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Terror-Gefahr: IS-Kämpfer verstecken sich auch in MV

Rostock Terror-Gefahr: IS-Kämpfer verstecken sich auch in MV

Sicherheitsexperten: Verdächtige werden beobachtet / Polizei ermittelt zu Fahnen-Fund

Rostock. Die Terror-Gefahr rückt näher: Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind offenbar Anhänger des Islamischen Staates (IS) untergetaucht. Sicherheitsbehörden haben nach OZ-Informationen eine Reihe von Verdächtigen im Visier, die entweder von der IS-Ausbildung in Syrien zurückgekehrt sind oder aus anderen Ländern kamen. Dabei soll es sich vorwiegend um Tschetschenen und Araber handeln.

 

OZ-Bild

Die Gefahr durch Terroristen gibt es auch in Mecklenburg- Vorpommern.“Lorenz Caffier (CDU), Innenminister

Mehr als 800 Islamisten sind laut Bundeskriminalamt aus Deutschland ausgereist, um für den IS zu kämpfen; etwa ein Drittel sei zurückgekehrt. Auch nach MV, da sind sich Experten einig. Die Zahl liege zwar „im einstelligen Bereich“. Dennoch gebe es ein Gefährdungspotenzial. Vor allem Islamisten aus Tschetschenien stünden unter Beobachtung. Diese seien bereits vor der Flüchtlingswelle hierhergelangt. Offiziell sagt das Innenministerium dagegen, bisher gebe es keine Erkenntnisse über Aktivitäten des IS im Land. Zu möglichen Rückkehrern, die die Terrormiliz zu Dschihadisten ausgebildet haben könnte, verfüge man über „keine belastbaren Informationen“. Allerdings sei auch MV Teil eines „Gefahrenraumes im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus“. Minister Lorenz Caffier (CDU): „Die abstrakte Gefahr durch Terroristen gibt es auch hier.“ Landespolizei und Verfassungsschutz seien aber gewappnet. Caffier streitet vehement für mehr Personal beim Verfassungsschutz — auch um Islamisten besser beobachten zu können.

Alarmiert ist die Polizei aufgrund eines aktuellen Fundes: Bei einer Kontrolle wegen möglicher Schwarzarbeit in Prerow auf dem Darß habe der Zoll in einem Laden eine Fahne des IS entdeckt — und die Information an die Polizei weitergeleitet, ist aus Sicherheitskreisen zu erfahren. Die Rede ist auch von einer „Abbildung“. Details teilte das Polizeipräsidiums Neubrandenburg gestern nicht mit. „Der Staatsschutz hat die Ermittlungen in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft aufgenommen“, so Sprecherin Carolin Radloff. Solche Funde — „Bildchen und Fähnchen“ — gebe es hin und wieder, berichten Experten. Seit 2014 sind diese offiziell verboten: Jedem, der ein IS-Symbol zeigt, droht Geldbuße oder Gefängnisstrafe bis zu zwei Jahren.

Kritik an der Geheimhaltung des Ministeriums kommt von Johannes Saalfeld (Grüne). Er habe im Innenausschuss des Landtags vergeblich Auskunft erfragt. Was ihn besorgt: Auch in Brüssel und Paris, wo zusammen 165 Menschen bei Terroranschlägen ums Leben kamen, seien Sicherheitsleute davon ausgegangen, das Problem im Griff zu haben. Die Attentäter seien vorher bekannt gewesen. Dennoch konnten die Anschläge nicht verhindert werden. Saalfeld: „Es ist dringend geboten, die bekannten IS-Rückkehrer im Land gut zu beobachten.“

Wie klein die Welt für Terroristen ist, zeigt dies: 2001 gehörte der Libanese Ziad Samir Jarrah zu den Entführern eines Flugzeugs, das über Pennsylvania (USA) abstürzte — parallel zu den Attacken auf das World Trade Center in New York. Vier Jahre zuvor war Jarrah Student an der Uni Greifswald, bevor er zur Hamburger Terrorzelle um Mohammed Atta stieß.

Von Frank Pubantz

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