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MV aktuell Totschlag: Fast acht Jahre Haft
Nachrichten MV aktuell Totschlag: Fast acht Jahre Haft
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00:00 29.08.2018
Neubrandenburg

Weil er eine Rechtsanwältin mit drei Schüssen getötet hat, ist ein 80-jähriger Mann aus Waren an der Müritz zu sieben Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Neubrandenburg sprach den Rentner gestern des Totschlags und illegalen Waffenbesitzes schuldig. Ursprünglich war der Rentner wegen Mordes angeklagt gewesen. Der 80-Jährige hatte vor Gericht gestanden, die Juristin am 1. Februar wegen eines jahrelangen Geldstreits um fast 100 000 Euro in ihrer Kanzlei erschossen zu haben. „Der Verurteilte hat 15 Jahre versucht, an sein Geld zu kommen, er ist immer gegen eine Wand gelaufen“, erläuterte der Vorsitzende Richter der Schwurgerichtskammer, Jochen Unterlöhner, die Vorgeschichte dieser Bluttat.

Der 80-jährige Verurteilte verdeckt im Gerichtssaal sein Gesicht. Quelle: Foto: B. Wüstneck/dpa

„Wir können einen Mord nicht mit der erforderlichen Sicherheit beweisen“, begründete Unterlöhner den Schuldspruch wegen Totschlags. Der 80-Jährige hatte in einem Geständnis erklärt, dass er den Ehemann der Anwältin seit den 1980er Jahren gekannt habe und mit ihm locker befreundet gewesen sei. Nach der Wende habe sich der ehemalige Leiter einer DDR-Großhandelsfirma bei ihm Geld für Geschäfte einer Ost-West-Import GmbH geliehen. Das waren bis 2003 insgesamt rund 94 000 Euro, wie ein ziviles Gerichtsurteil später belegte.

Doch auch nach dem Urteil im Jahr 2014 bekam der Senior keinen Cent des geborgten Geldes von seinem „Freund“ – der dement wurde – und dessen Frau, der Anwältin, wieder. „Er war der Geprellte, Betrogene, Hintergangene“, sagte Unterlöhner.

Mit dem Urteil folgte die Schwurgerichtskammer weitgehend der Staatsanwaltschaft, die achteinhalb Jahre wegen Totschlags gefordert hatte. „Das war eine Form von Selbstjustiz, die der Staat nicht dulden darf“, sagte der Ankläger. Der Verteidiger des 80-Jährigen hatte auf „Totschlag im minderschweren Fall“ plädiert und maximal dreieinhalb Jahre Freiheitsstrafe gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Winfried Wagner

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