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Sturm: Lkw-Fahrer erschlagen, Bahnverkehr eingestellt

Unwetter „Xavier“ Sturm: Lkw-Fahrer erschlagen, Bahnverkehr eingestellt

Sturmtief fordert Tote in MV und Hamburg. Bahnverkehr im Nordosten komplett eingestellt. Tausende Menschen ohne Strom.

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Spaziergänger in Timmendorf auf der Insel Poel: Sturmtief „Xavier“ hat den Bahnverkehr in großen Teilen Norddeutschlands am Donnerstag komplett lahmgelegt, auch der westliche Teil von Mecklenburg-Vorpommern ist betroffen.

Quelle: Jens Büttner / Dpa

Berlin. Sturmtief „Xavier“ hat in Mecklenburg-Vorpommern ein Menschenleben gefordert. Am Donnerstagnachmittag kippten an der Bundesstraße 191 in Neu-Karstädt bei Ludwigslust durch starke Windböen Bäume um. Nach Angaben der Rettungskräfte landete einer dieser Bäume oder ein Ast auf dem Fahrerhaus eines Lastwagens.

Sturmtief fordert Tote in MV und Hamburg. Bahnverkehr im Nordosten komplett eingestellt. Tausende Menschen ohne Strom.

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Der Fahrer, zu dessen Identität die Polizei zunächst keine Angaben machen konnte, habe bei dem Unfall tödliche Kopfverletzungen erlitten, sagte ein Polizeisprecher. Die Bundesstraße war voll gesperrt. Zuvor war in Hamburg eine Frau auf ums Leben gekommen, als ein Baum auf ihr Auto fiel.

Sturmtief „Xavier“ richtete in Mecklenburg-Vorpommern viel Schaden an. Der erste Herbststurm dieses Jahres ließ vor allem in den Kreisen Ludwigslust-Parchim und Westmecklenburg sowie in Schwerin unzählige Bäume umknicken und fegte Ziegel von den Dächern. Wie die zuständigen Polizeisprecher sagten, wurden zahlreiche Straßen unpassierbar. Betroffen waren auch die viel befahrenen Bundesstraßen B 321 zwischen Crivitz und Schwerin, B 5 zwischen Grabow und Boizenburg sowie B 105 zwischen Dassow und Wismar. Polizei und Feuerwehr seien im Dauereinsatz, kämen zum Teil aber selbst nur schwer zu den Einsatzorten, hieß es.

Bahnverkehr lahmgelegt

Wegen des Sturmtiefs „Xavier“ hat die Deutsche Bahn am Donnerstagnachmittag den Zugverkehr in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg komplett eingestellt. Das teilte ein Bahnsprecher in Berlin mit. Auch die S-Bahnen in Berlin fahren bis auf weiteres nicht mehr.

Zuvor hatte die Bahn gemeldet, dass der Zugverkehr in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen, der S-Bahnverkehr in Hamburg ruhe. Ursache waren auf die Gleise oder in die Oberleitungen gewehte Bäume, die einen durchgehenden Bahnverkehr unmöglich machten. Auf offener Strecke befindliche Züge versuchten, noch den nächsten Bahnhof zu erreichen.

Stromausfälle und Unfallsituation in MV

In Westmecklenburg kam es zu flächendeckenden Stromausfällen. Wie die Wemag Netz GmbH mitteilte kam es wegen des Sturmtiefs zu Störungen im Großteil ihres Netzes. Aktuell seien etwa 35 000 Kunden vom Stromausfall betroffen. Auf Grund der Vielzahl an Störungen könne das Unternehmen derzeit keine genauen Ortsangaben machen. Wie lange die Störungsbeseitigung dauert, könne aktuell noch nicht gesagt werden.

Laut Polizei seien in MV bislang vier Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit dem Sturmtief „Xavier“ bekannt. Alle ereigneten sich auf der A19. Allein drei davon zwischen den Anschlussstellen Laage und Glasewitz. Der vierte fand an der Anschlussstelle Rostock-Ost in Richtung Rövershäger Chaussee statt. Es blieb bei Sachschäden.

Sturm tötet Frau in Hamburg

Aufgrund des Sturms ist in Hamburg eine Frau ums Leben gekommen. Ein Baum sei auf ihr Auto gefallen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Mindestens zehn weitere Menschen seien bei dem Unwetter verletzt worden. Allein in Hamburg habe die Feuerwehr binnen zweier Stunden über 600 sturmbedingte Einsätze gehabt.

In Hamburg rief die Feuerwehr die Bevölkerung der Hansestadt am Donnerstagnachmittag auf, nicht rauszugehen. „Warnung für Hamburg. Halten Sie sich aktuell nicht im Freien auf, bleiben Sie im geschützten Bereich“, twitterte die Feuerwehr.

Auch in Schleswig-Holstein war die Feuerwehr im Dauereinsatz. Im Kreis Dithmarschen und der näheren Umgebung musste die Feuerwehr 700 Mal ausrücken, wie ein Feuerwehrsprecher am Donnerstagnachmittag sagte. Keller stünden unter Wasser, Bäume seien unter auf Straßen gefallen. Personen seien nicht zu Schaden gekommen.

Auch Flugreisende betroffen

Auch Flugreisende mussten Einschränkungen hinnehmen. Die S-Bahn fuhr nicht mehr zum Airport. Immerhin ein Drittel der Passagiere komme mittlerweile per S-Bahn, sagte eine Sprecherin. Auch könne es wegen des Sturms zu Verspätungen bei den Flügen kommen.

Sturmtief „Xavier“ fegt mit Windstärken von 9 bis 11 über den Nordosten. Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia auf der Insel Hiddensee wurden die Spitzenwerte in Lübz mit Windgeschwindigkeiten von 111 Kilometer pro Stunde (Windstärke 11) erreicht. In Goldberg und Schwerin wurden bislang Spitzen von 93 Kilometer pro Stunde (Windstärke 11) gemessen, sagte Wetterexperte Stefan Kreibohm. „Das Gröbste ist aber vorbei.“

Durch das ungewöhnlich schnelle Auffrischen habe der Sturm großen Schäden verursacht. Ergänzend sei dann noch ein „Windsprung“ hinzugekommen, bei dem die Windrichtung schnell von Süd-West auf Nord gedreht habe. Die belaubten und vom Regen nassen Bäume hätten ideale Angriffsflächen für den Sturm geboten. 

dpa

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Berlin

Die Berliner Feuerwehr hat wegen Sturm „Xavier“ den Ausnahmezustand ausgerufen. Innerhalb einer halben Stunde gingen am Nachmittag rund 50 Notrufe ein, teilte die Behörde mit.

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