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MV aktuell Stralsunder machen Wallenstein wieder Beine
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00:05 21.07.2016

Die Hansestadt Stralsund ist belagert: Gaukler, Markttreibende in historischen Kostümen und Landsknechte haben die Stadt am Sund fest in der Hand. Es gibt keinen Zweifel mehr daran, dass dort ab heute Abend die traditionellen Wallensteintage gefeiert werden.

Mit diesem Volksfest wird alljährlich an den Sieg über General Wallenstein und seine Truppen im Jahr 1628 erinnert. Los ging es schon gestern Abend vor dem Rathaus, als Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) das diesjährige Festbier zum historischen Spektakel angestochen hat. Während es heute auf dem Alten Markt mit mittelalterlicher Musik auf der Bühne und einem Konzert der Folkband Sally Gardens beschwingt losgeht, jagt ab morgen ein Höhepunkt den nächsten. Was bei dem Spektakel auf keinen Fall fehlen darf, ist der traditionelle Festumzug, der um 16 Uhr am städtischen Hansa-Gymnasium startet und bei dem über 500 Teilnehmer erwartet werden. Zuvor gibt es um 14.45 Uhr beim ersten Aufmarsch der Landsknechte mit Waffenschau und Musketenschießen ordentlich Radau auf dem Alten Markt.

Dort wird sich auch das historische Treiben konzentrieren – mit Ständen und einer Bühne, auf der es abwechselnd Musik, Gaukelei, Feuershows und Schauspiel gibt. Gruselig wird es morgen Abend, wenn sich um 22.15 Uhr der „Pestzug“ in Bewegung setzt, mit dem an das Jahr 1629 erinnert werden soll, als dem „Schwarzen Tod“ ein Großteil der Stralsunder Bevölkerung zum Opfer fiel. Entlang der Semlower Straße, in der auch Stände zum Verweilen und Schauen einladen, ist am Hafen hinter dem Ozeaneum eine große Bühne aufgebaut, auf der Konzerte – unter anderem von der Rostocker Celtic-Rockband Bad Penny zu erleben sind.

Wer durch die Schillanlagen und über die Hansa-Wiese schlendert, um sich in den Feldlagern der Landsknechte, Musketiere und Kanoniere umzuschauen, die in diesem Jahr sogar aus Großbritannien und Tschechien anreisen, ist schon mal am richtigen Ort, um sich den Anlandungsversuch der kaiserlichen Truppen an der Sundpromenade anzuschauen. Sie werden am Sonnabend um 14 Uhr von der Wasserseite aus versuchen, die Stadt zu belagern und – wie damals – auf bewaffneten Widerstand treffen. Die Ohren zuhalten sollten sich die Zuschauer dann um 18 Uhr sowie am darauffolgenden Sonntag um 15

Uhr auf der Hansa-Wiese, wenn der Kampf um Stralsund mit Musketen- und Kanonendonner nachgestellt wird. Und da sich die Sanierung der Rathausfassade verschiebt, kann sie auch bei den diesjährigen Wallensteintagen mit einem Barockfeuerwerk in Szene gesetzt werden.

Zur Kinderspeisung wird am Sonntag um 14.15 Uhr auf den Alten Markt eingeladen. Einst bekamen die Kinder aus den Armen- und Waisenhäusern der Stadt von den betuchteren Bürgern Spenden überreicht, woran die Kinderspeisung erinnert. Nur: Heute wird in der Hansestadt symbolisch leckerer Blechkuchen verteilt. Im Anschluss daran erklingen die Trompeten zum sogenannten Hohnblasen, um den Abzug der Wallenstein’schen Truppen lautstark zu feiern.

• Infos: www.wallensteintage.de

Miriam Weber

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