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Sturm: Sperrwerk in Greifswald dicht

Greifswald/Zinnowitz Sturm: Sperrwerk in Greifswald dicht

Überspülte Strände, hohe Wellen: Ein erster kräftiger Herbstwind hat die Küste erreicht. Das Sperrwerk in Greifswald wurde geschlossen. In Zinnowitz musste die Seebrücke für Spaziergänger gesperrt werden. In Lauterbach sank ein Sportboot.

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Starke Wellen in Greifswald: Das geschlossene Sperrwerk hält dem Druck des Wassers stand.

Quelle: Kai Lachmann

Greifswald/Zinnowitz. Der erste kräftige Nordost-Wind des Herbstes hat gestern auf die Ostseeküste von MV gedrückt und mit Sturmböen für überspülte Strände gesorgt. In Zinnowitz musste gestern Nachmittag die vordere Hälfte der Seebrücke wegen der überbordenden Wellen für Spaziergänger gesperrt werden. In der Marina „Im Jaich“ im Hafen von Lauterbach auf Rügen sank am Morgen ein offenes Sportboot. Ob der Untergang mit dem Sturm zusammenhing, war laut Wasserschutzpolizei unklar.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hatte angesichts der steifen Brise eine Sturmflutwarnung herausgegeben, die noch bis heute gültig ist. Die Behörde erwartete Wasserstände von bis zu 1,10 Meter über dem mittleren Wasserstand, in Greifswald sogar bis zu 1,20 Meter über Normal. Am späten Nachmittag erreichte der Wert dort einen knappen Meter über dem mittleren Wasserstand.

In der am Greifswalder Bodden gelegenen Stadt wurde erstmals das neue Sperrwerk geschlossen. Damit habe das Werk seine erste Bewährungsprobe erlebt, sagte der Leiter des Staatlichen Amts für Landwirtschaft und Umwelt, Matthias Wolters. Das Küstenschutzbauwerk an der Flussmündung des Rycks, das Ende April nach fünf Jahren Bauzeit in Betrieb genommen worden war, soll die Stadt vor Überflutungen schützen.

Eine Sturmflutwarnung ist die niedrigste von vier Warnstufen, zu denen auch Warnungen vor einer mittleren, schweren und sehr schweren Sturmflut gehören. An den Ostküsten von Usedom und Rügen drückte das Wasser auf die Strände. Urlauber genossen das Naturschauspiel. In Wolgast reichte das Wasser bis zur Kaikante. Strandkorbvermieter auf Usedom und Rügen brachten die letzten Körbe der Saison in Sicherheit. 

Der Wetterdienst Meteomedia auf Hiddensee sprach von einem „Starkwind mit Sturmböen“. An den Ostküsten Vorpommerns wurden Böen mit Stärke 9 und 10 gemessen, sagte Meteorologe Stefan Kreibohm. Ursache für den kräftigen Wind sind das Hoch „Peter“ über Skandinavien und das Tief „Zofia“, das sich vom Schwarzen Meer Richtung Norden bewegt. An der Grenze zwischen dem Hoch und dem Tief entstehe der Wind. Er werde wohl im Laufe des heutigen Donnerstags an Kraft verlieren.

In Zinnowitz (Usedom) reichte das Wasser gestern bis kurz vor den Deichfuß. „Der Sturm hat uns überrascht“, erklärte Standkorbvermieterin Sigrid Luschnitz. Auch im Nachbarort Trassenheide brachte man die Körbe ins Winterlager. „Wir hatten noch Anfragen. Aber bei solch einem Wetter will man nichts riskieren“, so Sigrid Meyer aus Trassenheide. Martina Rathke

OZ

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