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Todesraser von der Müritz droht Gefängnis

Waren Todesraser von der Müritz droht Gefängnis

Verkehrswacht: Solche Fahrer sind „Zeitbomben“ / Unfallopfer war erst vor kurzem nach Waren gezogen

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Der beschädigte Unfallwagen in Waren an der Müritz: Der Fahrer hatte seit 2015 keinen Führerschein mehr.

Quelle: Susan Ebel

Waren. Dem Todesfahrer von Waren an der Müritz droht eine Gefängnisstrafe, ein lebenslanges Fahrverbot ist dagegen unwahrscheinlich. Laut Staatsanwaltschaft Neubrandenburg wird dem 27-Jährigen fahrlässige Tötung vorgeworfen, was mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft wird. Ein Gericht könnte zudem lebenslanges Fahrverbot verhängen. „Das geschieht aber extrem selten“, sagt Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler. Er selbst habe das noch nicht erlebt.

Der Autofahrer war am Sonnabend mit seinem Opel Vectra in einer Kurve mit überhöhter Geschwindigkeit auf den Gehweg geraten (die OZ berichtete). Der Wagen traf einen 67-jährigen Fußgänger, der 20 Meter durch die Luft geschleudert wurde und an seinen Verletzungen starb. Der unverletzt gebliebene Fahrer stand unter Alkohol- und Drogeneinfluss. Den am Wochenende gemeldeten, vorläufigen Promille-Wert korrigierte die Polizei gestern von 3,8 auf 2,2. Seinen Führerschein hatte der mehrfach wegen Drogendelikten auffällig gewordene Mann bereits 2015 abgeben müssen. Das Unfallopfer stammt aus Baden-Württemberg und war erst kürzlich nach Waren gezogen, wo es keine Angehörigen hatte.

Bei alkoholbedingten Unfällen starben 2014 in MV acht Menschen, 126 wurden verletzt. Die Zahlen gehen seit 2011 zurück. Die Statistik für 2015 veröffentlicht Innenminister Lorenz Caffier (CDU) Mittwoch in einer Woche. Es wurden aber bereits Tendenzen bekannt: Im Bereich der Polizeidirektion Rostock nahmen Alkoholfahrten vergangenes Jahr „leicht zu“, bei Drogen am Steuer gab es einen „erheblichen Rückgang“, sagt Sprecherin Isabel Wenzel. Insgesamt sei das Problem Alkohol im Straßenverkehr deutlich zurückgegangen. „Vor zehn Jahren waren es noch deutlich mehr Fälle“, sagt Wenzel.

Das sei eine Folge verstärkter Kontrollen. Auf dem Lande werde es das Problem wohl immer geben. „Wenn kein Bus fährt, setzten sich die Leute eher betrunken ins Auto“, meint die Sprecherin.

Zugedröhnte Kraftfahrer ohne Führerschein sind auf den Straßen von MV fast Alltag. Einige Fälle aus jüngerer Zeit: Sonntag erwischte die Polizei in Goldberg (Ludwigslust-Parchim) zwei Männer und eine Frau in einem nicht zugelassenen Auto mit falschen Kennzeichen. Alle waren betrunken, keiner hatte einen Führerschein. In Rehna (Nordwestmecklenburg) stellten Beamte vorige Woche einen 31-jährigen Fahrer, ohne Führerschein, aber mit Alkohol und Drogen im Blut, das Auto war abgemeldet. In Ahrenshoop (Vorpommern-Rügen) wurde Anfang März ein 27-Jähriger angehalten, 0,9 Promille, Fahrerlaubnis Fehlanzeige.

„Solche Fahrer sind tickende Zeitbomben“, sagt Hans-Joachim Hacker, Präsident der Landesverkehrswacht. Die Zahl der erwischten Alkoholfahrer liegt im Nordosten konstant bei rund 3500.

gkw

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