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MV aktuell Stralsunder Mehmel-Orgel wird durch Neubau ersetzt
Nachrichten MV aktuell Stralsunder Mehmel-Orgel wird durch Neubau ersetzt
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00:00 10.05.2017
Holzbildhauermeister Karsten Püschner untersucht eine Figur an der Mehmel-Orgel in der Kulturkirche St. Jakobi in Stralsund. Quelle: Foto: Stefan Sauer/dpa

In der Stralsunder Kulturkirche St. Jakobi haben gestern die Arbeiten zur Restaurierung des Gehäuses der historischen Mehmel-Orgel begonnen. Das Instrument selbst soll nach Angaben von Kirchenmusikdirektor Frank Dittmer beinahe vollständig durch einen Neubau ersetzt werden.

Unter den insgesamt 3000 Pfeifen würden sich lediglich 200 in der neuen Orgel befinden, die der Stralsunder Orgelbauer Friedrich Albert Mehmel (1827-1888) zwischen 1870 und 1877 in seiner Werkstatt angefertigt hat. Teile der vorhandenen Mechanik Mehmels sollen ausgebaut und in der Kirche eingelagert werden. Grund dafür ist nach offizieller Lesart der hohe Zerstörungsgrad des Instrumentes.

Der im Vergleich zur Mehmel-

Orgel kleinere Neubau soll im Jahr 2020 fertig sein und Schätzungen des Stralsunder Sanierungsträgers SES zufolge 2,85 Millionen Euro kosten. Ein Großteil der Summe wird mithilfe von Fördermitteln finanziert, ein kleinerer Teil soll aus Spenden bezahlt werden.

Damit dürfte nun eine kontroverse Debatte einsetzen. Denn: Bislang war von allen Seiten gegenüber Spendern, Stiftungen sowie den Fördermittelgebern der öffentlichen Hand stets betont worden, dass das Geld in die Restaurierung der Mehmel-Orgel fließen würde. Hansestadt und Bundesregierung wollen jeweils eine Million Euro in das Vorhaben investieren.

Die Pläne sind aber von einer eigens eingesetzten Orgelkommission zur Begutachtung des Zustandes der Mehmel-Orgel verworfen worden. Stattdessen befürwortet die Runde, der vor allem Kirchenmusiker, aber keine aktiven Orgelbauer angehören, einen fast vollständigen Neubau. Darin sollen neben den rund 200 Holzpfeifen aus der Mehmelwerkstatt auch Einzelteile untergebracht werden, die von Jakobi-Orgeln aus der Zeit zuvor stammen. 1732 war Orgelbauer Christian Gottlieb Richter (Stettin) mit einem Neubau beauftragt worden, der um 1780 von Ernst Julius Marx (Berlin) deutlich erweitert worden ist.

Nach Ansicht der Orgelbaufirma Eule in Bautzen sei eine Rekonstruktion der Mehmel-Orgel nach wie vor möglich und lohnenswert, heißt es in einem entsprechenden Schreiben. Diese Haltung sei auch dem Sanierungsträger SES mitgeteilt worden.

Benjamin Fischer

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