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Tauziehen um Landesmuseum für Archäologie

Schwerin Tauziehen um Landesmuseum für Archäologie

Brodkorb: Entscheidung für Standort noch dieses Jahr / Uni-Rektor verteidigt Wahl des Historikers Hans-Jörg Nüsse

Schwerin. Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) rechnet in diesem Jahr mit einer Entscheidung über einen Standort für das Archäologische Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommerns. Er werde der Regierungskoalition von SPD und CDU noch vor der Sommerpause einen Vorschlag unterbreiten, sagte der Minister gestern in Schwerin. Dabei wolle er sich auf das Ergebnis eines Gutachtens sowie die Meinung des künftigen Leiters des Museums, des Historikers Prof. Hans-Jörg Nüsse, stützen, kündigte Brodkorb an. Seit gut 20 Jahren hat MV kein Landesmuseum für Archäologie. Im Rennen um den Standort sind Schwerin, Rostock, Groß Raden, Tollensesee, Neustrelitz, Greifswald und Stralsund. Für die Prüfung durch eine unabhängige Firma gibt das Ministerium rund 25 000 Euro aus.

Nüsse ist zum Inhaber des wiedereingerichteten Lehrstuhls für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Rostock ernannt worden. Der Studiengang soll mit dem Wintersemester 2017/18 beginnen.

Kritik aus der Fachwelt an der Wahl des 43-Jährigen wies Rektor Prof. Wolfgang Schareck gestern entschieden zurück: Nüsse sei von der Berufungskommission nach bestem Wissen und Gewissen ausgewählt worden. „Es wurde der Beste für dieses Fachgebiet Ur- und Frühgeschichte berufen. Ich bin völlig von ihm überzeugt“, sagte Schareck der OZ und warnte vor einer Vorverurteilung des neuen Lehrstuhl-Inhabers. Wie die Berufungskommission besetzt gewesen ist und wer sich außer Nüsse noch beworben hatte, wollte Schareck nicht sagen. Genau das hatten andere Historiker und Archäologen kritisiert. Sie hielten Mitbewerber Prof. Thomas Terberger, früher Lehrstuhlinhaber an der Uni Greifswald, für den qualifizierteren Bewerber.

Nüsse soll auch das Konzept für das Archäologische Landesmuseum entwickeln. Der 43-Jährige, der in Göttingen studierte und promovierte und zuletzt zwölf Jahre an der Freien Universität Berlin arbeitete, äußerte sich noch nicht zu seinem favorisierten Standort. Er wolle das Gutachten abwarten, sagte er. Ein Depot für archäologische Funde wird derzeit in Schwerin gebaut. Brodkorb zufolge geht es bei der Standortsuche nur um einen Ort, der unter dem Aspekt der Infrastruktur, der touristischen Ströme und der wissenschaftlichen Kooperationspartner zu bevorzugen wäre, nicht um die Verwertung von Landesimmobilien.

Für die Wiedereinrichtung des Lehrstuhls Ur- und Frühgeschichte stellt das Land Brodkorb zufolge zunächst 1,5 Millionen Euro bereit. Eine Million seien Personalkosten bis 2019, eine halbe Million gehe in die Ausstattung des Lehrstuhls mit Dokumentationsmöglichkeiten, Grabungstechnik und einem Labor sowie in die Aufstockung der Bibliothek. Nüsse kündigte an, sich für eine praxisnahe Ausbildung etwa mit Ausgrabungen und Denkmalpflege einzusetzen.

Von tp/fp

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