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Theater-Krise spitzt sich zu: Im April droht die Insolvenz

Stralsund/Greifswald Theater-Krise spitzt sich zu: Im April droht die Insolvenz

Die Mitarbeiter am Theater Vorpommern fordern 8,5 Prozent mehr Lohn

Stralsund/Greifswald. Krisenstimmung am Theater Vorpommern: Für die  Häuser Stralsund, Greifswald und Putbus stehen heute schwierige Lohnverhandlungen für die Theatermitarbeiter an. Der bisherige Haustarifvertrag – mit 17 Prozent unter dem Flächentarifvertrag – war zum 1.

Januar 2017 ausgelaufen. Seitdem werden die 276 Mitarbeiter befristet bis zum 31. März nach einem Überbrückungstarifvertrag bezahlt, der 14,6 Prozent unter den Flächentarifen liegt.

Sollte es zu keiner Einigung oder zu keiner kurzfristigen Verlängerung des bestehenden Haustarifvertrages kommen, drohe dem Theater Vorpommern zum 1. April die Insolvenz, sagte Intendant Dirk Löschner. Das Theater müsste seine Mitarbeiter dann nach dem Flächentarif bezahlen, wodurch dem Theater allein bis Ende des Jahres eine zusätzliche Belastung von etwa zwei Millionen Euro entstehe.

Die Gewerkschaften dringen auf einen Abschluss mit einer stufenweisen Annäherung an den Flächentarif. Beim letzten Haustarif-Abschluss vor sechs Jahren sei vereinbart worden, dass das Ziel der Flächentarif sei. Die Theaterträger würden das seit sechs Jahren wissen, sagte die Landesvorsitzende der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA), Sabine Nolde.

Die Gesellschafter, die Städte Stralsund, Greifswald und der Landkreis Vorpommern-Rügen, sind bereit, auf die Gewerkschaften zuzugehen. Nach Angaben der Stadt Stralsund – sie führt den Vorsitz in der Gesellschafterversammlung – hat die Arbeitgeberseite den Gewerkschaften mit einer Lohnangleichung „ein attraktives Angebot“ vorgelegt. Die Kommunen würden trotz teils erheblicher Haushaltsdefizite jährlich 207 760 Euro zusätzlich bereitstellen. Für Stralsund beläuft sich der Zuschuss anteilig auf 99 000 Euro.

Nach OZ-Informationen liegt das Maximum, das die Gesellschafter den Gewerkschaften heute anbieten wollen, bei 2,35 Prozent, nachdem die Mitarbeiter im Januar schon einmal 2,4 Prozent mehr bekommen hatten. An beiden Gehaltssteigerungen beteiligt sich das Land zu 55 Prozent.

Die Gewerkschaften fordern auf dem Weg zum fusionierten Theater eine schrittweise Anhebung des Haustarifvertrages und bleiben in ihrer Verhandlungsposition hart. „Wir können uns vorstellen, die Hälfte des Ende 2016 bestehenden Defizites  von 17 Prozent – also 8,5 Prozent – zu tragen“, sagte Gerrit Michael Wendel von der Vereinigung deutscher Opernchöre.

In die Verhandlungen wollen die Gewerkschaften mit einer stufenweisen Annäherung über 3,66 bis Ende 2017 auf 8,5 Prozent bis Juni 2018 gehen. Sie fordern zudem, dass sich das Land auch an diesem Prozess beteiligt.

Löschner setzt heute auf eine Lösung am Verhandlungstisch: „Ich hoffe sehr, dass wir zu einer Lösung kommen und den Zeitraum bis zur beabsichtigten Theater-Fusion mit Neustrelitz und Neubrandenburg überbrücken können.“ Auch die Kommunen setzen auf eine Einigung. Andernfalls sehen sie ebenfalls die Gefahr, dass das Theater Insolvenz anmelden muss.

Martina Rathke und Benjamin Fischer

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