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Technische Probleme? Neue Scandlines-Fähre weiter im Hafen

Rostock Technische Probleme? Neue Scandlines-Fähre weiter im Hafen

Die Inbetriebnahme der Hybridfähre „Berlin“ zwischen Rostock und Gedser verzögert sich / Reederei kündigt an: Es dauert nicht mehr lange

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Wartet im Rostocker Überseehafen auf die Inbetriebnahme: die neue Scandlines-Hybridfähre „Berlin“.

Quelle: Thomas Häntzschel

Rostock. Wann dürfen endlich Passagiere und Autos an Bord? Vor genau 17 Tagen ist die neue Scandlines-Fähre „Berlin“ in Rostock getauft worden. Seither liegt das 169 Meter lange Schiff im Überseehafen – anstatt wie geplant sofort in den Pendelverkehr mit dem dänischen Gedser einzusteigen. Auch eine für heute an Bord geplante Veranstaltung der Rostocker Gesellschaft für Tourismus und Marketing ist kurzfristig abgesagt worden. Grund: Bei der Inbetriebnahme der Fähre sei es zu unvorhersehbaren Verzögerungen gekommen.

Der Hamburger Schifffahrtsexperte Stefan Krüger findet es ungewöhnlich, dass die Fähre nicht ablegt. Hauptgründe, dass neue Schiffe im Hafen bleiben, seien technische Probleme und Schwierigkeiten mit der endgültigen Zulassung. Die Reederei Scandlines, die die Inbetriebnahme der Hybridfähre bereits mehrfach wegen technischer Schwierigkeiten verschieben musste, weist das zurück und verbreitet Optimismus: „Einen genauen Termin gibt es noch nicht, aber es dauert nicht mehr lange“, sagt Pressesprecherin Anette Ustrup-Svendsen. Sie wisse, das habe sie schon öfter angekündigt.

Aber: „In ein paar Tagen geht es los“, versichert sie. Es würden lediglich Zertifikate fehlen. Und: „Es ist ein großes Schiff, das braucht jede Menge Zertifikate.“ Auf die letzten Unterlagen werde gewartet. Das hatte Scandlines-Chef Søren Poulsgaard Jensen bereits während der Taufzeremonie gesagt.

Wie Ralf Sören Marquardt, Geschäftsführer des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik, berichtet, sei die notwendige Zertifizierung „mühsam, aber nicht wirklich schwierig, sofern das Schiff so designt, gefertigt und ausgestattet wurde, dass alle relevanten Anforderungen erfüllt werden“. Und Schifffahrtsexperte Stefan Krüger ergänzt, dass es üblich sei, vorläufige, befristete Zertifikate für die Betriebssysteme auszustellen, um Verzögerungen zu begrenzen und Zeit für noch fehlende Nachweise und Besichtigungen zu schaffen. So könnten die Schiffe wie geplant den Betrieb aufnehmen. Im Fahrbetrieb könnten dann echte Schiffsdaten gesammelt und die Unterlagen später nachgereicht werden.

Nach OZ-Informationen soll es in den vergangenen Wochen an Bord der „Berlin“ Probleme gegeben haben, die technischen Systeme der unterschiedlichen Zulieferer zu verbinden und aufeinander abzustimmen.

Es soll immer wieder zu Fehlermeldungen gekommen sein. „Es gibt viele Schnittstellen auf einem Schiff, das wird bei Neubauten oft unterschätzt“, berichtet Krüger. Ob die „Berlin“ tatsächlich deshalb noch nicht fährt, kommentiert Scandlines nicht.

Eigentlich sollte die Fähre schon seit vier Jahren zwischen Rostock und Gedser pendeln. Doch wegen Bauproblemen ist die Indienststellung immer wieder verschoben worden. Das Schiff hat Platz für 460 Autos oder 96 Lastwagen und 1300 Menschen. Damit verdoppelt sich die Kapazität der bisher auf der Strecke eingesetzten „Prins Joachim“. Gestern ist auf der „Berlin“, die sowohl mit einem Diesel- als auch mit einem batteriebetriebenen Motor ausgestattet ist, eine Seenotrettungsübung durchgeführt worden.

Baubeginn vor sechs Jahren

Im Jahr 2010 ist in der Stralsunder P+S-Werft mit dem Bau der neuen Scandlines-Fähre „Berlin“ begonnen worden. Doch sie und ihr baugleiches Schwesterschiff „Copenhagen“ waren zu schwer und hätten bei Niedrigwasser nicht in den dänischen Hafen einlaufen können. Die Gewichtsprobleme läuteten die Pleite der P+S-Werften Stralsund und Wolgast ein. Ihnen kaufte Scandlines für 32 Millionen Euro statt der ursprünglich vereinbarten 184 Millionen Euro die Schiffe ab. Sie wurden in der dänischen Fayard-Werft abgespeckt und fertiggestellt.

Kerstin Schröder

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