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Toter auf Hiddensee: Polizei erst drei Stunden später vor Ort

Vitte Toter auf Hiddensee: Polizei erst drei Stunden später vor Ort

Ein heftiger Streit um die Polizeipräsenz auf der Insel Hiddensee (Kreis Vorpommern-Rügen) ist entbrannt. Anlass dafür lieferte der vergangene Sonntag.

Vitte. Ein heftiger Streit um die Polizeipräsenz auf der Insel Hiddensee (Kreis Vorpommern-Rügen) ist entbrannt. Anlass dafür lieferte der vergangene Sonntag. Am Vormittag war am Leuchtturm Dornbusch ein Toter gefunden worden. Der Lübecker (68) soll, so die Stralsunder Polizeisprecherin Antje Unger, unter natürlichen Umständen ums Leben gekommen sein.

„Als ob das nicht schon tragisch genug wäre. Unser Notarzt, Rettungsdienst, Feuerwehr waren seit Stunden vor Ort. Nur keine Polizei. Die war gegen 10.30 Uhr alarmiert worden und kam gegen 13.30 Uhr mit dem Schlauchboot im Hafen Kloster an“, beschreibt Bürgermeister Thomas Gens das Problem, das mit der Ankunft der Beamten noch nicht gelöst gewesen sein soll. Denn: Das neue Polizeiauto stand in der Garage, die Feuerwehr musste die Beamten im Hafen abholen. Das E-Fahrzeug hatte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) erst 2015 an die Polizeistation übergeben. Dass die seit dem Frühjahr in der Woche nur mit einem Polizisten besetzt ist und am Wochenende meist gar nicht, ist den Hiddenseern längst ein Dorn im Auge. „Vor Jahren hatten unsere Polizeibeamten auf der Insel noch zusätzliche Bäderpolizei als Unterstützung zur Hauptsaison. Alles Geschichte, obwohl derzeit täglich rund 10000 Menschen auf Hiddensee – soviel wie die Stadt Sassnitz Einwohner hat – unterwegs sind“, sagt Gens.

Aktuell gibt es auf Hiddensee zwei Polizisten. Der eine lebt auf der Insel, soll aber für längere Zeit erkrankt sein und geht im Frühjahr 2017 in den Ruhestand. Der Lebensmittelpunkt des anderen ist nicht Hiddensee. Er ist nur in der Woche da und will sich zudem versetzen lassen. Hiddensee bald ohne Polizei? Das wollen die Insulaner vermeiden. Gens hatte sich schriftlich an den Innenminister gewandt, um auf die Lage aufmerksam zu machen. Für Ernüchterung sorgt nun die Antwort aus Schwerin. Die Besetzung der Dienststelle soll auf nur einen Beamten zurückgefahren werden. Zudem ist die von der Gemeinde angebotene Dienstwohnung abgelehnt worden. Das Land habe eigene Räume. „Ein Mitarbeiter verrichtet künftig dort über das ganze Jahr hinweg seinen Dienst. Dieser Mitarbeiter soll auch dauerhaft auf der Insel wohnen“, teilt Pressesprecher Michael Teich mit.

Und dieser eine Polizist soll während der Zeit des Bäderdienstes, also während der Saison, von einem zweiten Beamten unterstützt werden. „Im Bedarfsfall kann kurzfristig eine Kräftenachführung mit polizeieigenen Booten oder mittels Wassertaxi erfolgen“, sagt Teich. Chris-Marco Herold

OZ

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