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„Tierquäler haben kein Gewissen“

Rostock „Tierquäler haben kein Gewissen“

Brutale Täter könnten härter bestraft werden / Hund, Katze & Co. nicht mehr als Sache einstufen

Rostock. Sie wurden zum Sterben angebunden, erschlagen oder ertränkt: Die Schicksale dieser Hunde sind zum Heulen. Zwar werden Tierquäler immer mal wieder erwischt. Aber:

„Täter könnten eher und härter bestraft werden, wenn Tiere vom Gesetz her nicht mehr nur als Sachen eingestuft werden“, erklärt Kerstin Lenz, Landesvorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes MV.

Überführte Tierquäler müssten in jedem Fall ein lebenslanges Tierhalteverbot bekommen. „Denn diese Leute haben kein Gewissen“, sagt sie.

Ein Beispiel dafür ist der blinde Terrier-Mischling „Bonny“: Sein Besitzer – der Name des Ribnitz- Damgarteners war rasch bekannt geworden – hatte den 19-jährigen Rüden Anfang Oktober 2017 an einen Baum gebunden, zum Sterben. Tierschützer konnten den kleinen Hund zwar lebendig bergen, er musste aber in der Tierklinik Rostock erlöst werden. Gegen den Besitzer des Hundes hatte der Tierschutzverein Vorpommersche Boddenlandschaft Anzeige erstattet. Ebenso der Landkreis Vorpommern-Rügen: Das Aussetzen oder Zurücklassen eines Tiers, um sich seiner zu entledigen, ist gemäß

Tierschutzgesetz eine Ordnungswidrigkeit, keine Straftat, erklärt Sprecher Olaf Manzke. „Ein entsprechendes Verfahren wurde vom Landkreis eingeleitet.“ Der tote Hund war im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei untersucht worden. Misshandlungen seien am Hund nicht festgestellt worden, er sei in vergleichsweise gutem Ernährungszustand gewesen.

Das Vorgehen der Halter des kleinen Mischlingshundes in Neubrandenburg war zutiefst perfide: Das Tier war nur 50 Meter von einem Tierheim entfernt an einem Pfahl angebunden worden. An dieser Stelle verdurstete der Hund. Seitdem die Halter, ein Mann (28) und eine 31-jährige Frau, mit Namen und Foto im Internet aufgetaucht sind, werden ihnen schwere Gewalttaten angedroht.

Auch der Tierquäler von der Insel Riems handelte brutal: Er hatte der Hündin eine Leine um den Hals geschlungen – daran war ein Pflanzstein aus Beton befestigt –, und sie ins Wasser geworfen.

bs

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