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Tausende Euro Belohnung: Bürger helfen bei Verbrecherjagd

Rostock Tausende Euro Belohnung: Bürger helfen bei Verbrecherjagd

Regelmäßig setzen Polizei und Staatsanwalt in Mecklenburg-Vorpommern hohe Belohnungen aus, um die Suche nach Straftätern voranzubringen – mit Erfolg

Rostock. Täter gesucht! Immer wieder bitten Polizei, Staatsanwaltschaft, Versicherungen oder Firmen die Bevölkerung um Unterstützung und locken mit viel Geld – vor allem bei der Aufklärung schwerer Straftaten wie Mord, Brandstiftung und Sexualdelikten. Aktuell wird in MV unter anderem nach Brandstiftern im nordwestmecklenburgischen Neu Degtow (20 000 Euro) und Rostock (10 000 Euro) gesucht. Die Ermittler erhoffen sich durch die Belohnungen neue Hinweise. Denn: Mit hohen Geldbeträgen können Zeugen, die sich noch nicht gemeldet haben, „zu einer Aussage motiviert werden“, sagt Christine Busse, Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft in Rostock.

Wie oft pro Jahr Belohnungen ausgesetzt werden und wie oft sie erfolgreich sind, darüber werden keine Statistiken geführt. Doch im Fall eines Betrügerpaares, das Zehntausende Euro von Urlaubern abgezockt hat, führte die öffentliche Fahndung im März 2016 zu den Tätern. Die hatten über das Internet Ferienimmobilien in Kühlungsborn (Kreis Rostock) angeboten, die ihnen nicht gehörten.

3000Euro Belohnung wurden ausgesetzt: „Es gab drei Hinweisgeber, unter ihnen wurde das Geld aufgeteilt“, berichtet Harald Nowack von der Staatsanwaltschaft Rostock. Nicht jeder Zeuge habe den gleichen Anteil erhalten. Die Höhe hänge davon ab, wie wichtig der Tipp für die Aufklärung der Tat ist – und das entscheiden die Ermittler. Auch die Brandstiftung, 2014 an der Flüchtlingsunterkunft in Groß Lüsewitz (Kreis Rostock), konnte mit Hilfe einer Belohnung aufgeklärt werden. Erst die Aussicht auf Geld hat Zeugen zum Reden animiert.

Ausgezahlt wird die Summe erst nach der Verurteilung der Täter. Für die Höhe gibt es theoretisch kein Limit. Darüber entscheidet der jeweilige Polizeichef oder leitende Oberstaatsanwalt. Dabei muss er „die Schwere der Tat, die Gefährlichkeit des Straftäters und das öffentliche Interesse an der Tat berücksichtigen“, erklärt Oberstaatsanwältin Christine Busse. Belohnungen über 5000 Euro dürfen jedoch nur mit Zustimmung des zuständigen Ministeriums ausgelobt werden. Das Justizministerium hält für diese Fahndungsoffensive kein spezielles Jahresbudget bereit, sondern stellt Geld zur Verfügung, wenn es gebraucht wird. In der Regel sind es aber nicht mehr als 5000 Euro pro Fall. Versicherungen und Privatpersonen können mehr ausgeben.

Bundesweit am häufigsten wird mit Belohnungen nach Bankräubern gejagt. Auch Phantombilder und Tonbandaufnahmen werden veröffentlicht, um Straftäter zu fassen. Eine der höchsten Belohnungen, die je in Deutschland ausgesetzt wurde, waren 130000 Euro die für Ergreifung von Aribert Heim. Er galt als einer der schlimmsten KZ-Ärzte und wurde per internationalem Haftbefehl gesucht – vergeblich. 2012 wurde Heim für tot erklärt.

Fahndungs-Aufrufe der Behörden

3000 Euro sind für die Ergreifung eines Kinderschänders in Schwerin ausgesetzt. Der Mann soll einen Jungen (11) am 15. Dezember 2015 missbraucht haben. 10000 Euro erhalten Zeugen, die Hinweise auf die Brandstifter geben, die am 5. Oktober 2015 die Burger King-Filiale in Rostock angesteckt haben.

20000 Euro gibt es für die Ergreifung der Brandstifter, die am 20. Juni vergangenen Jahres Feuer auf dem Recyclinghof in Neu Degtow gelegt haben.

Hinweise an jede Polizeidienststelle

Kerstin Schröder

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