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MV aktuell Terrorverdacht: Syrer in Schwerin festgenommen
Nachrichten MV aktuell Terrorverdacht: Syrer in Schwerin festgenommen
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00:00 01.11.2017
Schwerin

. Anti-Terror- Einsatz in Schwerin: Spezialkräfte der Polizei haben Yamen A., einen unter Terrorverdacht stehenden Syrer , festgenommen. Damit sei ein „schwerer Terroranschlag“ verhindert worden, so Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte, soll der 19-Jährige seit Juli einen Anschlag mit hochexplosivem Sprengstoff geplant und vorbereitet haben. Sein Ziel:

Nach allem was wir wissen, erfolgte der Zugriff zum richtigen Zeitpunkt. Thomas de Maizière Bundesinnenminister

möglichst viele Menschen zu töten. Laut Behördensprecherin Frauke Köhler hatte Yamen A. über das Internet Kontakt zu einer Person, die sich selbst als „Soldat des Kalifats“, also als Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), bezeichnete.

Insgesamt wurden am frühen Dienstagmorgen drei Wohnungen in Schwerin durchsucht. Auch in Hamburg gab es Durchsuchungen. Nach Angaben der Polizei deuten die sichergestellten Utensilien auf den geplanten Bau eines Sprengsatzes mit großer Wirkung hin. Hinweise auf einen konkreten Anschlagsort gab es nicht. 150 Spezialkräfte der Bundespolizei, des Bundeskriminalamtes und der Landespolizei hatten den Verdächtigen gegen 6 Uhr in einem Plattenbau im Schweriner Stadtteil Neu Zippendorf festgenommen, in dem zahl reiche Flüchtlinge wohnen.

„Nach allem was wir wissen, erfolgte der Zugriff zum richtigen Zeitpunkt: spät genug, um Beweise zu sichern und gleichzeitig früh genug, um die Gefahr zuverlässig zu bannen“, erklärte de Maizière. Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) betonte, dass es nach der Festnahme „keine Gefährdung für die Bevölkerung“ gebe.

Yamen A. kam im Herbst 2015 nach Deutschland und hatte im Februar 2016 in MV einen Asylantrag gestellt, heißt es aus dem Landes-Innenministerium. Seit April 2016 besitzt Yamen A. eine befristete Aufenthaltserlaubnis. Bisher sei er nicht auffällig gewesen.

Die Gefährdungslage in Deutschland sei unverändert hoch, sagte de Maizière. Die Überwachung der Internet-Kontakte hatte im Sommer auf die Spur des jungen Syrers geführt. Er habe dort alles bestellt, was man zum Bau einer Bombe benötigt. Laut Bundesanwaltschaft hatte Yamen A. spätestens im Juli mit der Beschaffung elektronischer Bauteile und Chemikalien begonnen – darunter Schwefelsäure und Wasserstoffperoxid enthaltende Oxidatorlösungen. Beide Chemikalien sind neben Aceton Bestandteile des hochexplosiven Sprengstoffs TATP. Dieser sollte offenbar als Initialsprengstoff für eine größere Sprengladung dienen. Es seien auch Teile für eine Fernzündung gefunden worden.

Der Einfluss der IS-Kontaktperson zu Yamen A. sei bisher unklar. Deshalb werde zunächst nicht wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt, sondern wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat, erklärte Sprecherin Frauke Köhler. Heute soll er in Karlsruhe dem Haftrichter vorgeführt werden.

Seiten 5 und 6

Frank Pfaff und Thomas Luczak

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Die Bundesanwaltschaft ist sich sicher: Der 19-jährige Syrer Yamen A. wollte einen Terroranschlag mit möglichst vielen Toten verüben. Doch Spezialkräfte der Polizei nahmen den mutmaßlichen Islamisten in Schwerin fest. Laut Bundesinnenminister konnte so ein „schwerer Terroranschlag in Deutschland“ verhindert werden.

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