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MV aktuell Streit um Feriendomizile eskaliert: Kühlungsborner Politiker bedroht
Nachrichten MV aktuell Streit um Feriendomizile eskaliert: Kühlungsborner Politiker bedroht
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02:25 24.03.2014
Ich bin zuletzt mehrfach massiv bedroht worden — auch am Telefon.“ Knut Wiek (71), SPD-Stadtvertreter
Kühlungsborn

Der landesweite Streit um Ferienwohnungen in „allgemeinen Wohngebieten“ eskaliert — aktuell im Ostseebad Kühlingsborn. Hier ist jetzt die Kriminalpolizei gefordert.

Denn Knut Wiek (71), SPD-Stadtvertreter und Gegner von Feriendomizilen in Wohngegenden, wird wegen seiner Haltung von Unbekannten bedroht und unter Druck gesetzt.

Doch Wiek lässt sich nicht einschüchtern und hat die Polizei eingeschaltet. Auch seine politischen Gegner sind über die Drohungen empört. Bürgermeister Rainer Karl (parteilos) spricht von einem „nicht zu tolerierenden Vorgang“.

Wiek hatte sich in Kühlungsborn in der Debatte um die betreffenden Feriendomizile für klare Regeln und im Zweifel auch für Verbote ausgesprochen. Dies macht ihn nun offenbar zum Feindbild der Kleinvermieter: „Der Geschädigte erhielt vor zwei Tagen einen Brief von einem unbekannten Absender. In diesem wird er beleidigt. Zudem droht der Verfasser an, unwahre Tatsachen zu verbreiten, um den Mann in der Öffentlichkeit verächtlich zu machen“, bestätigt das Polizeipräsidium Rostock. „Wir ermitteln wegen übler Nachrede und Verleumdung.“ Die Drohungen stünden im Zusammenhang mit Wieks „Votum bei Abstimmungen“ in der Stadtvertretung. Es gehe um den Ferienwohnungs-Streit.

Der Hintergrund des Kühlungsborner Falls ist in einer Entscheidung des Greifswalder Oberverwaltungsgerichts zu suchen. Dieses hatte im Jahre 2007 Ferienwohnungen in „allgemeinen Wohngebieten“ für rechtswidrig erklärt. Ein Problem für Tausende Kleinvermieter und Kommunen entlang der Ostseeküste. Entweder ändern die Kommunen die Pläne und legalisieren die Unterkünfte nachträglich — oder die Landkreise müssen das Verbot durchsetzen. Allein in Kühlungsborn fürchten 700 Vermieter um ihre Neben-Einkünfte. 70 Verbotsverfahren laufen bereits. In Rerik sind 85 Prozent aller Gästebetten in Gefahr.

„Vor dem Brief bekam ich mehrfach Drohanrufe“, erklärt Wiek auf Nachfrage. In dem Schreiben, das in Berlin abgeschickt wurde, sei er unter anderem aufgefordert worden, vom Grenzturm in Kühlungsborn Selbstmord zu begehen. „Ich soll eingeschüchtert werden. Beim Streit geht es ja auch um wirtschaftliche Interessen.“

Bürgermeister Karl zeigt sich entsetzt: Dass ein Stadtvertreter, der nur Gewissen und Gesetz verpflichtet sei, mit kriminellen Methoden „umgestimmt“ werden soll — „darüber bin ich entsetzt und böse.

Lars Zacher (CDU) sagt: „So etwas geht nicht. Wir machen das alle als Ehrenamt und haben nur das Beste für den Ort im Sinn.“ Auch die Bürgerinitiative „Pro Urlauber als Nachbarn“ distanziert sich entschieden von dem Brief.



Andreas Meyer

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