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Tod am Strand: Vor Usedom ertrank wieder ein Mensch

Rostock Tod am Strand: Vor Usedom ertrank wieder ein Mensch

Ein 35-jähriger Berliner ist in Ückeritz verunglückt. Innerhalb einer Woche starben in MV sechs Personen im Wasser. Vermisster Kajakfahrer wurde auf Rügen tot geborgen.

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Nach tagelanger Suche entdeckten Rettungskräfte die Leiche des 48-jährigen Kajakfahrers am Samstag bei Ralswiek.

Quelle: Stefanie Büssing

Rostock. Die Serie der tödlichen Badeunfälle in Mecklenburg-Vorpommern reißt nicht ab. Am frühen Samstagmorgen starb ein 35-jähriger Mann aus Berlin am Strand von Ückeritz auf der Insel Usedom. Am gleichen Tag wurde der seit vergangenen Woche vermisste 48-jährige Kajakfahrer bei Ralswiek auf Rügen gefunden. Damit sind binnen einer Woche sechs Menschen in den Küstengewässern ertrunken, vier allein auf der Insel Usedom — eine traurige Auftaktbilanz für die diesjährige Badesaison.

Eine solche Häufung hat Thorsten Erdmann von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG bislang noch nicht erlebt. „An den von uns bewachten Stränden sind während der gesamten Saison 2012 vier Menschen beim Baden gestorben“, sagt Erdmann. „Diese Entwicklung ist besorgniserregend und bereitet uns Kopfzerbrechen.“ Besonders fatal: „Die meisten Badeunfälle wären vermeidbar gewesen, wenn sich die Leute an die Baderegeln gehalten hätten“, betont der DLRG-Sprecher.

Welche Gründe zum Tod des 35-jährigen Berliners geführt haben, ist noch nicht geklärt. Er war nach einer durchfeierten Nacht zum Sonnenaufgang mit Freunden in die Ostsee gegangen. Im nur hüfttiefen Wasser verloren die anderen ihn aus den Augen. Später fanden sie den Mann leblos im Wasser treibend. Alle Versuche, ihn wiederzubeleben, waren erfolglos. Die Polizei geht nach bisherigen Erkenntnissen von Ertrinken als Todesursache aus. Ob Alkohol zu dem Unfall beigetragen haben könnte, sei noch unklar, hieß es.

Angesichts des tragischen Endes der Kajaktour auf dem Großen Jasmunder Bodden von Rügen am vergangenen Dienstag werden Lebensretter zudem nicht müde, an die Bootsfahrer zu appellieren, Schwimmwesten zu tragen. „Wir können das niemandem befehlen, aber jeder, der Wassersport betreibt, sollte sich der Gefahren bewusst sein“, sagt DLRG-Sprecher Erdmann. Der 48-jährige Mann aus Celle (Niedersachsen) war mit seinem 15-jährigen Sohn auf den Bodden gefahren. Während der Jugendliche auf einer Sandbank badete, kenterte der Vater. Die Schwimmweste hatte er kurz zuvor abgelegt, da ihm zu warm war.

Knapp eine Woche nach einem Badeunfall bei Heringsdorf auf Usedom war am vergangenen Freitag eine 31-jährige Frau ihren Verletzungen in einer Klinik erlegen, wie am Sonnabend bekannt wurde. Ihr neunjähriger Sohn war bereits zuvor in Folge des Unfalls gestorben. Mutter und Kind stammten aus Pasewalk und waren zur Kur auf Usedom. Am Dienstag war ein 72-jähriger in Trassenheide ums Leben gekommen, und am Mittwoch ertrank ein elfjähriger Junge in Warnemünde beim Baden.

„Die Menschen unterschätzen immer wieder die Tücken der Ostsee, etwa die gefährlichen Unterströmungen“, erklärt Erdmann. Die Lebensretter könnten da immer nur wieder an die Vernunft der Menschen appellieren: „Leute haltet euch an die Baderegeln!“

Insgesamt starben in den Binnen- und Küstengewässern in MV im vergangenen Jahr 30 Menschen beim Baden, neun mehr als 2011. Bundesweit ertranken im vergangenen Jahr 383 Menschen.

Verbände setzen Rettungsschwimmer ein
1300 Rettungsschwimmer hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG nach eigener Angabe in dieser Saison in MV im Einsatz. Die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) verfügt in etwa über die gleiche Anzahl. 17 bis 21 Rettungsschwimmer seien laut DLRG beispielsweise in Badeorten wie Kühlungsborn, Prerow oder Binz auf Rügen täglich im Einsatz.

Männer zwischen 40 und 65 Jahren werden laut DLRG am häufigsten Opfer von Badeunfällen.

 

 

Axel Meyer

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