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MV aktuell Türkei-Urlaub: Stornierungen nur in wenigen Fällen möglich
Nachrichten MV aktuell Türkei-Urlaub: Stornierungen nur in wenigen Fällen möglich
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00:01 23.07.2016

Rostock – Die Türkei ist seit Jahrzehnten eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Auch in diesem Sommer wollen wieder Zehntausende ihren Urlaub in dem Land verbringen. Nach dem gescheiterten Putschversuch sowie dem am 20. Juli ausgerufenen Ausnahmezustand sind viele Urlauber verunsichert. Ist die Türkei sicher? Können Touristen ihre Buchungen ohne Probleme kostenlos stornieren? Wie sollen sich Urlauber verhalten, die bereits in der Türkei sind?

Matthias Wins Thomas Haentzschel Quelle: Foto:

Ausnahmezustand: Was auch Urlauber betrifft

• Urlauber können von Sicherheitskräften durchsucht und mögliche Beweismittel beschlagnahmt werden.

• Der Fahrzeugverkehr kann kontrolliert oder sogar verboten werden.

• Bestimmte Gegenden können abgeriegelt oder evakuiert werden.

• Gaststätten, Kinos oder andere Einrichtungen können vorübergehend geschlossen werden.

Reisewarnung: Das Auswärtige Amt hebt auf der Internetseite (www.auswaertiges-amt.de) hervor, dass „landesweit weiter mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen zu rechnen“ ist. Jedoch: „Aus anderen Teilen des Landes, insbesondere von der Mittelmeerküste, wurden keine besonderen Ereignisse gemeldet.“ Daran schließt sich ein eindeutiger Hinweis an: „Von Reisen in das Grenzgebiet der Türkei zu Syrien und Irak, insbesondere in die Städte Diyarbakir, Cizre, Silopi, Idil, Yüksekova und Nusaybin sowie generell in die Provinzen Mardin, Sirnak und Hakkâri wird dringend abgeraten.“

Stornierung: Verbraucherschützer wie Matthias Wins, Jurist bei der Verbraucherzentrale MV, sehen Urlauber nur bei Formulierungen wie „wird dringend abgeraten“ auf der sicheren Seite. „In diesen Fällen ist der Antritt einer Reise unzumutbar für die Urlauber“, erklärt Wins. Der Ausnahmezustand in der Türkei berechtigt Reisende jedoch nicht grundsätzlich dazu, kostenlos von gebuchten Reisen in das Land zurückzutreten. Das gelte vor allem für Reisen in türkische Badeorte wie Antalya. „Wer etwa Reisen nach Istanbul oder in andere große Städte stornieren will, sollte sich unbedingt mit dem Reiseanbieter verständigen“, rät Wins. Der Appell an deren Kulanz oder eine Umbuchung könnten vorteilhaft sein. Da die Lage in den Badeorten ruhig sei, hätten Urlauber kein gesetzlich garantiertes Recht auf kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen. In diesen Fällen fallen Stornierungskosten an. Bisher hätten sich nur wenige Reisende beraten lassen, sagt Wins.

Die Reiseveranstalter haben unterschiedlich reagiert. Noch bis morgen können Kunden von Alltours oder Bye Bye Reisen sich entscheiden, ob sie ihre gebuchte Reise antreten wollen. Bei Tui Deutschland ist eine kostenlose Stornierung nicht mehr möglich. Die Frist endete bereits am 18. Juli. Ähnlich hielt es die Thomas-Cook-Gruppe (Neckermann, Öger, Thomas Cook, Condor). Aber: Bei Städtereisen nach Istanbul und Ankara endet bei den meisten Veranstaltern die Frist für Umbuchungen oder Stornierungen erst am 31. Juli.

Kreuzfahrten: Die meisten Reedereien hatten bereits fast alle Anläufe der Türkei – allen voran Istanbul – abgesagt. Das gilt für den deutschen Marktführer Aida Cruises, MSC oder Norwegian Cruise Line.

Bernhard Schmidtbauer

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