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MV aktuell Touristen fahren auf Maritimes ab
Nachrichten MV aktuell Touristen fahren auf Maritimes ab
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00:05 19.04.2017
Die Stralsunder Altstadthändlerin Elisabeth Gregorius (32) vom „Hanse-Kontor Sonnenstein“ verkauft neben edlen Spirituosen auch Stralsunder Marzipan und Kaffee. Quelle: Foto: Christian Rödel

Mecklenburg-Vorpommern-Touristen sind bei der Suche nach Mitbringseln für zu Hause anspruchsvoller geworden. „Einfach der Leuchtturm als Souvenir vom Urlaub an der Küste ist nicht mehr so beliebt“, hat Kay-Uwe Teetz, Geschäftsführer des Handelsverbands Nord, beobachtet.

MV-Urlauber lassen sich Souvenirs was kosten / Auch individuelle Mitbringsel besonders gefragt

Auch Katrin Hackbarth, Vize- Sprecherin des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, bestätigt einen Trend zu eher individuellen Stücken, die aber durchaus Bezug zur Ostsee oder zum jeweiligen Ferienort haben sollten. „Wer zum Beispiel auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst urlaubt, nimmt immer häufiger das eigene Fotomotiv als besonderes Souvenir mit nach Hause.“ Das Seeheilbad Zingst ist neben dem Umweltfotofestival „Horizonte“ auch für viele Fotoworkshops bekannt. Laut Hackbarth gehören aber Segelschiffsmodelle, Bernsteinschmuck und Sanddornprodukte weiter zu den Klassikern, die viele Urlauber als Andenken wollen.

Regionales statt Massenware

Wer im Laden von Benjamin Treu in Putbus auf Rügen stöbert, entdeckt nur originale Inselprodukte. „Oft steht auf Produkten ,Rügen’ drauf, aber Rügen ist gar nicht drin“, kritisiert der 40-Jährige die Massenware-Industrie. Er setzt in „Ein Tag am Meer“ auf Regionalität – was Touristen zu schätzen wissen. „Sie sind generell auch bereit, mehr Geld für ein Mitbringsel auszugeben.“ Gegenstände „made in China“ gebe es bei ihm keine. Dafür fertigt er aus angespültem Treibholz Figuren und Uhren an oder arbeitet in der Schauwerkstatt mit Müll. Zudem sei die Vernetzung mit anderen Herstellern „echter Inselprodukte“ wichtig: Seifen aus Sassnitz und Kreideprodukte gibt es ebenfalls bei ihm.

Sanddorn, Bernstein, Postkarten

Andreas Nolte (45) aus der Eifel urlaubt gerade das erste Mal mit einigen Freunden auf Rügen und will mit dem Motorrad noch Städte wie Stralsund und Rostock ansteuern. „Ich soll aus jeder Ecke etwas Spezielles mitbringen“, habe ihm seine Frau daheim mit auf den Weg gegeben. Auf der Insel wolle er Sanddornprodukte kaufen, in den Städten Kleidung mit maritimen Motiven. „Und auf jeden Fall auch etwas, woran zu Hause gleich jeder erkennt, wo ich war“, sagt der Tourist.

Mit diesem Anliegen kommen viele Urlauber aus verschiedenen Ländern auch zu Simone Bredereck in die Tourismuszentrale nach Stralsund. „Postkarten, Magnete und Pins mit unserem Rathaus oder dem Wappen als Motiv sind immer gefragt“, erzählt sie.

Ähnlich wie Benjamin Treu auf Rügen hat sie aber auch festgestellt, dass Touristen inzwischen stärker Individuelles suchen, „das auch nicht unbedingt billig ist“. Etwa Keramik aus Stralsunder Werkstätten. „Die Sachen sind tatsächlich unser Umsatzrenner“, betont Simone Bredereck.

Maritime Mitbringsel angesagt

„Total angesagt“ sind laut Unternehmer Sven Krukau zudem Klamotten mit maritimen Aufdrucken wie Anker-Motiven oder dem Schriftzug „Rostock“. In seinen Geschäften in Rostock – „Küstenliebe und „Rostockshop“ – greifen selbst Hamburger zu maritimen Mitbringseln, zu denen neben Kleidung auch Wohnaccessoires und Autoaufkleber gehören. „Meistens kommen Touristen ja wegen der Ostsee. Die soll sich in den Souveniren auch widerspiegeln“, so Krukaus Erfahrung.

71 Euro pro Tag

In Mecklenburg-Vorpommern geben die Urlauber pro Tag etwa 71 Euro aus. Das geht aus der jüngsten Gästebefragung des Landestourismusverbandes MV hervor. In der Summe enthalten sind neben Souvenirs auch Einkäufe, Dienstleistungen und Unterkunftskosten. Einzelhändler und Kunsthandwerker haben festgestellt, dass Touristen bereit sind, für regionale, individuelle Produkte mehr Geld auszugeben. Besonders gefragt sind in MV kulinarische Mitbringsel, wie Sanddorn oder Küstenbier, und maritime Souvenirs sowie Bernsteinschmuck.

Claudia Tupeit

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