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MV aktuell Strompreis: MV zahlt am meisten
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00:00 01.12.2017
Rostock

Teure Energie: In Mecklenburg-Vorpommern zahlen Verbraucher mit die höchsten Strompreise in der gesamten Europäischen Union. 1131 Euro kostet der Stromverbrauch im Durchschnitt eine Familie (4000 Kilowattstunden) derzeit pro Jahr nach Angaben des Internetportals Verivox – ein Spitzenwert im deutschland- und EU-weiten Vergleich.

In MV haben sich die Strompreise demnach „in den letzten zehn Jahren um knapp 40 Prozent verteuert“.

Zusammen mit Dänemark belegt Deutschland den Spitzenrang in der EU: 30,50 Euro zahlten die Verbraucher im ersten Halbjahr 2017 im Schnitt pro 100 Kilowattstunden. Das teilte das europäische Statistikamt Eurostat jetzt mit. Der EU-Durchschnitt liegt bei 20,40 Euro. Mehr als die Hälfte des deutschen Strompreises besteht dabei aus Steuern und Abgaben – gegenwärtig 56 Prozent laut Verivox.

Die regionalen Strompreisunterschiede in Deutschland seien „vor allem auf die hohen Netzentgelte zurückzuführen. Diese sind in MV besonders hoch“, erklärt der Energieexperte des Internetportals, Mathias Köster-Niechziol. Nur in Brandenburg sei die Durchleitung von Strom noch teurer. Die IHK Rostock fordert daher, Netzentgelte gerechter umzulegen. „Wenn Strom dort, wo er entsteht, am preiswertesten wäre, könnte das dazu beitragen, die Akzeptanz für erneuerbare Energien in jenen Regionen zu steigern, aus denen sie kommen “, sagt IHK-Präsident Claus Ruhe Madsen. Zudem könnten sie Anreiz sein für Unternehmen, sich dort anzusiedeln.

Für die Schweriner AfD-Fraktion sind die hohen Strompreise ein Anlass, die Energiepolitik generell infrage zu stellen: „Im Klartext bedeutet das, dass die Energiewende nicht nur nutzlos ist, weil mit ihr kein Gramm CO2 eingespart wurde, sie ist auch völlig unsozial“, beklagt AfD-Mann Christoph Grimm.

Es sei „absurd, den Klimawandel zu leugnen und die Rückkehr zur Atomkraft zu fordern“, entgegnet Mignon Schwenke, Linksfraktion. Für bezahlbaren Strom müssten vielmehr „Kosten für die Netze gerecht verteilt, die Stromsteuer sowie unberechtigte Rabatte für die Industrie abgeschafft werden“. Strom dürfe kein Luxusgut werden. „Es ist beinahe putzig zu sehen, wie vehement sich die AfD den Hunderten wissenschaftlichen Analysen zum Thema Erderwärmung widersetzt“, betont Philipp da Cunha von der SPD-Fraktion. Darüber hinaus gelte: „Der Strompreis in MV ist zu hoch“. Die SPD kritisiert daher die Ausnahmen von der EEG-Umlage für die Industrie.

„In vielen Fällen kann ein Stromanbieterwechsel bares Geld sparen“, sagt der Fachbereichsleiter Energie bei der Verbraucherzentrale MV, Sascha Beetz. Doch sollten Verbraucher auf Kleingedrucktes in Verträgen achten – etwa bei Laufzeiten oder Boni. Kommentar axm

OZ

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