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MV aktuell Trockenheit und Schadstoffe: Wird sauberes Wasser in MV knapp?
Nachrichten MV aktuell Trockenheit und Schadstoffe: Wird sauberes Wasser in MV knapp?
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20:21 20.03.2019
Noch fließt genug sauberes Wasser durch die Leitungen in MV. Quelle: Andrea-Warnecke/dpa
Schwerin

MV steuert möglicherweise auf eine Wasserknappheit zu. Die Trockenheit, unter der die Landwirtschaft heute schon leidet, könnte bald auch den einzelnen Verbraucher treffen. Hinzu kommt die Belastung des Grundwassers mit Schadstoffen. In der Trinkwasserkonzeption des Landes, die Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Mittwoch in Schwerin vorstellte, heißt es: „Regionale Trinkwasserversorgungsprobleme können daher zukünftig nicht ausgeschlossen werden.“

Trockenes Usedom

Durch den Klimawandel seien insbesondere Auswirkungen auf die Grundwasserneubildung und damit auf die Grundwasserstände zu erwarten, so der Bericht weiter. Der Grundwasserstand wird derzeit an 621 Messstellen im Land überwacht. Die Auswertung der vergangenen 30 Jahre zeigt, dass in einigen Grundwasserkörpern der Wasserstand langfristig sinkt. Mehr als zwei Prozent Rückgang sind unter anderem im Süden der Insel Usedom und in der Feldberger Seenlandschaft zu beobachten.

Probleme mit dem Grundwasser in MV Quelle: Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Quelle: Benjamin Barz

In anderen Landesteilen gab es in den letzten Jahren zwar auch einen Anstieg, aber: „Es wird davon ausgegangen, dass infolge des Klimawandels langfristig die Erneuerungsrate der Grundwasservorkommen weiter abnehmen wird.“ Die Auswirkungen werden im Osten des Landes stärker als im Westen und auf den Inseln stärker als im Binnenland sein, prognostizieren die Experten.

Das Wasserhaushaltsgesetz MV sieht allerdings vor, dass das Grundwasser nur so genutzt werden darf, dass sich die Menge nicht verringert. Daher können höchstens für 30 Prozent des jährlich neu gebildeten Grundwassers Wasserrechte vergeben werden. Im Süden Usedoms und rund um Schwerin wird jedoch mehr Wasser verbraucht.

Ungleiche Verteilung

Grundsätzlich sitzt MV bislang auf deutlich mehr Grundwasser als nötig: Von 2,12 Millionen Kubikmetern, die täglich genutzt werden könnten, werden derzeit nur 0,7 Millionen auch tatsächlich verbraucht. „Bei Bedarf könnte täglich die doppelte Menge an Grundwasser ohne Einschränkung für die Trinkwasserversorgung zur Verfügung gestellt werden“, beruhigt der Bericht.

Steckbriefe für Grundwasser

An 333 Grundwasser-Messstellen wird die Wasserqualität in MV überwacht. Auf der Internetseite des Landesamtes für Umwelt, Natur und Geologie gibt es jetzt Steckbriefe für alle Messstellen. Dort kann jeder Interessierte Messwerte für einzelne Stoffe im Grundwasser, etwa für Nitrat, Sulfat, Ammonium und Chlorid, nachlesen. Pro Kopf verbraucht jeder Bürger in MV täglich im Schnitt weniger als 90 Liter (in Städten) bzw. 106 Liter (auf dem Land) Trinkwasser. 1990 lag der Durchschnittsverbrauch noch bei 180 Litern. Rund 50 Zweckverbände oder Stadtwerke stellen das Wasser mit Hilfe von etwa 500 Wasserwerken bereit. Der tiefste aktive Trinkwasserbrunnen in MV steht in Schlemmin (Landkreis Rostock): Er holt Wasser aus etwa 200 Metern Tiefe.

Das Problem ist jedoch, dass das Wasser sehr ungleich verteilt ist. Vor allem im Südwesten gibt es große Vorkommen, die auch sehr tief reichen. Im Osten sind sie jedoch lange nicht so groß und tief. „Damit auch in den östlichen Regionen des Landes eine dauerhafte Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser gewährleistet werden kann, bedarf es hier einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Grundwassers“, mahnen die Verfasser.

Kaum noch für Trinkwasser geeignet

Dazu gehöre besonders die Begrenzung der Schadstoffeinträge. Hier leidet die Wasserqualität vor allem unter Nitrat und Ammonium aus der Landwirtschaft. Dem Bericht zufolge sind fast ein Fünftel der Grundwasservorkommen in MV in der oberen Schicht teilweise so nitratbelastet, dass sie gar nicht mehr oder kaum noch für Trinkwasser nutzbar sind. Ursache sei vor allem die zunehmend industrialisierte Landwirtschaft. Auch hier trifft es vor allem den Landesosten, wo das Grundwasser nahe an der Oberfläche liegt: „Sind keine tieferen Grundwasserleiter vorhanden wie in Vorpommern, stellen diese Gebiete für die Trinkwasserversorgung ein erhebliches Problem dar.“

Minister Backhaus betonte: „Wasser ist und bleibt das wichtigste Lebensmittel.“ Sein Schutz sei immens wichtig. Die Landwirtschaft will er jedoch nicht unter Generalverdacht stellen. Viele Landwirte seien bereits aktiv, um eine Auswaschung überschüssigen Stickstoffdüngers ins Grundwasser zu verhindern, etwa durch eine Winterbegrünung der Felder. Er forderte jedoch ein bundesweites, modernes Management für Düngung und Pflanzenschutz, wobei die Digitalisierung helfen werde. „Künftig sollte es so sein, dass für jedes einzelne Feld und später sogar für jede einzelne Pflanze der Dünge-Bedarf ermittelt und die Düngung entsprechend dosiert wird.“

Axel Büssem und Iris Leithold

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