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Taucher fotografieren „Büchner“-Wrack

Rostock/Danzig Taucher fotografieren „Büchner“-Wrack

Die ersten Bilder des gesunkenen Ausbildungsschiffs sind aufgetaucht. Experten kritisieren, dass die „Büchner“ nicht seetüchtig war.

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Gut lesbar: der Name der havarierten „Georg Büchner“ am Heck des Schiffes. Das Wrack liegt in einer Tiefe von etwa 35 Metern.

Quelle: Fotos: Alpha-Divers

Rostock. Grün schimmert der Schiffskörper im Licht der Taucherlampen, Leinen schweben im Wasser, eine schwarz-rot-goldene Flagge treibt in der Strömung: Es sind spektakuläre Bilder der am vergangenen Donnerstag vor Polen gesunkenen „Georg Büchner“. Hobby-Taucher hatten die Fotos knapp zwei Tage nach der Havarie gemacht und jetzt ins Internet auf die Seite der polnischen Alpha Divers-Tauchschule gestellt. Es werden wohl für längere Zeit die letzten Bilder des Rostocker Hotelschiffs bleiben. Gestern verhängte das zuständige polnische Meeresamt Gdingen (Gdynia) nach OZ-Informationen ein absolutes Tauchverbot im 500-Meter-Umkreis um das Wrack.

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Inzwischen haben die polnischen Behörden ein Tauchverbot am Wrack verhängt.

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Dort dürfen nun ausschließlich die Experten des Meeresamtes in die Tiefe gehen. Sie wollen voraussichtlich heute erste Untersuchungen am Wrack der „Georg Büchner“ vornehmen. Mit Echolot-Untersuchungen sollen genaue Lage und Position des Wracks in etwa 35 Meter Tiefe festgestellt werden, sagte Andrzej Królikowski, Direktor des Meeresamtes. Bisher hätten die Wetterverhältnisse den Zugang zum Wrack verhindert.

Unterdessen haben belgische Schiffsexperten ihre Kritik am Zustand der „Büchner“ erneuert. Das Schiff sei beim Verlassen des Rostocker Stadthafens nicht seetüchtig gewesen. „Unsere Experten haben festgestellt, dass die Bullaugen knapp über der Wasserlinie zwar mit Stahlplatten verschlossen waren — aber nicht wasserdicht“, sagte der Vorsitzende des Denkmalschutz-Vereins „Watererfgoed Vlaanderen“, Eric Van Hooydonk gestern der OZ. Die Belgier hätten das Schiff Ende April inspiziert.

Gut zwei Wochen später kontrollierten Mitarbeiter der Dienststelle Schiffssicherheit der Berufsgenossenschaft Transport und Verkehr das Schiff. „Da waren alle Auflagen, die wir gemacht hatten, erfüllt“, sagte Dienststellenleiter Ulrich Schmidt. So hätten etwa Taucher den Rumpf untersucht, zudem sei die Stahldicke gemessen worden. „Nach menschlichem Ermessen war es vertretbar, das Schiff bei gutem Wetter nach Klaipeda zu schleppen“, betonte Schmidt. Allerdings könne es niemand vorhersehen, „wenn bei einem so alten Rumpf mal eine Naht aufspringt“.

Bereits beim Auslaufen in Rostock habe sich die „Büchner“ zur Steuerbordseite geneigt, sagt der Stralsunder Schifffahrts-Experte Peer Schmidt-Walther. Nun liege das Wrack auf dem Meeresgrund auf ebendieser Seite, auf der sich wahrscheinlich auch das Leck befinde — was die Untersuchungen erheblich erschweren dürfte. Die deutschen Behörden trifft laut Schmidt-Walther aber keine Schuld. „Die Schwimmfähigkeit des Schiffs war gegeben.“

Dennoch gebe es zahlreiche Fragezeichen in dieser „dubiosen“ Geschichte. Zum Beispiel warum der Schlepper „Ajaks“ bei der Havarie auf Höhe der polnischen Halbinsel Hel ein Zickzack-Manöver fuhr. „Der Kapitän hätte auch sofort eine ,besondere Schifffahrtswarnung‘ an alle auf dem Seenotkanal 16 senden müssen“, erklärt Schmidt-Walther. Dies sei nicht geschehen.

Das polnische Meeresamt, das am Montag den Kapitän zu den Vorgängen befragte, mauert. Kein Kommentar, hieß es gestern. Im polnischen Nachrichtensender TVN 24 sagte Behördenchef Królikowski nur, der Schiffseigner habe ein halbes Jahr Zeit, um die „Georg Büchner“ zu bergen: „Wir lassen nicht zu, dass hier ein Wrackfriedhof entsteht. Wenn wir den Verbleib des Wracks erlauben, könnte das dazu führen, dass schon bald andere Schrottschiffe unter merkwürdigen Umständen in unseren Territorialgewässern sinken.“

 

 

Axel Meyer

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Danzig/Rostock
Auf dem Grund der Ostsee: Das Wrack der „Georg Büchner“.

Die ersten Bilder zeigen den auf der Seite liegenden Frachter auf dem Grund der Ostsee vor Danzig.

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