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MV aktuell Trauer in Schwarz und Rot — Abschied von den Luftrettern
Nachrichten MV aktuell Trauer in Schwarz und Rot — Abschied von den Luftrettern
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10:39 04.04.2014
Bei der Trauerfeier in Bergen. Vor dem Altar stehen die Porträts der Luftretter, die bei dem Hubschrauberabsturz ums Leben kamen. Quelle: Lena Roosen
Bergen

Die dominierenden Farben waren Schwarz und Rot. Schon vor Beginn der Trauerfeier hatten sich gestern viele Angehörige, Freunde, Kollegen und Rettungskräfte in ihren Uniformen vor der Bergener Marienkirche versammelt, um an der Trauerfeier für die drei DRF-Luftretter teilzunehmen, die am 28. Februar beim Absturz ihres Hubschraubers über der Ostsee ums Leben gekommen waren.

„Wir können das immer noch nicht begreifen und stehen selbst unter Schock“, sagt Lutz Griesberg von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger vor Beginn des Gottesdienstes. Umringt von seinen Kollegen ringt Griesberg um Fassung. „Mit den Verstorbenen haben wir viele Übungsstunden absolviert und zusammengearbeitet, wir kannten sie alle gut. Deshalb ist es uns ein großes Bedürfnis, jetzt hier zu sein.“

Feierlich läuten die Glocken, als sich die rund 100 Trauernden in das Kondolenzbuch für Pilot Otto Hartmann, Notarzt Jan Vahrenholt und Rettungsassistent Mario Hubrich eintragen. Überlebt hatte den Unfall nur der 47 Jahre alte Co-Pilot.

Fünf Wochen nach dem Unglück bei einem Übungsflug des gerade erst in Betrieb genommenen Hubschraubers „Christoph-Offshore 2“ nördlich von Prerow ist die Betroffenheit noch sehr groß. „Das erste Entsetzen und der Schock über das Unglück sind ein wenig abgeklungen, aber die Fassungslosigkeit bleibt“, sagt der Vorsitzende der DRF Luftrettung, Steffen Lutz. Mit leiser Stimme spricht er als letzter Redner vor den Trauergästen und man merkt ihm an, dass ihm der Auftritt alles andere als leicht fällt. Direkt vor ihm sitzen die Angehörigen, neben ihm stehen, mit Trauerflor umrahmt, große Porträts der Toten, die er als Freunde bezeichnet. „Die Lücken, die ihr Tod hinterlässt, sind nicht zu schließen.“

Mit warmen Worten beschreibt Lutz Wesensart und Verdienste jedes einzelnen Verstorbenen. Keiner der Luftretter sei so für seine Genauigkeit geschätzt worden wie Otto Hartmann, der als Pilot in dem Unglückshubschrauber saß. „Er war äußerst beliebt, auch als Fluglehrer für junge Kollegen.“ Den Notarzt Jan Vahrenholt nennt Lutz einen „Arzt mit Leib und Seele, ein Mann, dem jeder Standesdünkel fremd war“. Als leitender Rettungsassistent habe Mario Hubrich erst 2011 die Station Greifswald übernommen. „Probleme habt Ihr erst, wenn ich es nicht lösen kann“, beschreibt Lutz die Einsatzbereitschaft Hubrichs, eines Mannes voller Lebensfreude.

„Wir sind dankbar, dass wir mit diesen wunderbaren Menschen arbeiten durften“, sagt Lutz. Und vergisst zum Schluss seiner Ansprache auch nicht, den zahlreichen Organisationen, Behörden und Personen zu danken, die an dem dramatischen Wochenende auf dem Darß in Güttin, in Stralsund und auf Rügen im Einsatz waren.

Unter ihnen war als Seelsorger auch der Garzer Pastor Bernhard Giesecke. Gemeinsam mit dem Bergener Pfarrer Jörn Kiefer gestaltet er nun die stimmungsvolle Trauerfeier. „Jetzt sind sie uns wieder ganz nah“, sagt Giesecke über die Toten. „Ihre Nähe vermissen wir sehr, es waren Menschen, die sich für andere eingesetzt haben. In diesem Moment wird uns bewusst, wie zerbrechlich das Leben ist.“

Wir können das immer noch nicht begreifen.“ Lutz Griesberg von den Seenotrettern



Lena Roosen

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