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MV aktuell Tierische Irrläufer
Nachrichten MV aktuell Tierische Irrläufer
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00:00 25.03.2014
Ein Wildschwein entsteigt am Strand von Ahrenshoop den Fluten. Quelle: Franz Wegener

Greifswald — Stachliger Ausflug: Polizei, Feuerwehr und Tierpfleger suchen in Greifswald nach einem ausgerissenen Weißschwanz-Stachelschwein. Das neun Monate alte Jungtier ist bereits seit Freitag auf Erkundungstour (OZ berichtete). Eigentlich waren es fünf Stachelschweine, die aus ihrem Gehege im Greifswalder Tierpark entkamen. Vier Tiere sind schnell wieder da gewesen, nur das etwa 60 Zentimeter große Jungtier nicht. „Wir hoffen, dass es bald von alleine zurückkehrt“, erklärt der Leitende Tierpfleger Frank Tetzlaff. Er sei da optimistisch, da Stachelschweine als sehr reviertreu gelten. Nahrung finde der nachtaktive Vegetarier genügend und die Temperaturen seien ungefährlich. Falls das große Nagetier auf Menschen trifft, seien die nicht in Gefahr.

Auf andere wilde Tiere, die in den letzten Monaten in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs waren, trifft dies nicht unbedingt zu.

Elchbulle „Hugo“: Der Schaufelgeweihträger war vermutlich auf einer alten Route aus Polen bis nach MV gelangt. Am 7. Oktober 2013 fand seine tagelange Wanderung durch den Osten des Landes ein trauriges Ende. Der etwa 15 Monate junge Elch musste erschossen werden. Er war zuvor auf der A 20 mit einem Auto zusammengeprallt. Wie das Tier auf die mit einem rund zwei Meter hohen Wildschutz-Zaun gesicherte Autobahn gelangen konnte, war unklar. „Hugo“ könnte über eine Autobahnauffahrt auf die Trasse gelangt sein.

Kamerunschaf „Bocky“: Fast zur selben Zeit hatte ein Schafbock in Rostock für Aufregung gesorgt. „Bocky“ hielt Polizei und Feuerwehr drei Tage lang auf Trab. Woher er kam, blieb unbekannt. Erst Tierretter konnten den schlauen Bock betäuben und überwältigen — mit tatkräftiger Hilfe von Schafzüchter Thomas Seemann aus Zornow (Vorpommern-Rügen). Danach zog „Bocky“ auf einen Hof in Prisannewitz bei Rostock in die Gesellschaft von zwei weiblichen Schafen.

Das badende Wildschwein: Ein kurioser Badegast tummelte sich Mitte Oktober am Strand von Ahrenshoop (Fischland-Darß-Zingst). Das Wildschwein war mit kräftigen Zügen ans Hohe Ufer geschwommen. Ein Spaziergänger traute seinen Augen nicht, er hielt das Tier zuerst für einen Schweinswal — was ja gepasst hätte. Zwar konnte sein Foxterrier-Mischling den gewaltigen Schwarzkittel nicht verjagen. Aber schließlich trollte sich das Wildschwein friedlich von allein.

Der Wut-Storch: Stolz patrouillierte Meister Adebar im Juli 2013 durchs Dorf — und randalierte. Mindestens vier Autos hatte der Großvogel in Bergholz bei Pasewalk (Vorpommern-Greifswald) angegriffen und dabei eingebeult. Der Schaden lag zwischen 300 und 1000 Euro. Der verwirrte Vogel zertrümmerte zudem Scheiben mit seinem Schnabel und attackierte blitzende Terrassentüren. Vertreiben wollten die Bergholzer ihren Randalierer aber nicht, er musste beim Füttern seines Nachwuchses im Nest helfen. Ende August war er dann ohnehin gen Süden gestartet.

Der schuhverliebte Fuchs: Friedlich und zugleich gerissen zeigte ein Rotpelz, wie man sich in der Zivilisation behaupten kann. Der Fuchs war im Februar 2014 mit menschlichem Schuhwerk auf der Strandpromenade von Kühlungsborn (Landkreis Rostock) unterwegs. Sein Anpassungsvermögen verblüffte die Passanten. Meister Reineke ließ sich nichts anmerken: Ganz gelassen bewegte er sich zwischen den Spaziergängern. Biologen meinen, dass das „Selbstbewusstsein“ der Füchse mit ihrer Intelligenz und fixen Auffassungsgabe zu tun hat.

Menschengemacht: Nandus und Waschbären breiten sich aus

1149 Arten von Neozoen sind deutschlandweit bekannt. Das sind Tierarten, die absichtlich oder unabsichtlich durch den Menschen in andere Gebiete verbracht wurden und sich dort fest etablierten. Dazu gehören:
Nandu: Der flugunfähige Vogel stammt eigentlich aus Südamerika. 2000 entwichen mehrere Nandus aus einer Freilandhaltung in Schleswig-Holstein nahe der Landesgrenze zu MV. Die Laufvögel wanderten in den Landkreis Nordwestmecklenburg, dort siedelten sie sich in der Niederung der Wakenitz zwischen Schattin und Herrnburg, sowie weiter südlich bei Utecht an.
Waschbär: Der aus Nordamerika stammende Kleinbär hat sich seit 1934 in Deutschland rasant ausgebreitet. Die Tiere nutzen gerne Städte und Dörfer als Lebensraum.
Nordamerikanischer Ochsenfrosch: Der Frosch kommt aus dem östlichen und mittleren Nordamerika. Er ist mittlerweile in großen Teilen Europas anzutreffen.



Bernhard Schmidtbauer

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