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Tank-Test bei der Bundeswehr: Alle fünf Jahre kommt der Tüv

Utzedel/Waren Tank-Test bei der Bundeswehr: Alle fünf Jahre kommt der Tüv

Bundeswehrdepots in MV sind bei Auslandseinsätzen gefragt: Über Warenshof wird Material geliefert, aus Utzedel kommt Sprit für Drohnen.

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Im Bundeswehr-Depot in Warenshof bereiten Hauptfeldwebel Björn Saeger und Frank Geisler den Mannschaftswagen „Dingo“ vor.

Utzedel/Waren. Vorsichtig steigt Alexander Schönert in Utzedel (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) eine Metallleiter in den riesigen dunklen, leeren Treibstofftank hinab. Der 30-jährige Hauptmann leitet das Bundeswehrdepot Ost, zu dem das einzige Bundeswehr-Betriebsstofflager gehört, und inspiziert den Zustand der unterirdischen Betonbehälter.

Einen Monat ist Revision im Tanklager der Kaserne „Demminer Land“ angesagt, die gut versteckt und gesichert in einem Waldstück bei Demmin liegt. „Sonst sind hier je fünf Millionen Liter Diesel und Flugzeugbenzin in den Tanks“, erklärt Schönert. Das sei eine Reserve. Utzedel gehört wie Warenshof bei Waren zum Bundeswehrdepot Ost, das fünf Standorte hat, und auch bei Auslandseinsätzen gefragt ist.

„Wir haben hier alles an Schmierstoffen, was ein Panzer braucht – und auch Hydrauliköl für die Transall-Flugzeuge“, erläutert Schönert. Über Utzedel, wo in mehreren Hallen 150 verschiedene Schmierstoffe und Öle lagern, organisieren etwa 80 Beschäftigte die gesamte Schmierstoffversorgung von Heer und Luftwaffe. Dazu gehört auch die entsprechende Labortechnik. Außerdem werden alle Bundeswehrdrohnen bei Einsätzen im In- und Ausland über das Lager mit Treibstoff versorgt.

Doch derzeit sind vorrangig die Riesen-Tanks im Visier der technischen Überwachung, die alle fünf Jahre stattfindet. „Dabei wird getestet, ob die zwölf Schichten an den Wänden und am Boden in Ordnung sind“, erklärt Standortleiter Henry Niedzella. So gebe es eine Vakuumschicht dazwischen, die bei einem Defekt die nötigen Informationen liefert. Die Frage, ob Utzedel nicht ein Ziel von Terroristen sein könnte, wehrt Niedzella ab: Heer und Luftwaffe würden mit Treibstoff sonst eigentlich direkt versorgt, das hier sei nur eine Reserve und zudem rund um die Uhr gesichert. Dazu gehörten Wachleute, die mit scharfen belgischen Schäferhunden patrouillieren.

Ebenso abgelegen und gesichert zeigt sich der etwa 60 Kilometer weiter südlich gelegene Standort Warenshof bei Waren. Von hier aus werden seit 2014 schon die kurdischen Peschmerga versorgt, die im Nordirak gegen den Islamischen Staat kämpfen. „Wir bereiten derzeit wieder gepanzerte Dingos vor“, erklärt Kraftfahrzeugmeister Björn Saeger.

Ziel ist es, dass sich die Peschmerga künftig auch selbst versorgen und ihre Fahrzeuge selbst instandsetzen können, wie Depotleiter Schönert sagt. Neben fünf Dingo-Mannschaftswagen aus Warenshof werden deshalb auch Ersatzteile in den Nordirak geflogen.

Saeger fährt den bulligen Mannschaftswagen laut ratternd in eine Halle, wo Techniker in einer Grube stehen und das fast zehn Tonnen schwere Fahrzeug von unten inspizieren. „Die Dingos haben 240 PS, können zehn Leute befördern und sind gegen Schusswaffen wie Maschinengewehre und Minen gesichert“, beschreibt Saeger die Eigenschaften des Fahrzeugs. Das betreffe auch den Motor. „Das Wichtigste ist, dass das Fahrzeug im Ernstfall nicht stehenbleiben muss.“ Das wäre ein zu leichtes Ziel. Doch die Erfahrungen der Lager- und Logistikspezialisten sind auch bei Hilfseinsätzen, etwa beim Hochwasser, gefragt. 

„Dann müssen wir so schnell es geht Brennstoff in Kanistern an Einsatzstellen bringen“, sagt Niedzella. Denn wer massenhaft Sandsäcke füllt und stapelt, bekomme Hunger – und jede Feldküche funktioniere nur mit Brennstoff.

Winfried Wagner

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