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Tausende Plätze in Unterkünften für Asylbewerber ungenutzt

Rostock Tausende Plätze in Unterkünften für Asylbewerber ungenutzt

Land will Flüchtlinge nicht mehr vorrangig in Wohnungen unterbringen

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„Asylbewerber sollen vorrangig wieder in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden.“ Michael Teich, Sprecher Innenministerium MV

Quelle: Foto: Cornelius Kettler

Rostock. In den Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber in Mecklenburg-Vorpommern bleiben zurzeit Tausende Plätze frei. Die von den Städten und Gemeinden bereitgestellten Sammelunterkünfte sind nicht einmal zu einem Drittel ausgelastet. Insgesamt stehen in kommunalen Gemeinschaftsunterkünften 7200 Plätze für die Unterbringung von Asylbewerbern zur Verfügung, teilt das Innenministerium von MV auf OZ-Anfrage mit. Aktuell seien nur 2000 Plätze belegt. Auch in den Asylbewerberunterkünften des Landes gibt es jede Menge freie Betten. Gegenwärtig werden etwa 1350 Plätze bereitgestellt, davon sind rund 900 durch Asylbewerber belegt. Welche Kosten der Leerstand verursacht – etwa durch Bewirtschaftung und Bewachung –, dazu gibt es keine Angaben.

Ein Blick ins benachbarte Schleswig-Holstein zeigt: Dort kommt der Leerstand von Asylunterkünften Kommunen und Land teuer zu stehen. 823 vom Land angeschaffte Wohncontainer für Flüchtlinge stehen zurzeit leer. Die Landesregierung versucht jetzt, die Wohncontainer an Städte und Gemeinden abzugeben – auch kostenlos, heißt es aus dem Kieler Finanzministerium. Insgesamt hatte das Land für Flüchtlinge 5000 Wohncontainer gekauft sowie weitere 4600 angemietet. Gesamtkosten: 100 Millionen Euro. In der Landeshauptstadt Kiel sind 66 angemietete und 230 gekaufte Container zu 65 Prozent belegt. Allein für den Kauf sind zwei Millionen Euro ausgegeben worden.

In MV sei die Situation laut Innenministerium eine völlig andere: „Wir nutzen keine Container für die Unterbringung von Asylbewerbern“, sagt Pressesprecher Michael Teich. Einzige Ausnahme: In der zentralen Erstaufnahme-Einrichtung in Nostorf-Horst bei Boizenburg seien 2015 drei Container für die Unterbringung von Flüchtlingen, die in der Nacht angekommen waren, genutzt worden. „Zukünftig sollen Asylbewerber vorrangig wieder in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden“, sagte Teich . Dazu müssen die Landkreise und kreisfreien Städte ihre Bestände an Flüchtlings-Wohnungen schrittweise reduzieren. Ende 2016 waren für 6200 Asylbewerber in MV Wohnungen angemietet worden. „Das Innenministerium trägt alle Kosten für Asylbewerber, die den Kommunen zugewiesen werden“, erklärt Teich.

Auch in Rostock seien keine Container als Unterkünfte genutzt worden, erklärt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Zurzeit seien in der Hansestadt noch drei Gemeinschaftsunterkünfte (insgesamt 838 Plätze) und eine Notunterkunft (246 Plätze) in Betrieb, erklärt er. Zwei weitere Notunterkünfte konnten in den letzten Monaten geschlossen werden. „Der Leerstand in den Rostocker Gemeinschaftsunterkünften ist gering, da es in der Hansestadt nicht genügend Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge gibt“, sagt Kunze. Denn die müssten oft weiter in der Gemeinschaftsunterkunft bleiben.

Schwerin dagegen verfüge im Gegensatz zu Rostock über freien Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge, heißt es aus dem Rathaus der Landeshauptstadt.

Dass in den Unterkünften viele Plätze momentan nicht belegt sind, liegt laut Landesregierung am deutlichen Rückgang der Asylbewerberzahlen in MV. Etwa 7300 Asylbewerber seien 2016 in MV registriert worden, sagt Michael Teich vom Innenministerium. Ein Jahr zuvor seien es noch knapp 19000 gewesen. „Der starke Rückgang im vergangenen Jahr darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Asylbewerberzahlen 2016 trotzdem höher waren als in den Jahren 2013 und 2014“, sagt Teich. Im Jahr 2013 kamen 2300 Asylbewerber neu, 2014 waren es 4400.

Bernhard Schmidtbauer

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