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MV aktuell Tatort MV: Krimis von der Küste beliebt
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00:05 13.06.2017
Rostock

Mord, Totschlag, Raub: Verbrechen haben Hochkonjunktur in Mecklenburg- Vorpommern. Jedenfalls in gedruckter Form. Denn Krimis, deren Tatorte zwischen Ostseeküste und Seenplatte spielen, werden von immer mehr Lesern gekauft. Darauf stellen sich mittlerweile deutschlandweit etliche Verlage ein. Eine kurze Suche nach „Mecklenburg-Vorpommern Krimis“ im Internet bringt – als nicht repräsentative Momentaufnahme – über 125 Bücher zutage. Sie locken Leser mit Titeln wie „Vermisst in Graal-Müritz“, „Fischland-Mord“, „Feuerfrauen“, „Mörder im Gespensterwald“, „Tödliches Fahrwasser“, „Blutsünde“ oder „Mord an der Müritz“.

Verlage wie Hinstorff, Emons und Gmeiner setzen auf regionale Fälle

Eine breite Palette an Regional-Krimis bietet der Hinstorff Verlag Rostock an. So sind in der Reihe „OstseeKrimis“ bisher 25 Bände erschienen. „Am erfolgreichsten sind unsere Usedom-Titel von Elke Pupke“, berichtet Hinstorff-Sprecherin Elena Fischer. Die Autorin wurde in Bansin geboren. Besonders beliebt sei ihr Buch „Die Toten von Bansin“, mit bisher in 2. Auflage über 5000 verkauften Exemplaren. Aber auch „Tödliches Geheimnis auf Usedom“, „Das Mordhaus am Wald“, „Die Sturmnacht von Bansin“ und ihr neuester Titel „Seebrücke in Flammen“ würden gut verkauft. Zu den Top-Autoren gehört die Schwerinerin Diana Salow, die ihre in der Landeshauptstadt spielenden Werke im Sammelband „Mörderisches Schwerin“ vereint. Ebenso der gebürtige Rostocker Frank Goyke: „Sein Krimi ,Mörder im Gespensterwald’ ist unglaublich gut angekommen“, sagt Elena Fischer.

Der deutlich weiter von der mörderischen Ostseeküste entfernte Emons Verlag in Köln setzt ebenfalls auf Mord & Co. im Nordosten. In der Reihe „Küsten Krimi“, die in MV spielt, kamen bisher 15 Titel auf den Markt, zwei weitere sollen dieses Jahr folgen. „Die Bücher von Corinna Kastner rund um Kassandra Voß, Pensionswirtin in Wustrow auf dem Fischland, sind die erfolgreichsten in dieser Reihe“, sagt Leslie Schmidt, Sprecherin bei Emons. Allein vom ersten Teil „Fischland-Mord“ der Hannoveranerin seien etwa 18000 Exemplare verkauft worden.

Beim Gmeiner-Verlag Meßkirch (Baden-Württemberg) stehen anstelle einzelner Titel erfolgreiche Ermittler (Krimiserien) im Vordergrund. „Dazu zählen die Krimis von Maren Schwarz um Kriminalkommissar Henning Lüders, die eine Gesamtauflage von 15000 Exemplaren umfassen“, sagt Verlagssprecherin Petra Wendler. Maren Schwarz, die im Vogtland lebt, habe mit „Inselfeuer“ einen Krimi mit MV- Bezug um eine Rechtsmedizinerin platzieren können. Etwas Besonderes seien die „Kriminellen Freizeitführer“ von Regine Kölpin aus Friesland. Sie lege unterm Motto „Wer mordet schon . . .“ eine Sammlung von je elf Kurzkrimis vor, die an der Mecklenburger Bucht sowie auf Usedom spielen. Dazu enthalte jeder Band 125 Freizeittipps. In der Region um Usedom hat die Autorin Verwandte.

Im Hinstorff Verlag wird bei den „OstseeKrimis“ Wert auf korrekte lokale und regionale Angaben gelegt. So müssen genannte Straßennamen mit den realen übereinstimmen. „Da unsere Autoren aus den Regionen kommen, über die sie schreiben, sich also auskennen, stellt dies jedoch meist kein Problem dar“, betont Elena Fischer. Das abwechslungsreiche Verlags-Sortiment reicht von Gegenwarts- bis zu historischen Krimis. So geht der Rostocker Frank Schlößer in „Der tote Reformator“ dem Giftmord an Slüter auf den Grund.

Auch im Kölner Emons Verlag wird großer Wert auf Authentizität gelegt. „Der Autor sollte sich sehr gut in der Region, über die er schreibt, auskennen“, erklärt Leslie Schmidt. Außerdem sei ein sorgfältiges Lektorat sehr wichtig.

Bernhard Schmidtbauer

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