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MV aktuell Tierische Einwanderer kommen gern nach MV
Nachrichten MV aktuell Tierische Einwanderer kommen gern nach MV
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00:00 31.07.2018
Rostock

Tierischer Andrang an den Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns: Vor allem Wölfe, aber auch Wildschweine und Elche sind im „kleinen Grenzverkehr“ unterwegs. Die Tiere machen sich aus Polen, Dänemark und Brandenburg auf den Weg.

Wölfe sind etabliert / Wildschweine mit Pest-Erregern sollen gejagt werden

So leben im westlichen Polen, nahe der Grenze zu Deutschland, mindestens 80 Wolfsrudel und -paare, schätzen polnische Biologen. Die Wolfshochburgen liegen in den Wäldern der Woiwodschaften Großpolen sowie Westpommern.

Wie viele der Raubtiere die grüne Grenze zu MV überqueren, ist zwar unklar. Klar dagegen ist: Aktuell sind in MV zwei Wolfsrudel als dauerhaft ansässig nachgewiesen – und zwar in der Kalißer Heide (Ludwigslust-Parchim) und in der Ueckermünder Heide (Vorpommern-Greifswald), erklärt Martina Plothe, Sprecherin des Umweltministeriums von MV. Der Aktionsraum des Rudels in der Ueckermünder Heide liege zu etwa einem Drittel in Polen. „Es gibt jedoch Veränderungen hinsichtlich der Aufteilung der Territorien bei weiteren Rudeln.“ Ein drittes habe sich in der Retzow-Jännersdorfer Heide etabliert und lebe grenzübergreifend in MV und Brandenburg. Ein weiteres Rudel, in der brandenburgischen Kyritz-Ruppiner Heide ansässig, erstrecke seinen Aktionsradius auch auf MV. Es zeige sich, „dass die Etablierung der Wolfspopulation einer großen Dynamik unterworfen ist“, erklärt Umweltminister Till Backhaus (SPD).

Auch von Westen her ist mit neuen Wölfen zu rechnen. Seit dem 1. Mai hat das schleswig-holsteinische Umweltministerium 29 Wolfs- Nachweise gezählt. Als möglicher Grund für die hohe Zahl nennt das Ministerium den Nachwuchs in einem Rudel in Dänemark.

„Die Annahme, dass mehr Wölfe nach MV wandern oder sich neue Rudel durch Jungwölfe bilden, ist wenig überraschend und wird durch die Wolfsstatistik im Land bewiesen“, sagt Ralf Benecke, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bauernverbands MV. Der Bauernverband fordert die Regulierung des Wolfsbestandes. Dazu sei mit etwa 20 anderen Verbänden ein „Gemeinsamer Aktionsplan Wolf“

erarbeitet worden.

Weitaus gefährlicher als die Wölfe sind die unsichtbaren Erreger der Afrikanischen Schweinepest (ASP), die von Wildschweinen aus den baltischen Staaten und Ostpolen eingeschleppt werden können. „Sie rücken vor“, sagt Ministeriumssprecherin Martina Plothe. Die Gefahr ist in MV erkannt: Allein in MV „wären mehr als 200 Betriebe mit rund 830000 Schweinen von der Viruserkrankung betroffen“, sagt Landesbauernpräsident Detlef Kurreck. Wirtschaftliche Schäden in Millionenhöhe wären die Folge. Kurreck fordert Bauern und Jäger auf, alles für den Seuchenschutz zu tun. Gegen die Seuche baut man im Nordosten stark auf die Jagd von Wildschweinen. Es habe bereits große Jagdübungen gegeben, auch mit polnischen Jägern, sagt Martina Plothe.

Einen besonderen Gast hat MV jedoch für immer verloren: Elch „Pommes“, der im vergangenen Jahr auf der Insel Usedom für jede Menge Aufregung gesorgt hat. Seine neue Heimat ist die Uckermark. Dort geht es dem von OZ-Lesern „Pommes“ getauften jungen Elchbullen gut – auf sechs Hektar in der Elch- und Rentierfarm Kleptow an der A 20.

Bernhard Schmidtbauer

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