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Sturmflut frisst sich in Strände auf Rügen und Usedom

Greifswald Sturmflut frisst sich in Strände auf Rügen und Usedom

Pegel steigen einen Meter über mittleren Wasserstand / Schäden vor allem an den östlichen Küsten / Zug kracht gegen Baum

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Eine Welle peitscht über die Seebrücke von Zinnowitz auf der Insel Usedom. Die Treppe war stellenweise unpassierbar.

Quelle: Stefan Sauer/dpa

Greifswald. . Mit dem anhaltenden starken Nordost-Wind hat die Ostsee auch gestern weiter auf die Ostküsten von MV gedrückt. In Anklam stiegen die Pegelstände im Laufe des Tages immer weiter. In Greifswald, auf der Insel Usedom und am Kleinen Haff gingen sie hingegen langsam zurück. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hob am Vormittag die Sturmflutwarnung auf. Das Sperrwerk in Greifswald sollte gestern noch geöffnet werden.

OZ-Bild

Pegel steigen einen Meter über mittleren Wasserstand / Schäden vor allem an den östlichen Küsten / Zug kracht gegen Baum

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Im Kreis Vorpommern-Greifswald sind die ersten Schäden aufgelaufen. „Wir haben mehrere Stellen, an denen die Deiche weich werden“, sagte Kreissprecher Achim Froitzheim.

In Greifswald-Ladebow musste in der Nacht eine Stelle im unfertigen Deich auf 20 bis 30 Metern mit Sandsäcken abgedichtet werden. 34 Rettungskräfte waren vier Stunden lang im Einsatz, nachdem anströmendes Wasser massiv Boden abgetragen hatte. „Es war zu befürchten, dass Deichflächen abgespült und der nördliche Bereich von Wieck überflutet werden“, sagte Mathias Herenz, Abteilungsleiter der Greifswalder Feuerwehr.

Auch in Leopoldshagen und Riether Stiege sind Deiche durchgeweicht. Deichläufer hätten in der Nacht begonnen, die Küstenschutzanlagen zu kontrollieren. Die B 110 bei Zecherin musste wegen einer teilweisen Überflutung auf einem kurzen Streckenabschnitt halbseitig gesperrt werden.

Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern (Stalu) registrierte jedoch keine nennenswerten Schäden an Deichen und Dünen. „Es hat keine Durchbrüche und Beschädigungen an technischen Küstenschutzanlagen des Landes gegeben“, sagte Amtsleiter Matthias Wolters. Es sei aber zu Strandabspülungen gekommen. Wolters wies Kritik aus dem Ostseebad Zempin auf Usedom zurück, nicht ausreichend in den Küstenschutz vor dem Seebad investiert zu haben. Für den betroffenen Dünenbereich sei das Land nicht zuständig, da es sich nicht um eine zusammenhängend bebaute Ortslage handele.

Dort drohte nach Angaben der Gemeinde ein Wasserdurchbruch durch eine Düne. Dieser habe nur verhindert werden können, indem die Feuerwehr mehrere Ladungen Sand abkippte. Der Bürgermeister des Seebades, Werner Schön, kritisierte, das Land habe die Gemeinde bei Strandaufspülungen immer wieder vertröstet.

Auf Usedom hatte die Feuerwehr auch mit vielen umgestürzten Bäumen zu kämpfen. Am Forsthaus Damerow stieß ein Zug der Usedomer Bäderbahn mit einem auf den Schienen liegenden Baum zusammen. Am Zug entstand Blechschaden. Auch in Binz auf Rügen waren Einsatzkräfte in der Nacht auf den Beinen. Eine Strandbar drohte von den Wassermassen mitgerissen zu werden. Mit einem Bagger wurde Sand aufgeschüttet, um sie vor den Fluten zu schützen.

Ein weiterer Imbiss konnte rechtzeitig abtransportiert werden. Zahlreiche Strandkörbe wurden ins Meer geschwemmt. In Glowe trug die Sturmflut große Teile der Düne ab.

In Wismar waren die Pegelstände mit 108 Zentimetern über dem mittleren Wasserstand am stärksten angestiegen. Schäden wurden jedoch nicht gemeldet. Wegen der nur langsam sinkenden Wasserstände ist der Hochwassermeldedienst weiter im Dauereinsatz, wie Stalu-Amtsleiter Wolters sagte.

Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia wird die Wetterlage mit dem Nordost-Wind bis Samstag anhalten, allerdings wird der Wind langsam abflauen.

Martina Rathke und Axel Büssem

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