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Tierische Retter: Aderlass für Artgenossen

Rostock Tierische Retter: Aderlass für Artgenossen

Tierklinik Rostock benötigt Blutspenden für OP und bei Vergiftungen

Rostock. Ruhig liegt der weiße Schäferhund „Hades“ auf einer Liege in der Tierklinik Rostock, während Tierärztin Stefanie Rosa ihm Blut abnimmt. Rund 20 Minuten muss der siebenjährige Rüde stillhalten, bis ein halber Liter in den Beutel geflossen ist. „,Hades‘ ist tiefenentspannt. Er genießt es, gekrault zu werden“, sagt Besitzerin Simone Loschke, die mit ihren drei Hunden regelmäßig zum Blutspenden kommt.

 

OZ-Bild

Im Arm von Katrin Klünder: Rottweiler „Conner“ spendet Blut.

Quelle: Heike Rudnick/klinik

„Viele wissen nicht, dass auch Tierkliniken auf Blutspenden angewiesen sind – nur eben von Tieren“, meint Sprecherin Heike Rudnick. „Wir führen die Transfusionen hauptsächlich bei Hunden durch und verwenden sie bei Operationen und bei Verletzungen, die bei den betroffenen Hunden zu starkem Blutverlust führen.“

In diesem Jahr hat die Klinik bisher 61 Mal die lebensrettende Flüssigkeit benötigt, 2015 waren es 66 Mal. Besonders ernst ist es, wenn der Hund Rattengift gefressen hat. Wenn nicht sofort gehandelt wird, kann das beim Opfer zu einer inneren Verblutung führen. „In diesem Fall rufen wir unsere 71 registrierten Helfer an und hoffen, dass einer sofort mit seinem Hund vorbeikommen kann“, sagt Rudnick. Ähnlich wie Menschen, haben auch Hunde verschiedene Blutgruppen. „Allerdings gibt es hier keine präformierten Antikörper“, erklärt Tierärztin Stefanie Rosa. „Erst eine zweite Transfusion muss mit der selben Blutgruppe erfolgen.“ Während der Behandlung erhalte der Vierbeiner eine Infusion mit einer Natriumchlorid-Lösung. „Ein Mensch sollte nach einer Blutspende viel trinken. Bei unseren Patienten können wir das schlecht anordnen“, sagt sie.

Anschließend könne sich der Hund etwas schlapp fühlen, ansonsten gebe es keine Beeinträchtigungen. „Es ist nur ein kleiner Piks in den Hals oder ins Bein“, sagt Loschke. „Jeder Hundehalter kann in eine Situation kommen, in der das geliebte Tier auf eine Transfusion angewiesen ist und sollte daher einmal darüber nachdenken.“

Der Bedarf wächst, betont Katrin Klünder, Tiermedizinische Angestellte. „Früher haben wir viel mit dem Tierheim zusammengearbeitet, mittlerweile brauchen wir zunehmend private Spender.“

Die Mitarbeiterin erlebt täglich, wie wichtig eine Transfusion ist. „Als Hundehalterin weiß ich, wie man an seinem Haustier hängt und bangt, wenn es verletzt ist“, sagt sie. „Es tut gut, so einfach Leben retten oder verlängern zu können.“ Ihr Rottweiler „Conner“ hat fünfmal Blut gelassen. „Ihn stört das nicht. Wenn ich dabei bin, fühlt er sich geborgen“, sagt Klünder.

Katharina Ahlers

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