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Terror in London: Trotz und Trauer bei Engländern in MV

London/Rostock Terror in London: Trotz und Trauer bei Engländern in MV

IS bekennt sich / Eine Deutsche verletzt / Debatte um Sicherheit

London/Rostock. In MV lebende Briten haben gestern mit Trauer, aber auch mit Trotz auf den Anschlag mit fünf Toten in London – gestern Abend erlag ein 75-Jähriger seinen schweren Verletzungen – reagiert. Der in Rostock lebende Justin Sismey etwa reist heute nach London, um am Sonnabend für ein vereintes Europa zu demonstrieren. Davon lasse er sich auch nicht von den Terroristen abbringen. „Ich fühle mich nach dem Anschlag nicht weniger sicher. Die Sicherheitskräfte in London machen einen guten Job.“

Der Anschlag habe ihn entsetzt, aber nicht überrascht, sagte Sismey: „Es war keine Frage, dass ein Angriff mit einem Fahrzeug passiert, es war nur die Frage wann.“ Unterdessen hat die islamistische Terrororganisation IS die Tat für sich reklamiert. Der Angreifer sei demnach Aufrufen gefolgt, Bewohner von Staaten der internationalen Koalition anzugreifen, meldete gestern das IS-Sprachrohr Amak.

Der Attentäter war der Polizei bekannt. Gegen den aus Großbritannien stammenden Mann war bereits vor einigen Jahren ermittelt worden, berichtete Premierministerin Theresa May im Parlament. Unter den 40 Verletzten ist nach Angaben der britischen Regierung auch eine Deutsche. Aus der ganzen Welt kamen gestern Beileidsbekundungen, aber auch Bekenntnisse, sich nicht dem Terror zu beugen.

So betonte auch Engländer Malcolm Wood, der in Putgarten auf Rügen ein Geschäft mit britischen Produkten betreibt: „Wir haben schon immer mit dem Terror gelebt und können damit umgehen.“ Früher seien es die Anschläge der irischen Terrororganisation IRA gewesen. „Wir lassen uns niemals unterkriegen“, versicherte Wood, der gestern die britische Flagge an seinem Laden auf Halbmast setzte.

London ist beliebtes Ziel für Klassenfahrten. Für Jürgen Räsch, Leiter der Europäischen Gesamtschule in Ahlbeck auf Usedom, ist der Anschlag kein Grund, solche Fahrten zu streichen: „Absolute Sicherheit hat man in keinem Land. Letztlich müssen wir abwägen, was wir verantworten können. Aber es gibt kein Land, in das wir grundsätzlich nicht fahren würden.“

Der Schweriner Innen-Staatssekretär Thomas Lenz betonte, es gebe bei den Sicherheitsbehörden in MV keine Erkenntnisse für eine geänderte Sicherheitslage.

Nach dem Anschlag von Nizza, bei dem ein Attentäter im Juli 2016 mit einem Lkw 86 Menschen tötete, wurden bei der Hanse Sail in Rostock Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. „Die Möglichkeit eines Anschlags mit einem Auto hatten wir 2016 bereits thematisiert“, sagte Sicherheitschef Bernd Knitter. „Das Sicherheitskonzept wird immer wieder neu bewertet. Wenn der Anschlag von London ausgewertet ist, werden wir es gegebenenfalls anpassen.“ Seiten 2 und 3

Axel Büssem

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Rostock
Die Westminster Bridge in London ist am Donnerstag wieder für den Verkehr freigegeben worden.

Justin Sismey aus Rostock fährt dennoch in die britische Hauptstadt. Malcolm Wood auf Rügen lässt sich nicht unterkriegen.

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