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Tod durch Schreckschusswaffe

Neubrandenburg Tod durch Schreckschusswaffe

Streit um einen gebrauchten Laptop endet tödlich: Prozess wird neu aufgerollt

Neubrandenburg. . Im neu aufgerollten Prozess um die Tötung eines Mannes mit einer Schreckschusswaffe in Anklam (Landkreis Vorpommern-Greifswald) hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. „Ich habe aber die Waffe gezogen, um mich zu wehren“, sagte der 30-Jährige gestern vor dem Landgericht Neubrandenburg. Der 36-Jährige habe ihn im Dezember 2015 auf einem Hof in Anklam bedroht, wo sich Angehörige und Freunde des Opfers aufhielten.

In der Verhandlung schilderten diese Zeugen, dass der Mann auf den Angeklagten zugelaufen sei, obwohl er wusste, dass dieser eine Waffe hatte. In der Auseinandersetzung ging es um einen gebrauchten Laptop für 30 Euro. Der Schütze, dem die Staatsanwaltschaft Totschlag vorwirft, wollte das Geschäft rückgängig machen, wie er erklärte. Der Laptop sei technisch veraltet gewesen.

Die Schreckschusswaffe habe er sich in Polen besorgt, weil er schon mehrfach bedroht worden war. Als er sich an dem Abend angegriffen fühlte, habe er „über die Schulter hinweg“ das ganze Magazin leergeschossen. Wie Zeugen berichteten, hätten zeitgleich fünf Männer den Schützen geschlagen und getreten, darunter auch das Opfer.

Der 30-Jährige konnte sich retten, weil ein Bekannter mit einem Auto heranraste. Nachdem er weggefahren war, brach der 36-Jährige zusammen. Er starb später in einer Klinik.

Laut Rechtsmedizinerin Britta Bockholdt hatte der Mann vier Schüsse abbekommen, von denen zwei Herz und Lunge trafen. Die Munition waren Stahlstifte, die mit einem Plastikring ummantelt waren. Die Stahlstifte hatten sich von der Plastik gelöst. „Man hatte mir in Polen gesagt, dass damit niemand verletzt werden kann“, so der Angeklagte.

Inwieweit dies glaubhaft ist, das soll unter anderem mit zwei Gutachtern noch geklärt werden.

Der neue Prozess ist nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes nötig. Das Landgericht hatte den 30-Jährigen Mitte 2016 zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, dagegen war dieser in Revision gegangen. Der BGH hatte unter anderem moniert, dass die psychische Verfassung des Schützen nicht ausreichend gewürdigt worden sei.

Winfried Wagner

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