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Streitfall Haustier: Nicht ohne meinen Hund

Rostock Streitfall Haustier: Nicht ohne meinen Hund

Tierhalter verzweifeln bei der Wohnungssuche / Vermieter fürchten Risiko

Rostock. Eine passende Wohnung zu finden ist nicht einfach. Sie muss bezahlbar sein, die richtige Größe und am besten noch die perfekte Lage haben. Wer außerdem noch einen tierischen Freund mitbringt, der verzweifelt oft bereits bei der Suche, denn Hund und Katze sind nur selten wirklich erwünscht.

Felicitas Kübler musste diese Erfahrung bereits einige Male machen. Vor drei Monaten ist sie nach Stralsund gezogen und suchte für sich und ihre Katzen eine Bleibe. Schnell war eine tierfreundliche WG gefunden. Wenn auch die Bewohner begeistert vom tierischen Zuwachs waren, musste Kübler feststellen, dass sich die Freude des Vermieters in Grenzen hielt. Zwei Katzen seien in einer Wohnung zu viel. Mit Hilfe von Bekannten konnte die 32-Jährige schließlich eine kleine Wohnung für sich und ihre Tiere organisieren. „Es war ein glücklicher Zufall, dass der Neffe einer Kollegin einen Nachmieter suchte“, erzählt Kübler.

Ähnlich ging es der Studentin Maria Moll. Die gebürtige Greifswalderin suchte vergangenes Jahr für sich und ihren Hund ein neues Zuhause in Rostock. Fast zwanzig Wohnungen besichtigte sie, bevor ein Mietvertrag zustande kam. Begründet wurden die Absagen stets mit einem Verweis auf die Größe ihres Hundes. Diese stelle eine Zumutung für andere Mieter dar. Lediglich bei kleinen Hunden würde man gelegentlich eine Ausnahme machen. „Ich wurde einmal gefragt, was ich als Studentin mit einem Hund will. Ich hätte bessere Chancen, wenn ich ihn abgeben würde“, erzählt die 27-Jährige.

Wieso Hunde bei Vermietern ungern gesehen werden, das erklärt Lutz Heinecke, Präsident des Landesverbandes Haus & Grund Mecklenburg-Vorpommern: „Ein Vermieter hat dafür Sorge zu tragen, dass der Hausfrieden nicht gestört wird.“ Tiere, die möglicherweise Lärm verursachen oder Dreck hinterlassen, seien eine Zumutung für die Mitmieter. Daher bedürfe es stets einer Einzelfallprüfung. Ob ein Wohnobjekt für die Tierhaltung geeignet sei, entscheide der Vermieter. Dass sich oft gegen ein Tier entschieden wird, liege daran, dass Vermieter sich möglichen Ärger ersparen möchten.

Das bestätigt auch Hagen Hildebrandt, Vorstandsmitglied der WG Warnow Rostock-Warnemünde. Beim Halten von Haustieren sei Rücksichtnahme besonders zu beachten. „Wir prüfen, um welche Art es sich handelt und ob im gewünschten Mietobjekt geeignete Bedingungen vorliegen“, sagt Hildebrandt. „Wenn eine Gefahr für die anderen Mieter ausgeschlossen werden kann, genehmigen wir die Haltung.“

Auch Jana Pohl von der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Greifswald betont, dass das Halten von Tieren die Nachbarn nicht beeinträchtigen dürfe und somit nur unter Vorbehalt erlaubt werde.

„Werden die Nachbarn durch die Hunde deutlich gestört, müssen wir leider die Gestattung zurücknehmen. Der Hund darf dann nicht mehr in der Wohnung gehalten werden“, erklärt Pohl.

Kai-Uwe Glause vom Deutschen Mieterbund kennt die Rechte und Pflichten von Vermieter und Mieter gut. Vermieter dürfen das Halten von Hund und Katze untersagen, sofern die Bestandsmieter sich durch das Tier belästigt fühlen. Dies sei auch ein Grund, Mietinteressenten abzulehnen.

„Es muss zunächst davon ausgegangen werden, dass ein Recht auf Haltung besteht. Im Falle einer Ablehnung muss der Grund ersichtlich sein“, sagt Glause. Ein grundsätzliches Verbot sei nach Paragraph 307 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) unwirksam, wie ein Urteil des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 2013 bestätigt. Dass ein Tier, wie im Beispiel von Maria Moll, allein wegen seiner Größe untersagt wird, sei ihm in der Rechtsprechung nicht begegnet. Die Größe könne jedoch ein Indiz dafür sein, dass der Hund laut ist oder viel Dreck macht, wodurch sich die Mitmieter belästigt fühlen.

Wer sich mit Hund oder Katze auf Wohnungssuche begibt, dem rät Glause, den Besitz der Tiere offen anzusprechen, um für klare Verhältnisse zu sorgen. Sollte sich dennoch keine geeignete Bleibe finden lassen, müsse man erwägen, aufs Land zu ziehen. Dort sei es mit Sicherheit einfacher, eine geeignete Wohnmöglichkeit zu finden.

Susanne Gidzinski

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