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MV aktuell Tauchen, Surfen, Shoppen: Gute Strand-Umsätze trotz Regen
Nachrichten MV aktuell Tauchen, Surfen, Shoppen: Gute Strand-Umsätze trotz Regen
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00:01 08.08.2016
Marcel van Severen (20) aus Heringsdorf verkauft am Strand von Zinnowitz Kaffee an Urlauberin Carolin Hinze (26). Quelle: Hannes Ewert

Mal Regen und mal Sonnenschein: Der bislang eher durchwachsene Sommer beschert Gewerbetreibenden an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns trotz Wolken teils gute Umsätze. Etwa Wassersportanbietern. „Die Geschäfte laufen sehr gut“, sagt Christoph Bürger, einer der Geschäftsführer der Wassersportschule Rügen Piraten in Dranske auf Rügen. Denn: Beim Wassersport komme es auf Wind an, nicht auf Sonnenschein.

Auch Innenstädte profitieren vom Wechsel-Sommerwetter. Einkaufen statt Sonnenbad: „Die Städte sind voll mit Touristen“, sagt die Geschäftsführerin beim Einzelhandelsverband Nord, Monika Dürrer.

Allerdings seien die vielen Menschen in den Läden nicht automatisch mit hohen Umsätzen gleichzusetzen. „Wenn das Wetter nicht so toll ist, wird es schwierig, beispielsweise Bademoden oder Spaghettitops zu verkaufen“, schränkt Monika Dürrer ein. Die Branche sei dennoch optimistisch, in diesem Jahr erneut ein Umsatzplus von zwei Prozent zu erwirtschaften.

Strandkorbvermieter Alexander Fritz aus Warnemünde ist guter Dinge: „Der Juli hat zwar ein bisschen geschwächelt, aber grundsätzlich bin ich mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden.“ Außerdem sei es ja noch immer warm, und selbst wenn es in Rostock regnet, scheine in Warnemünde häufig die Sonne. Viele Urlauber wollten auch keinen „superheißen Sommer, weil man dann am Strand nur so dahinschmilzt“. Gerade ältere Strandgäste würden die Strandkörbe dann mittags schon wieder abgeben, sagt Alexander Fritz, der insgesamt 272 Strandkörbe u. a. am Hotel Neptun vermietet.

Bei Wind und Wetter abtauchen kann man in den Tauchgondeln im Nordosten: in Zinnowitz, Sellin und Zingst. Und das tun auch in diesem Wackel-Sommer viele Gäste, erklärt Betriebsleiter Marcus Klapper:

„Für uns ist das Wetter gut, weil viele Leute dann nicht nur am Strand liegen.“ Das Unternehmen startete vor zehn Jahren in Zinnowitz mit der ersten Tauchgondel und begrüßte 2015 den einmillionsten Besucher.

Ein Besucherplus beschert das Wettertief auch Museen, Ausstellungen oder Galerien. So registrierten Meeresmuseum und Ozeaneum in Stralsund letzte Woche mit knapp 12000 Gästen ihren diesjährigen Besucherrekord – an einem völlig verregneten Mittwoch.

Bei der Wassersportschule Rügen Piraten läuft die aktuelle Saison noch besser als in den Vorjahren. Wind mit Stärken von vier bis sieben – „das ist genau das Richtige für uns“, sagt Christoph Bürger.

Windsurfen, Kitesurfen, Segeln, Kanu und Kajak bietet das Unternehmen mit seinen elf Mitarbeitern an. Dass die Wassersportschule derzeit noch mehr Kunden als in den Vorjahren hat, könnte neben dem Wetter aber noch einen weiteren Grund haben: die unsichere weltpolitische Lage. So führt die Angst vor Terroranschlägen in Europa nach Ansicht von Experten zu steigenden Urlauberzahlen an der Ostsee.

Davon profitiert auch MV. Vor allem Menschen mit hohem Risikobewusstsein würden ihre Urlaube nun eher im Inland buchen.

Diese Beobachtung macht auch Strandkorbvermieter Fritz: „Es macht den Eindruck, dass ein Teil der Urlauber, die jetzt da sind, sonst ins Ausland gefahren wären.“ Nebeneffekt: „Viele Leute finden Gefallen an den Urlaubsmöglichkeiten, die es bei uns gibt.“

Sommer noch nicht abgeschrieben

In dieser Woche wird es an der Küste kühler. Aber trotz des aktuellen „Achterbahn“-Wetters gibt es noch Hoffnung auf richtig schöne Sommertage. „Jetzt, Anfang August, sollte man den Sommer auf keinen Fall abschreiben“, sagte gestern Meteorologe Burkhard Kirsch vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Zwar bleibe es die kommenden Tage wechselhaft, zum nächsten Wochenende hin könne er aber ganz vorsichtig Hoffnung machen.

Axel Meyer

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