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MV aktuell Wie geht es den Gastronomen in MV im Winter?
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14:28 12.01.2019
Viele Hotels haben nach Angaben des Tourismusverbands von November bis April Sonderangebote. Quelle: Fotolia
Rostock

Viele Angestellte machen Urlaub, manch kleinere Gastronomie- und Hotellerie-Betriebe schließen auch ganz, wie eine Umfrage in der Branche von der Imbissbude bis zum Sterne-Restaurant ergab.

Jeder Betrieb müsse sehen, wie viel Speck er sich in der guten Zeit zulegen muss, um bis Ostern oder wenigstens bis Februar durchzuhalten, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Mecklenburg-Vorpommern, Matthias Dettmann.

Im Februar profitierten manche Gaststätten schon wieder vom Valentinstag oder Karneval. Andererseits holten auch einige Firmen, etwa aus dem Einzelhandel, ihre Jahresendfeiern im Januar nach. Am schwierigsten sei es für die Saison-Gastronomie wie die klassische Eisdiele, sagte Dettmann.

„Richtig normal läuft es wohl erst wieder im April“

Das Restaurant „Ich weiß ein Haus am See“ in Krakow (Landkreis Rostock) hat „im Prinzip“ zu, wie Inhaberin Petra König und ihr Mann Adelbert König sagten. Nur für Hotelgäste und auf Vorbestellung am Wochenende werde geöffnet. Die vier Mitarbeiter bummeln Überstunden ab und nehmen Urlaub. Richtig normal laufe es wohl erst wieder im April, meinte König. Das Restaurant habe eher wenig Gäste aus der Region, dafür mehr Hotelgäste.

Das Ludwigsluster Landhaus Knötel mit Restaurant und 18 Hotelzimmern hat die Öffnungszeiten eingeschränkt. Es gebe jetzt zwei Ruhetage in der Woche, in der Saison keinen, sagte Inhaber Uwe Knötel. Er hält nichts von Versuchen, im Januar mit Aktionen mehr Gäste anzulocken. „Im Januar haben die Leute die meisten Kosten, müssen Versicherungen, Beiträge, Gebühren zahlen“, gab er zu bedenken.

Da stehe ihnen nicht der Sinn nach Ausgehen. Und auch die Tipps eines Gastro-Infoportals für den Januar sind dürftig: Der 17. Januar ist demnach der Internationale Tag der Italienischen Küche und biete sich für eine mediterrane Woche an, und der dritte Samstag im Monat soll der Tag des Deutschen Schlagers sein.

„Es ist gut, wenn die Mitarbeiter vier Wochen Freizeit haben können“

„Wir müssen die Zeit einfach überbrücken, Gastronomie und Hotellerie sind ein Saisongeschäft“, sagte Knötel. Mecklenburg-Vorpommern sei zwar ein Tourismusland, aber: „Die Skifahrer fehlen.“ So sei der Jahresanfang die richtige Zeit, sich auf die neue Saison vorzubereiten, Reparaturen zu erledigen und Urlaub zu machen. „Es ist gut, wenn die Mitarbeiter vier Wochen Freizeit haben können.“

Viele Hotels haben nach Angaben des Tourismusverbands von November bis April Sonderangebote - mit Ausnahme der Feiertage zum Jahresende. Dann können in den Urlaubsregionen zwischen Ostsee und Seenplatte, auf Rügen und Usedom Doppelzimmer für 60 bis 100 Euro gebucht werden. Davon profitieren auch wieder Gaststätten, etwa Carl's Kneipe in Ahlbeck auf Usedom.

„Wenn wir die polnischen Mitarbeiter nicht hätten, könnten wir Usedom komplett zumachen“

Mitinhaber Niels (Lucki) Luckmann sagt: „Richtig zugemacht wird hier nichts, das ist doch klar.“ Einige Touristen seien auf der Insel, und auch die Einheimischen sollten mal bewirtet werden. Außerdem müssten die Angestellten beschäftigt werden.

Die Zeit, als Mitarbeiter im Winter zum Arbeitsamt geschickt wurden, ist lange vorbei, das Personal muss gehalten werden. „Wenn wir die polnischen Mitarbeiter nicht hätten, könnten wir Usedom komplett zumachen“, meinte Luckmann. Ein wenig Entspannung gibt es aber in Carl's Kneipe doch: Statt einem Ruhetag pro Woche gönnt man sich im Winter zwei.

Auch wenn im Winter Touristen und Kurgäste an der Ostsee sind, Petra Hofmann in Zempin auf Usedom hat ihren Imbisswagen geschlossen und winterfest gemacht. Zuletzt hatte sie Silvester geöffnet. Vor zwei Jahren war ihre Verkaufsbude bei einer Sturmflut abgestürzt. Der neue Wagen gehört der Gemeinde und steht jetzt an einem sicheren Platz.

RND/Birgit Sander/dpa

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