obwohl der Bedarf groß

„„Wir haben Handlungsbedarf

bei den Fachkräften

in unseren Kitas.“

Stefanie Drese Sozialministerin

ist. Grund: Unklarheiten.

Beispiel Diakonie: Das kirchliche Sozialwerk gehört mit landesweit 112 Kindertagesstätten, in denen 10500 Mädchen und Jungen betreut werden, zu den Großen der Szene. Nach Kenntnis des Diakonischen Werkes MV – des Landesverbandes der Diakonien – beteiligt sich nur einer ihrer Träger an der neuen Ausbildung. Die Rostocker Stadtmission, Träger von neun Kitas, gehört zu den vielen, die nicht mitmachen. Rolf Gauck von der Mission verweist darauf, dass noch die gesetzliche Grundlage fehle. Ein weiterer Grund sei, dass der Zeitrahmen für die Vorbereitung der Ausbildung zu knapp bemessen sei. Außerdem soll ein Azubi bei der Personalberechnung so viel gelten wie 0,4 Erzieher, muss aber selbst betreut werden.

Der größte Träger in Schwerin, die städtische Kita GmbH mit 20 Kindertagesstätten und Horten, beteiligt sich ebenfalls nicht. Auch die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Schwerin macht nicht mit. In Rostock wiederum beteiligt sich die Awo, Träger von vier Kitas in der Stadt mit derzeit 84 Erziehern. Geschäftsführer Sven Klüsener habe der örtlichen Berufsschule „Alexander Schmorell“ vier Plätze gemeldet. Die Nachfrage sei nach Veröffentlichungen in der Presse groß gewesen. Rund 30 Bewerbungen habe er bekommen. Das Durchschnittsalter betrage 26 Jahre, es handele sich zumeist um Quereinsteiger, die schon eine andere Berufsausbildung haben. Nächstes Jahr will Klüsener fünf Kita-Erzieher-Azubis einstellen.

Der Geschäftsführer der Awo Sozialdienste Uecker-Randow GmbH, Helmut Grams, erklärt hingegen: „Wir werden uns nicht beteiligen. Die Nachfrage ist null.“ Peggy Lehm vom AWO-Landesverband bedauert, dass die praxisintegrierte Ausbildung zum Kita-Erzieher (PiA) offensichtlich nicht die gewünschte und ursprünglich geplante Wirkung im ländlichen Bereich entwickelt. „Im ländlichen Bereich gibt es sehr viele kleine Einrichtungen. Für kleine Einrichtungen ist PiA von vornherein nicht angelegt“, sagt Lehm.

Das Kindertagesförderungsgesetz (Kifög) soll im Juli im Landtag geändert werden, doch erst vor wenigen Tagen haben sich die Koalitionäre SPD und CDU über dem Thema zerstritten. Die Sozialdemokraten waren mit ihren Vorstellungen an die Öffentlichkeit gegangen, ohne den Koalitionspartner CDU zu informieren. Die Sozialdemokraten wollen die Verhandlungen gern morgen wieder aufnehmen – ob es dazu kommt, ist offen.

Die Linke spricht angesichts des Streits und des Zeitdrucks von Chaos. Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) will aber am Beginn der Ausbildung im Sommer festhalten. „Wir haben Handlungsbedarf bei den Fachkräften in unseren Kitas“, sagte sie. „Ich halte es deshalb für richtig, ein Jahr früher als ursprünglich geplant loszulegen.“

Zwei Standorte für Kita-Erzieher-Ausbildung geplant

Im Schuljahr 2017/18 soll an zwei Standorten in MV die neue Kita-Erzieher-Ausbildung beginnen. Eine Berufsschulklasse soll 25 Schüler haben, Bewerbungsschluss war der 14. Juni. Wie viele Bewerbungen an den fünf Standorten eingegangen sind, konnte das Bildungsministerium zunächst nicht mitteilen. Demnach ist auch unklar, wo Klassen eröffnet werden und ob alle Interessenten bei der Stange bleiben, wenn vor Ort vielleicht keine Klasse zustande kommt.

Iris Leithold

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